Heilpraktiker

Fernstudium Heilpraktiker

Neben Ärzten und Ärztinnen sind Heilpraktiker/innen die einzigen Personen, die in Deutschland Heilkunde betreiben dürfen. Während Ärzte und Ärztinnen ihre Patienten und Patientinnen überwiegend schulmedizinisch betreuen, nutzen Heilprakter/innen die Kräfte der Natur in Form von nebenwirkungsfreien, ganzheitlichen Heilmitteln und Methoden, beugen körperlichen Beschwerden mit gesunder Ernährung, Stressabbau und Bewegung vor und aktivieren die Selbstheilungskräfte. Den Beruf des Heilpraktikers/der Heilpraktikerin kann hierzulande jeder ergreifen, der über eine gültige Aufenthaltserlaubnis verfügt, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis besitzt und keine berufsbehindernden Erkrankungen hat. Es ist weder ein höherer Schulabschluss noch eine langjährige Hochschulausbildung nötig. Ein nicht-akademisches Fernstudium empfiehlt sich daher für jeden Mann und jede Frau, der/die seinen Lebenssinn im Dienst kranker Mitmenschen sieht.

Berufsaussichten als Heilpraktiker/in

In den letzten Jahren hat sich der Beruf des Heilpraktikers/der Heilpraktikerin zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Schulmedizin entwickelt. Das liegt nicht zuletzt am neuen Gesundheitsbewusstsein breiter Bevölkerungsschichten, die sich heutzutage oft erst an eine/n Alternativmediziner/in wenden, bevor sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Ein weiterer Grund ist die zunehmende Bereitschaft der Krankenkassen, sich an den Kosten alternativer Heilmethoden zu beteiligen. Auch in Hinblick auf die steigende Lebenserwartung und des immer höheren Lebensalters vieler Menschen kann sich eine Heilpraktikerausbildung durchaus lohnen.

Heilpraktiker/innen können selbstständig arbeiten und sich eine eigene Praxis mit dazugehörigem Kundenstamm aufbauen. Sie können aber auch als Angestellte in physiotherapeutischen Praxen oder in Gesundheits- und Rehabilitationszentren tätig werden. Auch viele Ärzte und Ärztinnen haben mittlerweile erkannt, dass die Schulmedizin nicht die einzig wahre Möglichkeit ist, Krankheiten zu behandeln, und setzen Heilpraktiker/innen in ihren Praxen ein.

Gehalt

Eine pauschale Aussage zum Gehalt von Heilpraktikern und Heilpraktikerinnen ist kaum möglich, da die meisten Angehörigen dieser Berufsgruppe selbstständig sind und ihre Honorare selbst festlegen. Wer eine eigene Praxis eröffnen möchte, muss außerdem zunächst einmal Geld für Mobiliar und diverse Gerätschaften investieren. Das Einstiegsgehalt liegt bei 1.400 bis 2.000 Euro, das Durchschnittsgehalt bei rund 2.500 Euro im Monat. Leider ist es in dieser Sparte immer noch so, dass Heilpraktikerinnen bei gleicher Arbeitszeit und Leistung mit circa 2.200 Euro monatlich deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, die es auf etwa 2.900 Euro bringen.

Berufsbild und Arbeitsgestaltung

Heilpraktiker/innen sehen Erkrankungen als körperliche Manifestation von Störungen innerhalb des physischen und psychischen Gesamtsystems eines Menschen. Sie setzen bei ihrer Arbeit vor allem auf naturheilkundliche und/oder alternativmedizinische Methoden. Ihre Befugnisse sind durch Richtlinien und Gesetze gegenüber denen des Arztes eingeschränkt. Sie dürfen beispielsweise keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen, keine unter das Infektionsschutzgesetz fallenden Infektionskrankheiten behandeln und keine Geburtshilfe leisten.

Allergien wie Heuschnupfen therapieren Heilpraktiker/innen häufig mit homöopathischen Mitteln. Bei Erkältungen und grippalen Infekten setzen sie nicht selten auf die Kraft von Edelsteinen. Zur Leistungssteigerung von Sportlerinnen und Sportlern bringen Sie Sauerstoff- und Ozonbehandlungen zur Anwendung. Bevor sie sich für ein therapeutisches Verfahren aus ihrem Behandlungsspektrum entscheiden, prüfen sie zunächst genau, ob es sich für den/die jeweilige Patienten/Patientin eignet.

Um ihre Kunden optimal betreuen zu können, nehmen sie sich viel Zeit für die Anamnese, hören aufmerksam zu und untersuchen die Ratsuchenden gründlich auf Krankheitszeichen, Auffälligkeiten und Verhaltensweisen. Aus den daraus resultierenden Erkenntnissen und Wahrnehmungen schließen sie auf mögliche Störungen. Sie beziehen zwar die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien in Ihre Tätigkeit ein, integrieren aber auch alternative Untersuchungs- und Therapieansätze, die sich bislang noch nicht wissenschaftlich erklären lassen.

Da im Sinne der ganzheitlichen Sicht auf den Menschen die gesonderte Behandlung von Krankheitsbildern und Symptomen nicht genügt, halten Heilpraktiker/innen ihre Patienten/Patientinnen zu einer gesunden Lebensführung an. Wirken die natürlichen Selbstheilungskräfte noch nicht oder nicht mehr, setzen sie beispielsweise Mittel der Naturheilkunde ein, um den Betroffenen Linderung zu verschaffen. Sie verordnen rezeptfreie Medikamente oder verabreichen Injektionen, Bestrahlungen oder Inhalationen. Die Akupunktur kann ebenso zu den von ihren präferierten Heilverfahren gehören wie die traditionelle chinesische Medizin oder die Balneo- oder Hydrotherapie.

Heilpraktiker/innen arbeiten größtenteils in Praxis- und Therapieräumen. Gelegentlich machen sie auch Hausbesuche. Bei Diagnoseverfahren und therapeutischen Maßnahmen haben sie zum Teil engen Körperkontakt zu ihren Patienten und Patientinnen.

Inhalte und Ablauf des Fernlehrgangs

Mit einem nicht-akademischen Fernstudium besteht die Möglichkeit, eine Heilpraktikerausbildung parallel zum Beruf zu absolvieren. Neben medizinischen Grundlagen wie Anatomie, Physiologie und Pathologie stehen Krankheitslehre, Diagnostik und Anamnese auf dem Programm. Ebenso gehören Naturheilverfahren, Arzneimittellehre sowie Hygiene und Infektionskunde zu den Lehrgangsinhalten. Darüber hinaus steht üblicherweise auch Gesetzeskunde auf dem Lehrplan, um den angehenden Heilpraktiker/innen zu vermitteln, wo die Grenzen ihrer Tätigkeit liegen und welche Erkrankungen sie nicht behandeln dürfen.

Die meisten Fernschulen versenden die Schulungsunterlagen per Post oder stellen sie per Online-Campus digital zur Verfügung. Praxis- und Präsenzseminare sind zwar nicht verpflichtend, aber in Hinblick auf das darin zusätzlich vermittelte Wissen in jedem Fall empfehlenswert. Am Ende der Ausbildung findet üblicherweise eine institutsinterne Prüfung statt. Wer diese erfolgreich absolviert, kann sich zur amtsärztlichen Überprüfung beim Gesundheitsamt anmelden.

Zugangsvoraussetzungen

Heilpraktiker-Fernstudiengänge eignen sich sowohl für Interessenten mit medizinischen Vorkenntnissen als auch für medizinische Laien. Die formellen Voraussetzungen für den Einstieg in die Weiterbildung regelt das Heilpraktikergesetz. Für die Zulassung zur Heilpraktikerprüfung sind neben dem Hauptschul- oder einem höheren Abschluss ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis erforderlich. Außerdem ist ein Mindestalter von 25 Jahren vorgeschrieben. Vorkenntnisse und Berufserfahrungen sind für die Aufnahme des Fernstudiums nicht erforderlich, können aber die Studiendauer verkürzen.

Da die Heilpraktikerausbildung per Fernlehre nicht ganz einfach ist, empfiehlt sich eine große Portion Motivationsfähigkeit und Disziplin. Naturwissenschaftliche Kenntnisse in Biologie, Chemie und Physik erleichtern den Einstieg in die Ausbildung. Vorteilhaft ist außerdem ein erweitertes Interesse an Gesundheit und Medizin. Eher hinderlich sind die Abneigung gegen Blut und Spritzen sowie die Scheu im Umgang und im Berühren anderer Menschen.

Kosten eines Fernstudiums

Ein Fernstudium zum/zur Heilpraktiker/in kostet zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Viele Fernschulen bieten die Möglichkeit, einen gebührenfreien Probemonat zu absolvieren.

Mögliche Abschlüsse

Die meisten Anbieter stellen den Teilnehmern/Teilnehmerinnen zum Abschluss der Ausbildung einen Teilnahmenachweis aus. Zudem ist in der Regel ein institutsinterner Test zur Vorbereitung auf die Heilpraktikerprüfung zu absolvieren. Nur wer diese amtsärztliche Prüfung durch das zuständige Gesundheitsamt besteht, darf sich fortan Heilpraktiker/in nennen und eigenständig in diesem Beruf tätig sein.