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Wie schauen Fußballfans eigentlich Fußball?

18.05.2013 Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) gemeinsam mit der Universität Tübingen nach. Hierzu schauen insgesamt 61 Fans von Borussia Dortmund und FC Bayern München gemeinsam das Finale der Champions League am 25. Mai 2013 in den Räumlichkeiten des Forschungsinstituts in Tübingen.

Schulnoten lügen!....

„Zwei deutsche Mannschaften im Finale der Champions League und somit Zugriff auf beide Fanblocks, diese Chance müssen wir ergreifen“, so dachten die Psychologen Prof. Dr. Stephan Schwan vom IWM und Prof. Dr. Markus Huff von der Universität Tübingen. Derzeit wird hierfür ein riesiges Versuchslabor aufgebaut. Auf 61 Laptops wird das Spiel live übertragen. Das Forschungsteam untersucht anhand des Spiels, wie Zuschauer komplexe Ereignisse wahrnehmen und wie sie diese kognitiv verarbeiten. Die Wissenschaftler versprechen sich davon Anworten auf die Frage, ob Unterschiede zwischen den Fans beider Mannschaften bereits während der Wahrnehmung oder erst auf späteren Verarbeitungsstufen auftreten - beispielsweise bei der Gliederung des Spiels in Spielzüge oder bei der Erinnerung an einzelne Spielszenen.

Drei unterschiedliche Arten von Daten werden erhoben: Bei einem Teil der Testpersonen werden während des Spiels Blickbewegungsdaten aufgezeichnet. Hierfür setzen die Wissenschaftler portable SMI RED-m Systeme von SensoMotoric Instruments (SMI) ein. Diese Systeme zur Blickbewegungsmessung (Eye Tracking) werden auf 21 Laptops platziert und zeichnen unauffällig und berührungslos die Blickbewegungen der Testpersonen in wissenschaftlicher Datenqualität auf. Bei einem anderen Teil der Teilnehmer wird aufgezeichnet, in welche Abschnitte sie die Spielhandlung aufgliedern. Diese Zuschauer werden durch Tastenklicks den Verlauf des Spiels in für sie bedeutsame Abschnitte einteilen. Parallel während des Spiels laufen die Vorbereitungen zur Erfassung der dritten Datenart: Im Regieraum wird entsprechend des Spielverlaufs ein Fragebogen erstellt, der den Probanden unmittelbar nach Spielende vorgelegt wird.

Frühere Forschungsergebnisse konzentrierten sich nur auf die Auswertung von einer Datenquelle. Dahingegen versucht die Studie von Schwan und Huff erstmals, die drei Datenquellen Blickbewegung, Segmentiertung und Fragebogen im Rahmen eines einzigen Ereignisses zu erheben und anschließend aufeinander zu beziehen. In ihrer bisherigen Forschung beschäftigen sich die beiden Tübinger Wissenschaftler vor allem mit der Verarbeitung komplexer Handlungen im Alltag und im Film. In der geplanten Studie sollen nun die bisherigen Befunde „in´s (Fußball-)feld“ übertragen werden.

Kontakt & weitere Information zum Leibniz-Institut für Wissensmedien
Prof. Dr. Stephan Schwan, Leiter der Arbeitsgruppe Cybermedien
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen,
Tel.: 07071/ 979-228, Fax: 07071/ 979-100, E-Mail: s.schwan@iwm-kmrc.de

Kontakt & weitere Information zum Leibniz-Institut für Wissensmedien
Steffi Neubert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen,
Tel.: 07071/ 979-261, Fax: 07071/ 979-100, E-Mail: s.neubert@iwm-kmrc.de

Die Studie erfolgt mit freundlicher Unterstützung von
SensoMotoric Instruments, Warthestr. 21, 14513 Teltow

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien
Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht das Lehren und Lernen mit digitalen Technologien. Rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften arbeiten multidisziplinär an Forschungsfragen zum individuellen und kooperativen Wissenserwerb in medialen Umgebungen. Seit 2009 unterhält das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten WissenschaftsCampus zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“.

Die Leibniz-Gemeinschaft
Das IWM ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 86 selbständige Forschungseinrichtungen der Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften verbindet. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (IDW)

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