Agrarbiologie studieren

Die wachsende Weltbevölkerung und der damit einhergehende steigende Bedarf an hochqualitativen Lebensmitteln machen es erforderlich, die Landwirtschaft durch Innovationen und die Optimierung bestehender Prozesse an die erhöhten Anforderungen anzupassen. Gleichzeitig gilt es aber auch, natürliche Ressourcen zu erhalten und die Umwelt zu sichern. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurde das Studium der Agrarbiologie geschaffen. Es verknüpft die Bereiche Agrarwissenschaften und Biologie miteinander und untersucht die biologischen Grundlagen, die der Erzeugung von Lebensmitteln für den Menschen, aber auch für Tiere, zugrunde liegen. Dieser noch junge Studiengang bringt Experten hervor, die die Qualität in der landwirtschaftlichen Erzeugung sicherstellen.

Inhalte des Studiengangs Agrarbiologie

Das Studium der Agrarbiologie gliedert sich gewöhnlich in drei Abschnitte. Das erste Jahr dient den Studenten dazu, eine breite Wissensbasis in den Bereichen Agrarwissenschaften, Ökologie, Statistik, Naturwissenschaften und Mathematik zu erwerben. Tiefer ins Detail gehen die Vorlesungen im zweiten Studienjahr. Nun stehen Themen wie diese auf dem Lehrplan:

  • Biochemie der Ernährung
  • Tierhaltung
  • Tiergenetik
  • Bodenwissenschaften

Zudem dient das zweite Semester meist auch der Vertiefung des erworbenen Wissens in der Praxis. Agrarbiologische Projekte, freiwillige Praktika und Exkursionen vervollständigen das Studium.

Ehe die Studierenden letzten Endes ihre Bachelorthesis anfertigen, erhalten sie Gelegenheit, sich zu spezialisieren. Die meisten Hochschulen bieten hierfür eine reichhaltige Auswahl an Modulen an, die den Studenten und Studentinnen eine breit gefächerte Individualisierungsmöglichkeit ermöglicht. Typische Spezialisierungen sind beispielsweise:

  • Elemente der Tierzüchtung
  • Pflanzenzüchtung und Saatgutkunde
  • Produktionsökologie
  • Umwelt- und Tierhygiene
  • Tierschutz in der Nutztierhaltung
  • Landschaftsökologie und Landschaftsplanung
  • Böden als Pflanzenstandorte
  • Analytische Biochemie

Berufsperspektiven mit einem Agrarbiologie-Studium

Agrarbiologen und Agrarbiologinnen können nach ihrem Studium in unterschiedlichsten Berufsfeldern tätig werden. Sie arbeiten für die Agrar- und Ernährungsindustrie, engagieren sich für den Natur- und Umweltschutz oder forschen in Laboren in Hinblick auf biotechnologische, mikrobiologische oder diagnostische Themenstellungen. Der Studiengang Agrarbiologie ist die ideale Basis für eine Fachkarriere als Spezialist, da er einen hohen Forschungsanteil erhält. Streben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine Führungskarriere an, sollten sie ein aufbauendes Master-Programm, am besten mit einschlägiger Ausrichtung, belegen. Für eine weiterführende Karriere in der Forschung setzen viele Arbeitgeber die Promotion voraus.

Zu den typischen Arbeitgebern gehören:

  • Umwelt- und Agrarbehörden
  • Unternehmen, die Futtermittel, Tiere oder Pflanzen züchten
  • landwirtschaftliche Großbetriebe
  • Labors
  • Universitäten und Forschungseinrichtungen
  • Unternehmensberatung
  • Vertrieb
  • Landschaftsplanung
  • Umwelt- und Verbraucherschutz
  • chemisch-pharmazeutische Industrie

Agrarbiologen und Agrarbiologinnen gehen überwiegend einer Tätigkeit mit geregelten Arbeitszeiten und einem angenehmen Arbeitsumfeld nach. Sie arbeiten häufig eigenverantwortlich, stimmen sich gleichzeitig aber auch mit anderen Forschern ab. Neben Labors und Versuchsräumen finden sich ihre Arbeitsplätze auch in Büros. Je nach Arbeitgeber kommt auch eine partielle Arbeit im Freien in Frage.

Die Absolventen und Absolventinnen dieses Studiengangs erfreuen sich guter Verdienstchancen. Im öffentlichen Dienst ist je nach Eingruppierung ein Jahresentgelt zwischen 39.000 und 52.000 Euro möglich. In einem ähnlichen Bereich liegen auch die Vergütungen in der Industrie und Forschung. Der Tarifbereich chemische Industrie Bayern sieht beispielsweise ein Jahreseinkommen von 39.000 bis 47.000 Euro vor.

Für wen ist das Studium Agrarbiologie geeignet?

Das Studium der Agrarbiologie eignet sich für Studierende, die ein hohes Interesse an chemischen Prozessen und physikalischen Vorgängen mitbringen und sich zur naturwissenschaftlichen und forschungsorientierten Arbeit hingezogen fühlen. Wer nicht gerne im Freien arbeitet und die konzentrierte und strukturierte Denkarbeit im Labor nicht schätzt, wird mit dem Beruf des Agrarbiologen wahrscheinlich nicht glücklich. Für ein Studium dieser Fachrichtung sind die folgenden Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sinnvoll:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • selbstständiges Arbeit
  • Fähigkeit zur Arbeit im Team
  • systematisches Arbeiten
  • Aufgeschlossenheit gegenüber technischen Innovationen
  • gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
  • Geschicklichkeit
  • technisches Verständnis
  • erfahrener Umgang mit PC-Anwendungssoftware

Wo kann ich Agrarbiologie studieren?

Da es sich noch um eine junge Disziplin handelt, gibt es bisher nur wenige Hochschulen in Deutschland, an denen man Agrarbiologie studieren kann. Daneben besteht an zahlreichen Universitäten die Möglichkeit, andere Studiengänge mit einer Spezialisierung auf Agrarbiologie zu studieren.