Tourismusmanagement studieren

    Der Tourismus ist die weltweit größte Wachstumsbranche. Durch die Globalisierung werden Geschäftsreisen immer wichtiger. Die Anforderungen von Privatpersonen an ihren Urlaub steigen zunehmend – durch den gestiegenen Wohlstand gelten Reisen als bedeutendes Statussymbol und als unverzichtbares Konsumgut. Schon heute sind weltweit 100 Millionen Menschen in der Tourismus- und Freizeitbrache tätig.

    Neben einer hohen Serviceorientierung und der Fähigkeit, kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden kommt es heute im Tourismusmanagement vor allem auch auf eine breitgefächerte betriebswirtschaftliche und touristische Ausbildungan. Diese wird in Bachelor- und Masterstudiengängen im Tourismusmanagement vermittelt.

    Studieninhalte und Organisation

    Das Studium Tourismusmanagement konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Tourismus und Betriebswirtschaft. Die Basis des Studiengangs stellt eine breitgefächerte Basisqualifikation im Bereich der Betriebswirtschaftslehre dar. Diese umfasst unter anderem diese Themen:

    • Betriebswirtschaftslehre
    • Personalmanagement
    • Organisation
    • Volkswirtschaftslehre
    • Bilanzierung und Buchführung
    • Unternehmensführung
    • Kosten- und Leistungsrechnung
    • Wirtschaftsmathematik
    • Statistik
    • Investition

    Ergänzt werden diese Module durch tourismuswirtschaftliche Kernfächer und Vertiefungsmodule, wobei beispielsweise diese Themen vertreten sein können:

    • Tourismuswirtschaft und -politik
    • Kultur- und Naturgeografie
    • internationaler Tourismus
    • Freizeitpsychologie/-soziologie
    • Tourismus- und Hotelmarketing
    • Reisemanagement
    • Hotel- und Ressortmanagement
    • Destinationsmanagement
    • Tourismusökonomie
    • Vertrags-, Event- und Tourismusrecht
    • Event-, Messe- und Business-Travel-Management

    Häufig bieten die Hochschulen die Möglichkeit, sich durch Schwerpunkte oder Wahlpflichtfächerauf einen oder mehrere dieser Bereiche zu spezialisieren. Die Studierenden werden so ideal auf ihre spätere Tätigkeit bei Reiseveranstaltern, in der Kreuzfahrtbranche oder in der Hotellerie vorbereitet. Deshalb liegt der Fokus im Tourismusmanagement auch stark auf der sprachlichen Bildung. Hierzu dienen beispielsweise:

    • gezieltes Training von speziellen Kommunikationssituationen in der Fremdsprache
    • Vorlesungen ganz oder teilweise in englischer Sprache
    • Erlernen einer zweiten und teilweise sogar einer dritten Fremdsprache
    • Auslandssemester oder -praktikum für den Ausbau der interkulturellen Kompetenzen0

    Einige Hochschulen bieten ein duales Studium, bei dem die Studierenden bereits während des Studiums erste Berufserfahrung oder sogar einen anerkannten Ausbildungsabschluss (z. B. Hotelfachmann/-frau IHK) erlangen können.

    Berufsperspektiven mit einem Tourismusmanagement Studium

    Tourismusmanager/innen arbeiten in sehr vielfältigen Aufgabenbereichen. Mögliche Tätigkeiten sind beispielsweise:

    • Produkt- oder Marketingmanager bei Online-Reiseportalen
    • Qualitätssicherung in Reisebüros
    • Destinationsmanager bei Reiseveranstaltern
    • Verkaufsdirektion / Sales Management in Hotelketten
    • Human Resources Management bei Reisegesellschaften
    • Einkäufer in Hotels
    • Eventmanager
    • Leitung eines Reisebüros
    • Hotelmanagement
    • Marketing Management
    • Produktmanager

    Ebenso vielfältig sind auch die möglichen Arbeitgeber. Hierzu zählen unter anderem:

    • Marketing- und Werbeagenturen
    • Fluggesellschaften
    • Kreuzfahrtunternehmen
    • Freizeit- und Erlebniszentren
    • Unternehmensberatungen
    • Hotels und Hotelketten
    • Eventagenturen
    • Fremdenverkehr
    • Hotelmanagement
    • Tourismusorganisationen
    • Sport-, Gesundheits- und Wellnesstourismus
    • Stadt- und Tourismusmarketing
    • Freizeitsparks und -einrichtungen
    • Verkehrsunternehmen
    • Kongressorganisationen
    • Consulting
    • Bäderwesen

    Die Verdienstchancen im Tourismusmanagement sind mit anderen Managementberufen leider meist nicht vergleichbar. Beim Berufseinstieg liegt das Gehalt meist in einem Rahmen von 2.300 bis 2.700 Euro. In welche Höhe es später steigen kann, hängt stark von Größe und Art des Arbeitgebers sowie von der übernommenen Verantwortung ab. So können Produktmanager schon nach wenigen Jahren 3.100 bis 3.500 Euro verdienen. Vertriebsmitarbeiter in leitender Funktion haben sogar eine Chance auf 5.600 bis 8.000 Euro monatlich.

    Das große Potenzial des Studiengangs Tourismusmanagement liegt dennoch weniger in den Verdienstmöglichkeiten. Vielmehr liegt die Chance in den hervorragenden Karrierechancen. Durch die stetig wachsende Bedeutung des Wirtschaftszweigs bietet sich ein breites und vielfältiges Berufsfeld. Viele entscheiden sich auch dazu, im Ausland zu arbeiten und die Arbeit mit bezahlten Reisen zu verknüpfen.

    Für wen ist ein Studium Tourismusmanagement geeignet?

    Der Tourismus ist eine Branche, die eine aufgeschlossene Persönlichkeit und Kommunikationsstärke erfordert. Studieninteressierte sollten großes Interesse an neuen Sprachen und fremden Kulturen mitbringen, da sie während ihres Studiums häufig damit in Berührung kommen werden, sei es beim Erlernen einer zweiten und/oder dritten Fremdsprache oder beim Besuch englischsprachiger Vorlesungen. Nach dem Studium arbeiten sie häufig wechselnd im Ausland und müssen sich immer wieder an neue Kulturen anpassen. Sinnvolle persönliche Eigenschaften für angehende Tourismusmanager/innen sind:

    • Flexibilität
    • Durchsetzungsstärke
    • Ehrgeiz
    • Teamfähigkeit
    • Belastbarkeit
    • Organisationstalent
    • Sozialkompetenz
    • wirtschaftliches Denken

    Der Numerus Clausus ist im Bereich des Tourismusmanagements ein eher untergeordnetes Thema. Die meisten Hochschulen verzichten auf eine entsprechende Einschränkung. Wenn ein Numerus Clausus erfüllt werden muss, liegt dieser meist in einem annehmbaren Rahmen zwischen 2,2 und 2,9.

    Wo kann ich Tourismusmanagement studieren?

    Tourismusmanagement ist ein sehr praxisorientiertes Studium. Deshalb werden entsprechende Studiengänge überwiegend von Fachhochschulen und privaten Hochschulen angeboten, nur sehr selten jedoch von Universitäten.