Grundschullehramt studieren

    Mit dem Studium für Grundschullehramt setzen die Universitäten deutschlandweit die grundlegenden Voraussetzungen für den Unterricht in den Klassen eins bis vier. Die elementaren Lernziele unterscheiden sich von denen der höheren Schule und legen den Fokus auf die Kernkompetenzen, wie Lesen, Schreiben, logisches Denken, die grafische Darstellung und Geometrie sowie das Erlernen der Grundrechenarten und die räumliche Orientierung. Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer schaffen den elementaren Grundstein für das weiterführende Leben und Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler.

    Die Grundschule umfasst die erste bis vierte Klasse und wird Schülern von sechs bis etwa zwölf Jahren gerecht. In Brandenburg und Berlin gilt die Grundschulzeit von der ersten bis zur sechsten Klasse. Die strikte Gliederung in Jahrgangsklassen hat sich im Zuge der letzten Jahre zur jahrgangsübergreifenden Beschulung weiterentwickelt. Sprich: Klasse eins und zwei werden nunmehr gemeinsam beschult. Unterschreitet die Zahl der Schüler in einer Klasse den landesinternen Standard, werden Klassenstufen kombiniert beschult.

    Inhalte des Studiengangs Grundschullehramt

    Mittlerweile avanciert das klassische Grundschulstudium zu einem Auslaufmodell und hat das Zepter längst an das modulare Bachelor- und Masterstudium übergeben, wenn auch diese Studiengänge immer noch ihre Gültigkeit behalten. Eine Ausnahme bilden in diesem Zusammenhang die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Hier studiert der Grundschullehrer auf das „Erste Staatsexamen“ – wobei die modularisierte Studienform auch in diesen Bundesländern nicht von der Hand zu weisen ist. Es gilt nunmehr als reine Formsache nicht mit dem Bachelor, sondern mit dem Lehramtsabschluss das Studium abzuschließen. Mit dem Eintritt in das Grundschullehramtsstudium ist es notwendig, zwei Fächer auszuwählen, die ein Lehrer später unterrichten möchte. In der Fachsprache ist von dem 2-fach Bachelor die Rede. Mit dem Abschluss Bachelor ist es im Prinzip möglich, sich bei einem Grundschulverlag als Redakteur oder im Schulwesen zu bewerben. Möchte der einstige Student später vor einer Grundschulklasse stehen, absolviert dieser einen Master of Education.

    Welche Unterschiede gibt es zwischen einem Grundschullehramt-Studium und anderen Lehramt-Studiengängen?

    Im Prinzip stellt das Grundschullehramt eine der Studienrichtungen im Gesamtbereich Lehramt dar. Das Studium berechtigt jedoch ausschließlich dazu, an Grundschulen zu unterrichten. Des Weiteren veranschlagt die Prüfungsordnung eine konsequentere Festlegung der einzelnen Fächer. Die obligatorischen Fächer Nummer eins und zwei sind Mathematik und Deutsch. Es bleibt den BewerberInnen überlassen, ob Sie Deutsch oder Mathematik dem Studienfach eins zuordnen. Das erste Studienfach wird vertieft studiert. Hinzu kommt das Unterrichtsfach drei. Es kann aus einem Pool der Fächer Englisch, evangelischen Religion, Gestalten und Kunst, katholische Religion sowie aus den Bereichen Ethik oder Musik, Sport wie auch Sachunterricht ausgewählt werden. Im Vergleich zum Gymnasiallehrer wird der Bereich der Grundschuldidaktik fächerübergreifend studiert. Das außerunterrichtliche, pädagogische Studium gilt als Schlüsselqualifikation für alle Lehramtsstudiengänge. Auf diese Bereiche verteilen sich die Leistungspunkte in der entsprechenden Verhältnismäßigkeit.

    Für wen ist ein Grundschullehramt-Studium geeignet?

    Vor dem Beginn eines Studiums stellen sich zwei grundlegende Fragen: Warum möchte ich später Grundschullehrer oder Grundschullehrerin werden? Wie finde ich heraus, ob sich meine Persönlichkeitsstruktur für den Lehrerberuf eignet? Erst nach reiflicher Überlegung finden BewerberInnen heraus, ob sich Belastungsfähigkeit, Toleranz, Teamfähigkeit und Führungsqualitäten in der eigenen Persönlichkeit wiederfinden.

    So empfiehlt die zentrale Studienberatung einen eingehenden Test und ein ehrliches Beratungsgespräch im Vorhinein, um mit den notwendigen Kernkompetenzen in den Beruf zu starten. Ein Großteil aller Studienabbrecher hat sich mit der Frage nach dem Warum nicht auseinandergesetzt und ist vom anschließenden Studium, den Seminaren und Praktika enttäuscht. Gerade das Orientierungspraktikum gilt als wichtiger Abschnitt, in denen StudentInnen feststellen, ob der Lehrberuf der ideale Berufsweg ist.

    Nicht zu unterschätzen ist die stimmliche Belastung eines Grundschullehrers. Vor einigen Jahren galt eine Überprüfung eines Phoniaters noch als Zulassungsvoraussetzung für das Grundschullehramt-Studium. Der Phoniater untersucht die Stimmbänder eines Bewerbers auf potenzielle Vorbelastungen oder auf die Gefahr hin, im späteren Verlauf unter stärker werdender Belastung Stimmknötchen auszubilden. Über den gesamten Tag wird die Stimme einer enorm hohen Beanspruchung ausgesetzt: LehrerInnen erklären, flüstern, lesen, erheben die Stimme und gönnen sich im Unterricht, auf Konferenzen und auf dem Schulhof nur wenig Ruhepausen. Einige Lehrer neigen dazu, mit einem falschen Stimmansatz zu sprechen. In der Folge bilden sich im Zuge der Lehrtätigkeit Stimmknötchen aus. Sprich: Nach einer Belastung der Stimme ist kaum noch möglich, ein Wort herauszubekommen. Aus eigenem Interesse sollten BewerberInnen einen Termin beim Phoniater vereinbaren und ein Check-up vornehmen lassen. Einige Institute setzen dies als Voraussetzung für die Aufnahme eines Musikstudiums - wenn das Fach Musik in der Fachkombination eines Lehramtsstudenten auftaucht.

    Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es für den Studiengang Grundschullehramt?

    Eine der grundlegenden Zulassungsvoraussetzungen für das Studienfach Grundschullehramt ist die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife. Das Studium ist in allen Bundesländern zulassungsbeschränkt. Für alle BewerberInnen gilt ein bestimmter Numerus clausus. Gemeint ist der Notendurchschnitt, mit dem das Abitur abgeschlossen wurde. Je nach Bewerberzahl an der jeweiligen Hochschule schraubt sich dieser Notendurchschnitt nach oben. Entspricht der Notendurchschnitt den gegebenen Voraussetzungen der jeweiligen Universität, kann das Studium ohne Verzögerung begonnen werden.

    In der Zulassung spielen die Wartesemester eine entscheidende Rolle: Je mehr Wartesemester angesammelt wurden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, für ein Studium angenommen zu werden. Achtung: Absolvieren StudentInnen einen anderen Ausbildungsweg oder ein anderes Studium, wird diese Zeit nicht in Wartesemestern angerechnet.

    Hinzu kommen die fachspezifischen Zulassungsvoraussetzungen. Diese stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit einem spezifischen Studienfach und gelten für Grundschulbewerber wie auch Sekundarschul- und Gymnasialbewerber ohne Unterschied. Vor der Zulassung für ein Studium erfolgt im Fach Sport, in Kunst und im Fach Musik eine spezifische Eignungsprüfung. Die jeweiligen Anforderungen und Inhalte veröffentlicht jedes Bundesland für sich. In diesem Zusammenhang stellt ein ausgesuchtes Prüfungsgremium des zuständigen Instituts fest, ob die BewerberInnen das nötige Basiswissen mitbringen, auf das ihr weiterführendes Studium aufbaut. Im Bereich Sport ist das eine Kenntnis der grundlegenden anatomischen Voraussetzungen und das Beherrschen aller fachspezifischen Sportarten, wie Leichtathletik, Schwimmen und Geräteturnen. In der Musik wird mindestens ein Instrument - zumeist das Klavier - als vorausgesetzt wie auch das Fach Musiktheorie, das sich in Gehörbildung und Stimmbildung aufgliedert. Ein Gremium des Fachbereichs nimmt die jeweiligen Eignungsprüfungen ab und entscheidet von Bewerber zu Bewerber für oder gegen das Studium. Es ist jedem Bewerber vor dem Antreten einer Zulassungsprüfung zu raten, ein Beratungsgespräch mit dem jeweiligen Studienberater eines Instituts zu vereinbaren. Zum einen zeigen BewerberInnen auf diese Weise erhöhtes Engagement. Zum anderen ergeben sich Details zur bevorstehenden Eignungsprüfung. Auch hier steigen die Chancen mit einem Sinken der Bewerberzahlen.

    Wie lange dauert der Studiengang Grundschullehramt?

    Die Regelstudienzeit beläuft sich auf insgesamt sieben Semester. Haben Sie ein die feststehenden, universitären Prüfungen bestanden und damit verbundenen Points beziehungsweise Scheine erworben, sind Sie für das erste Staatsexamen zugelassen. In dieser Prüfung stellt sich die fachliche Eignung heraus. Im Rahmen der ersten Lehramtsprüfung fließen zu sechzig Prozent die erste Staatsprüfung und zu vierzig Prozent die Leistungen und Bewertungen aus den einzelnen Modulen in die Abschlussbewertung mit ein. Sie haben die Chance, eine Prüfung bis zu zwei Mal zu wiederholen, bevor es zu einem Ausschluss und der damit verbundenen Exmatrikulation kommt.

    Gilt die Prüfung als bestanden, geht es in die Vorbereitungszeit. Diese dauert nochmals zwei Jahre und wird als Referendariat bezeichnet. Nach dieser Phase wartet die zweite Staatsprüfung auf den frischgebackenen Lehrer. Als allgemeiner Studienbeginn gilt bundesweit für alle Institute für Grundschulpädagogik das Wintersemester.

    Wo kann ich Grundschullehramt studieren?

    Sie haben die Möglichkeit, je nach Eignung und NC (Numerus clausus) in jedem Bundesland Grundschullehramt zu studieren. Zu beachten sind die spezifischen Voraussetzungen der unterschiedlichen Universität - von Rostock, über Hamburg, Berlin bis hin zu Frankfurt nach Stuttgart und München. Dabei regeln die Länder die einzelnen Zulassungsvoraussetzungen und die Inhalte des Studiums, denn Bildung und Schulsystem bleiben in Deutschland nicht Bund-, sondern Ländersache. Beachten Sie, dass ein abgeschlossenes Studium einen BewerberIn noch nicht qualifiziert, um an Grundschulen zu arbeiten. Erst mit dem Masterabschluss gelten Sie als vollwertiger Lehrer. Vorab ist der Einstieg in die Verwaltung, in Verlage wie auch in den außerschulischen Bereich möglich. Die Zulassungsvoraussetzungen der einzelnen Bundesländer gelten als streng und sind unumgänglich. Steigen Sie in den privaten Schulbetrieb ein, gilt ein ähnlicher Studienabschluss in verwandten Studienfächern, wie der Mathematik, der Germanistik oder der in der Anglistik, als zulässig. Wobei auch hier von Fall zu Fall entschieden wird. Wechselt der BewerberIn das Bundesland, muss eine Zulassung erneut beim zuständigen Kultusministerium beantragt werden.

    Wie viel kostet ein Grundschullehramt-Studium?

    Der Einstieg in ein Studium für Grundschullehramt stellt einen markanten Einschnitt in das bisherige Leben dar und ist mit einer Umstellung der eigenen Lebensumstände verbunden. StudentInnen ziehen aus der elterlichen Wohnung oder dem Haus der Eltern aus und planen das zukünftige Leben in WG und Wohnheim. Mit dem Einstieg in ein eigenverantwortliches Leben steigen die Kosten für den Lebensunterhalt, die Wohnung sowie für Versicherungen, Fahrtkosten und Studienmaterial. Hinzu kommen die Studiengebühren und Semestergebühren der jeweiligen Universität - für viele Studienanfänger eine finanzielle Hürde, die erst einmal unüberwindbar erscheint.

    Die Lösung ist ein vorsorglicher Finanzplan für den gesamten Studienverlauf. Eine Checkliste setzt sich aus den einzelnen Kostenpunkte zusammen, zu diesen gehören mitunter:

    • Mietkosten,
    • Heizkosten und Stromgebühren,
    • Versicherungen,
    • Fahrtkosten (öffentliche Verkehrsmittel),
    • privater Lebensunterhalt (Lebensmittel und Getränke wie auch Pflegeprodukte),
    • Studien- und Semestergebühren sowie
    • Bücher und Studienmittel.

    Wurde für jeden Bereich einen Betrag ermittelt, ergibt die Summe derer die monatlichen Fixkosten. In den meisten Fällen lassen sich diese Nebenkosten nicht über das Kindergeld und den Zuschuss der Eltern deckeln. Es ist an der Zeit, um sich notwendigerweise Gedanken über eine Finanzierung zu machen.

    Ein Nebenjob stellt eine gute Chance dar, für die monatlichen Unkosten aufzukommen. Doch verlängert dieser im gleichen Zuge das Studium künstlich, da ein Job Energie und Zeit für das eigentliche Studium nimmt und den Fokus auf andere Bereiche lenkt.

    Das Bundesausbildungsförderungsgesetz übernimmt die Planung und Finanzierung für viele Studierende in ganz Deutschland. Nach den geltenden Angaben des Bafögs sollen Menschen, die finanziell von Hause aus nicht die Chance auf ein weiterführendes Studium haben, finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, um einen höheren Bildungsabschluss zu erlangen. Die damit verbundene Gesetzgebung ist äußerst komplex und bildet in der Antragsstellung einige Schwierigkeiten. Als grundlegende Voraussetzung gelten das Studium an einer zugelassenen Hochschule und eine Alterspanne bis circa 30 Jahre. Achtung: Die Zweitausbildung kann nur zum Teil finanziell bezuschusst werden. Stellen StudentInnen schon nach kurzer Zeit fest, dass sie sich für den falschen Studiengang entschieden haben, ist es ratsam, noch vor dem dritten Fachsemester zu wechseln, denn dies wird kaum einen Einfluss auf die Förderung nach den Regelungen des Bafögs haben.

    Im Allgemeinen stellt das zuständige Amt den allgemeinen Bedarf und die Berechtigung für den Bafög-Bezug fest. Nach dem Ausfüllen eines mehrseitigen Antrags, wird dieser fristgerecht mit den notwendigen Formularen eingereicht. Nach den ersten vier Semestern wird das Bafög-Amt von jedem seiner StudentInnen einen Studiennachweis in Form der erworbenen Scheine verlangen. Kommt es zu Verzögerungen im Studium, gilt das monatliche Bafög als gefährdet. Nach Beendigung des Studiums setzen sich Lehrer meist mit der Frage der Rückzahlung auseinander: Bafög gilt zur Hälfte als Zuschuss. Die andere Hälfte sollte mit Eintritt in das Berufsleben zurückgezahlt werden. Hat ein StudentIn kein Anrecht auf Bafög, tritt eine zweite Möglichkeit der Finanzierung ein: der Studienkredit.

    Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für ein Lehramt-Studium?

    Neben dem Kindergeld haben einige Studenten die Möglichkeit im Rahmen eines Stipendiums eine Förderung zu erhalten. Es handelt sich hierbei zumeist um private Stidpendienprogramme, die durch Sponsoren gestützt werden und an besondere Fähigkeiten oder an ein soziales Engagement zu Schulzeiten gebunden sind. Die Bundesregierung hat erkannt, das Bafög zumeist nicht zur vollständigen Finanzierung des eigenen Studiums reicht, so setzte das Land im Jahre 2005 den Studienkredit ein. In Bezug auf ein Bachelor-Studium können StudentInnen ab dem dritten Fachsemester mit der Vorlage der notwendigen Scheine eine finanzielle Unterstützung von 100 bis hin zu 300 Euro im Monat als Zuschuss beantragen. Dieser Kredit wird über zwei Jahre oder alternativ als Einmalzahlung gezahlt. Im Gegensatz zum Bafög spielen die eigenen Vermögensverhältnisse oder die der Eltern keine Rolle. Neigt sich das Studium seinem Ende und ist der Geldbeutel leer, springt das Studentenwerk ein. Die Angebote der studentischen Darlehenskassen weichen voneinander ab und können ebenso als Überbrückung genutzt werden, wenn Sie auf das Bafög für das neue Semester warten.

    Mit dem Jahr 2005 haben sich die privaten Studienkredite in Deutschland durchsetzen können und gaben fortan Studierenden die Möglichkeit, außerhalb der universitären Ämter einen Studienkredit zu beantragen. Diese Studienkredite werden in der Regel nicht im Ganzen, sondern monatlich auf das Girokonto überwiesen. Das jeweilige Darlehen wird für den täglichen Lebensunterhalt eingesetzt. Die einstigen Angebote der Studienkredite um 2005 wurden im Zuge der letzten Jahre durch die KfW Studienkredite ersetzt. Ähnlich wie im Fall des Bafögs läuft die Rückzahlung einige Monate nach der Beendigung oder des Abbruches eines Studiums an. Die jeweiligen Kreditsätze und die Rückzahlungen wie auch die Höhe der Kredite sind von der Bank, einer Hochschule und den eigenen persönlichen Voraussetzungen abhängig.

    Was verdienen Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer?

    LehrerIn sein lohnt sich: Pünktlich Feierabend bei vollem Lohnausgleich. So lautet die allgemeine Meinung zum Lehramtsberuf. Doch wird man diesem Anspruch auch im Grundschulbereich gerecht? Der sichere und lohnenswerte Verdienst steht in direkter Abhängigkeit zur Verbeamtung, die ungefähr zwei Drittel aller jungen Lehrer mit Einstieg in das Grundschullehramt-Studium anstreben.

    Alle Lehrer, die in den staatlichen Schuldienst eintreten, nehmen die Entlohnung nach Bundes- oder Landes-Besoldungsordnung oder nach dem jeweiligen öffentlichen Tarifvertrag entgegen. Nach den ersten fünf Berufsjahren ist mit einem Anstieg dieser Besoldung zu rechnen. Danach mit einem Anstieg alle zwei Jahre. Nach dem 10. Berufsjahr steigt das Gehalt im 4-Jahres-Rhythmus. Die Gehälter der Beamten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und klaffen in der Praxis weit auseinander. Der Grundschulreferendar hat in der Regel ein monatliches Gehalt von 992 Euro zu erwarten. Der verbeamtete Grundschullehrer kommt jeden Monat auf 2560 Euro. Beim Bund erhält ein Grundschullehrer als Angestellter im Durchschnitt 2430 Euro und beim Land nach BAT angestellt 2135 Euro.

    Das Ansehen des Berufs der Grundschullehrer/Grundschullehrerin in unserer Gesellschaft

    Die Nachfrage nach LehrerInnen im Grundschulbereich steigt. Jedoch hängen die persönlichen Chancen von der jeweiligen Fächerkombination ab. Gerade die gängigen Fächer treten häufig auf. In diesem Zusammenhang besteht die Gefahr des Überangebots, denn Sie müssen sich gegen eine stärkere Konkurrenz beweisen. Wählen Sie eines der Mangelfächer, werden Sie auch nach abgeschlossenem Studium, schnell eine Schule und einen Arbeitsplatz finden. Der jeweilige Bedarf an LehrerInnen ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und steht einem Interessenten sowie einer Interessentin jedes Jahr in Form einer statistischen Auswertung zur Verfügung.

    Nach dem Studium: Das Referendariat für Grundschullehrer/innen

    Das Referendariat ist allen Studiengängen gleich und stellt den jeweiligen Vorbereitungsdienst an den allgemeinbildenden Schulen dar. Auch wenn die Berufswelt dazu neigt, alle Anwärter auf eine angestrebte Laufbahn als Referendare zu bezeichnen, sind es nur die, die einen höheren Dienst anstreben. Bei den Beamtenreferendaren hat sich der Begriff des Studienreferendars durchgesetzt. Im Allgemeinen läutet das Referendariat die zweite Phase des Grundschullehramtsstudiums ein. Nach dem Bestehen des ersten Staatsexamens sind junge LehrerInnen dazu berechtigt, das erworbene theoretische Grundgerüst in der Praxis anzuwenden.

    Unter dem täglichen Stress des Schultags gilt es, sich fortan in der Planung und im Bezug auf das eigenverantwortliche Handeln zu bewähren. Neben den zwei Fächern muss sich ein ReferendarIn in der Pädagogik beweisen und wird während des Referendariats von einem erfahrenen Betreuer/Ausbilder begleitet. Von der Planung und der Umsetzung im Unterricht wird abhängig gemacht, ob der Schüler und wie viel er gelernt hat.

    Die allgemeine Dauer der Referendariatszeit lässt sich auf zwei Jahre festsetzen. Die Bundesländer Sachen, Hessen, Niedersachen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bilden in diesem Zusammenhang eine Ausnahme. Hier dauert das Referendariat nur 12 bis 18 Monate. Dies ist auf eine höhere Anzahl der Praktikumsstunden in der ersten Phase der Lehrerausbildung zurückzuführen. Das Referendariat setzt sich aus dem eigenen Unterricht und der selbstständigen Vorbereitung, aus Proseminaren, die zum Teil an der Universität absolviert werden sowie aus Hospitationsstunden zusammen. Letzteres nimmt Bezug auf Unterrichtsstunden, die ReferendarInnen bei einem anderen Fachlehrer verbringen. In dieser anfänglichen Phase der Beobachtung entsteht ein Bild von der praktischen Umsetzung der Lehrpläne. In Niedersachsen und in Schleswig-Holstein verzichten die Schulen auf die Hospitation und fordern mit Beginn des Referendariats den Eintritt in die selbstständige Lehrtätigkeit. Der Umfang der eigenverantwortlichen Unterrichtsstunden pendelt zwischen neun bis 12 Wochenstunden. Hinzu kommen 20 Stunden, in denen Sie einen Lehrer begleiten. Geben Sie Unterricht in Eigenverantwortung, wird dieser zeitweise von einem Mentor besucht, um dem Referendar Kritiken, Reserven und Hilfestellungen an die Hand zu geben.

    Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer?

    Der jeweilige Lehrerbedarf wird von Bundesland zu Bundesland spezifisch festgesetzt und jährlich bewertet. Ferner hat das Kultusministerium eine Tendenz zur Entwicklung des Lehrermarktes im Juni 2013 herausgebracht. Noch im Jahr 2011 waren knapp 800.000 Menschen hauptberuflich als Lehrer und Lehrerin tätig. Innerhalb der statistischen Erhebungen konnte für den Zeitraum von 2012 bis zu 2025 ein jährliches Überangebot von 7600 Lehrern jedes Jahr ermittelt werden. Diese Zahlen wurden an einem Überangebot an Bewerbern im Jahr 2012 berechnet.

    Im Gegensatz dazu herrscht im Bereich des Grundschullehramts ein bundesweit ausgeblichenes Verhältnis. Bis 2015 geht man innerhalb von Deutschland sogar von einer Unterdeckung aus. Während in den ostdeutschen Bundesländern jedes Jahr 200 Lehrer und Lehrerinnen fehlen, herrscht in den westdeutschen Bundesländern eine Überdeckung von 1.100 Lehrern jedes Jahr. Es ist empfehlenswert, in den nächsten Jahren mit einem Einstieg in das Grundschullehramt zu beginnen, eines der Mangelfächer, wie zum Beispiel Musik, Kunst oder auch Religion in der Kombination zu wählen und in sich bundesweit zu bewerben.

    Geschichte und Herkunft

    Die Grundschule trat erstmals 1920 im Reichsgrundgesetz in Erscheinung und stellt zugleich den verpflichtenden Start der Schullaufbahn jedes Kindes dar. Vor dieser gesetzlichen Regelung entfielen die vorbereitenden Klassenstufen eins bis vier, die heute als Basis für die weiterführenden Schulen gelten. Mit den 60er Jahren trat die Grundschule an die Stelle der Volksschule, die im Gegensatz zum Kindergarten als verpflichtend gilt. Das Grundschullehramt bereitet im Zuge einer Zwei-Phasen-Ausbildung auf die Herausforderungen des täglichen Schulalltags vor und stattet angehende Lehrer mit pädagogisch didaktischen Qualifikationen aus, um die sieben- bis zwölfjährigen Schüler optimal auf die weiterführende Klassenstufe vorzubereiten.