Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen

Fernstudium Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen IHK

Das Gesundheits- und Sozialwesen unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Insbesondere vor dem Hintergrund immer knapperer öffentlicher Gelder werden in dieser Branche Fachleute benötigt, die fähig sind, die Geschäftsprozesse in den zugehörigen Organisationen und Einrichtungen effektiv und effizient zu organisieren und zu steuern. Entsprechende Weiterbildungen vermitteln den Teilnehmern und Teilnehmerinnen umfassende Kenntnisse zu allen erdenklichen Aufgabengebieten in diesem Bereich. Die Prüfung und Realisierung betrieblicher Prozesse und Projekte werden ebenso thematisiert wie die Personalentwicklung, Marketingmaßnahmen und das Qualitätsmanagement. Nicht-akademische Fernstudiengänge zum/zur Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen IHK richten sich insbesondere an Interessenten und Interessentinnen, die eine leitende Funktion in diesem Fachgebiet übernehmen und sich für die steigenden Anforderungen in dieser Branche qualifizieren möchten.

Berufsaussichten als Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen IHK

Da die Bevölkerung immer älter wird, wächst der Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen stetig an. Dadurch eröffnet sich angehenden Fachwirten und Fachwirtinnen breit gefächertes Aufgabengebiete und optimale Einstiegsmöglichkeiten in dieser krisensicheren Branche. Sie können beispielsweise in Bereichen wie Finanzierung, Controlling, Personalwesen oder Organisation tätig sein, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit oder im Sozialmarketing aktiv werden.

Gehalt

Fachwirte und Fachwirtinnen im Gesundheits- und Sozialwesen IHK verdienen durchschnittlich rund 3.000 Euro brutto im Monat. Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. In Städten wie München und Hamburg sind die Gehälter wesentlich höher als beispielsweise in Sachsen oder Thüringen. Die Firmengröße spielt bei der Bemessung des Einkommens genauso eine Rolle wie die Berufserfahrung. Leider verdienen Frauen in diesem Fachbereich zum Teil immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. So liegt das Gehalt der Männer im Schnitt bei 2.800 Euro brutto im Monat, während Frauen sich mit rund 2.400 Euro begnügen müssen.

Berufsbild und Arbeitsgestaltung

Fachwirten und Fachwirtinnen im Gesundheits- und Sozialwesen obliegt das Entwickeln und Umsetzen von Strategien zu einer nachhaltigen Unternehmensführung. Sie erarbeiten Finanzierungspläne für Investitionsvorhaben, optimieren Arbeitsabläufe und Kommunikationsprozesse, versorgen die Geschäftsleitung mit Steuerungs- und Kontrollinformationen und führen Kostenrechnungen durch.

Um das Erreichen von Qualitätszielen sicherzustellen, realisieren sie Maßnahmen des Qualitätsmanagements, planen, organisieren und überwachen entsprechende Projekte und gewährleisten eine erfolgreiche Teamarbeit. Im Bereich der Personalwirtschaft sind sie für die Personalbeschaffung, die Personalführung und die Personalentwicklung und für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiter/innen zuständig. Sind sie im Sozial- und Gesundheitsmarketing tätig, benennen sie Marktziele auf Grundlage von Marktanalysen, entwickeln geeignete Konzepte und verwirklichen diese. Des Weiteren beschäftigen sie sich mit Fragestellungen der Gesundheits- und Sozialpolitik und der Sozialgesetzgebung und betreiben Öffentlichkeitsarbeit.

In erster Linie arbeiten Fachwirte und Fachwirtinnen im Gesundheits- und Sozialwesen in Büroräumen. Ihre Tätigkeit kann sie aber auch in Besprechungs- und Schulungsräume und im Rahmen des Außendienstes in Firmen, Behörden und Trägereinrichtungen führen. Als Teamleiter/innen unterweisen und motivieren sie Mitarbeiter/innen und koordinieren und optimieren deren Zusammenarbeit. Im Umgang mit Kunden/Kundinnen, Sponsoren/Sponsorinnen und Behördenvertretern und -vertreterinnen benötigen sie Kommunikationsstärke, Serviceorientiertheit und Verhandlungsgeschick.

Inhalte und Ablauf des Fernlehrgangs

Die Weiterbildungsinhalte gliedern sich in einen wirtschaftsbezogenen und einen handlungsspezifischen Teil. Beide Elemente müssen die Teilnehmer/innen erfolgreich absolvieren, um sich Fachwirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen IHK nennen zu dürfen. Der handlungsspezifische Abschnitt befasst sich mit Themenfeldern wie Gesundheitsökonomie, Sozialwissenschaften, Marketing im Gesundheitswesen, Management im Sozial- und Gesundheitswesen und spezifischen Rechtswissenschaften in diesem Fachgebiet. Im wirtschaftsspezifischen Teil liegt das Augenmerk auf der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, dem allgemeinen Rechnungswesen, der operativen Unternehmensführung sowie Recht und Steuern.

Fernstudiengänge zum/zur Fachwirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen sind üblicherweise auf 18 Monate angesetzt, allerdings ohne Weiteres auf 30 Monate verlängerbar. Wer rasch vorankommt, kann die Weiterbildung natürlich auch in kürzerer Zeit absolvieren. Die Lerninhalte werden anhand von Studienheften erarbeitet, die speziell auf die Anforderungen des Selbststudiums zugeschnitten sind. Das Lernen bei freier Zeiteinteilung eignet sich hervorragend für Menschen, die ihr Wissen berufsbegleitend erweitern und sich so neue berufliche Perspektiven schaffen möchten.

Bestandteil der Fernstudiengänge sind zwei verpflichtende Präsenzseminare zur Vorbereitung auf die IHK-Prüfung. Diese haben einen Gesamtumfang von circa 12 Tagen und finden am Standort der jeweiligen Fernschule statt. Die IHK-Prüfung umfasst die vier Themengebiete Gesundheits- und Sozialökonomie, rechtliche Bestimmungen im Gesundheits- und Sozialwesen, Marketing im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Management im Gesundheits- und Sozialwesen.

Zugangsvoraussetzungen

Für die Weiterbildung selbst gelten keine speziellen Zugangsvoraussetzungen. Allerdings werden zur anschließenden IHK-Prüfung nur Teilnehmer/innen zugelassen, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Sozial- und Gesundheitswesen und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung im gleichen Bereich, über eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem kaufmännischen Bereich und mindestens drei Jahre Berufserfahrung oder über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im Sozial- und Gesundheitswesen verfügen. Teilnehmen darf außerdem, wer keine dieser Voraussetzungen mitbringt, aber vergleichbare Kenntnisse auf andere Art und Weise belegen kann.

Ein Fernstudium zum/zur Fachwirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen IHK kostet nicht nur Zeit und Geld, sie erfordert auch eine große Portion Eigenmotivation, Organisationstalent und Disziplin. Gelernt wird hauptsächlich alleine. Daher ist eine selbstständige Arbeitsweise unabdingbar. Wer sich darauf einlässt, sollte Spaß am eigenständigen Finden von Lösungen haben und viel Ehrgeiz besitzen.

Kosten eines Fernstudiums

Der Preis für eine Weiterbildung per Fernkurs liegt zwischen 2.200 und 2.600 Euro. Hinzu kommen die Gebühren für die Anmeldung zur IHK-Prüfung in Höhe von 400 bis 500 Euro. Wer gewisse Voraussetzungen erfüllt, kann zur Finanzierung einen Bildungsgutschein oder Meister-BAföG in Anspruch nehmen. Außerdem bieten viele Fachschulen ein kostenloses vierwöchiges Probestudium an.

Mögliche Abschlüsse

Erfolgreiche Absolventen und Absolventinnen der IHK-Prüfung erhalten ein Berufszertifikat und dürfen fortan die Berufsbezeichnung „Geprüfte/r Fachwirt/in für Sozial- und Gesundheitswesen“ führen. Wer auf die Prüfung verzichtet oder diese nicht besteht, bekommt ein Zertifikat über die Teilnahme am Lehrgang von der jeweiligen Fernschule. Eine interessante Option für den weiteren beruflichen Aufstieg ist eine Fortbildung zum/zur Betriebswirt/in im Sozialwesen. Alternativ kommt auch ein akademischer Abschluss infrage, beispielsweise der Bachelor oder Master in Gesundheitsmanagement.