Das Geschichtsstudium – wirklich „verstaubt“?

Wer sich heute dazu entschließt, ein Studium im Bereich der Geschichtswissenschaften zu starten, wird manchmal ein wenig mitleidig beäugt. Die Frage „Hat dein Studium überhaupt eine Zukunft?“ scheint gerade hier präsent zu sein.

Ein wenig Recherche zeigt jedoch, dass gerade das Geschichtsstudium abwechslungsreicher und vielseitiger sein kann, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Auf seiner Basis stehen zudem unterschiedliche Berufsmöglichkeiten offen. Nicht jeder Historiker muss zwangsläufig eine Karriere als Lehrer oder Professor starten. Auch „neumodischere Berufe“ sind denkbar.

Bei der „Jagd“ auf den Traumberuf spielt natürlich auch das berühmte Quäntchen Glück eine entscheidende Rolle. Und dennoch: wer sich während seines Geschichtsstudiums spezialisiert, kann im Nachhinein zu einem begehrten Bewerber auf besondere Jobs werden.

(Fast) alles hat eine Geschichte!

Zugegeben: ein Geschichtsstudium kann – wie jeder andere Studiengang – langweilig sein. Umso wichtiger ist es, dass die Studenten sich Gedanken darüber machen, welche Bereiche auf sie besonders interessant wirken. Spätestens ab dem Master ist es hier möglich, seine besonderen Schwerpunkte zu legen und genau in den Bereichen zu forschen, die interessant erscheinen.

Der Vorteil des Geschichtsstudiums liegt hier zweifelsohne in dem breitgefächerten Themenbereich. Oder anders: so gut wie alles hat eine Geschichte! Wer sich beispielsweise für Ernährung begeistern kann, kann untersuchen, wie sich die Ernährungsgewohnheiten der Menschen im Laufe der Zeit verändert haben. Doch auch weitaus modernere Themen können während des Geschichtsstudiums aktuell werden.
Wie wäre es zum Beispiel mit einer Untersuchung der beliebtesten Freizeitaktivitäten der Menschen in einer bestimmten Region oder Altersgruppe? Wer sich für Online Casinos begeistern kann, hat sich zum Beispiel beim Lesen der Online Mr Green Erfahrungen sicherlich schon oft gefragt, wann der Boom rund um das Internetgaming startete.

Hierbei sollte jedoch nie vergessen werden, dass das jeweilige Thema – gerade dann, wenn ein derart aktueller Bezug nachgewiesen werden kann – immer mit dem betreuenden Dozenten abgesprochen werden sollte. Während sich manche Betreuer über moderne Akzente freuen, bevorzugen andere eher die klassische Variante der Abschlussarbeit. Gegebenenfalls macht es Sinn, seinen Betreuer zu wechseln, sofern sich das eigene Lieblings-Thema durch ein hohes Forschungspotenzial auszeichnet.

Chancen im Journalismus

Ein Aspekt, der sich im Laufe der letzten Jahre immer häufiger zeigt: viele Historiker fassen im Bereich Journalismus Fuß. Gerade hier sind ihre besonderen Ideen gefragt. Auch wenn es sich bei dem Spruch „Die Geschichte wiederholt sich.“ um ein immerwährendes Streitthema handelt, ziehen die ehemaligen Geschichtsstudenten (manchmal sogar unweigerlich) Rückschlüsse auf die Vergangenheit und bringen die entsprechenden Ereignisse mit der möglichen Zukunft in Verbindung. Hieraus ergeben sich oft interessante Denkansätze, die – auch für Außenstehende – leicht nachvollziehbar und angenehm zu lesen sind.

Egal, ob im Zusammenhang mit dem Schreiben einer Kolumne oder bei klassischen News: die Fertigkeiten des Historikers überzeugen in unterschiedlichen Bereichen und können dabei helfen, den „Blick über den Tellerrand“ zu erfassen. Vor allem im Zusammenhang mit einem Masterabschluss (oder gar einer Dissertation) könnten die besonderen Fähigkeiten eines Historikers dafür sorgen, dass dieser nicht allzu lange auf seinen Traumjob warten muss.

Ein besonderer Vorteil: die Recherchefähigkeiten eines Historikers

Historiker haben während ihres Studiums gelernt, zu recherchieren und unterschiedliche Arten von Quellen auszuwerten. Genau dieser Aspekt macht sie in verschiedenen Berufen zu beliebten Fachkräften. Auch vor Gericht kann es manchmal notwendig sein, auf die Fertigkeiten eines Geschichtswissenschaftlers zurückzugreifen.

Immerhin kann nicht nur zu klassisch-geschichtlichen Themen geforscht und recherchiert werden. Quellenauswertungen, Statistiken und Co. können dem ausgebildeten Historiker dabei helfen, seine Annahmen in Worte zu fassen.

Vor allem Unternehmen, die ihren Kunden tiefgreifende Einblicke in die Firmengeschichte ermöglichen möchten, sind heute auf die Arbeit kompetenter Historiker angewiesen. Im Idealfall ist ein Archiv vorhanden, in dessen Zusammenhang bereits viele Informationen vorhanden sind und welche nur noch ausgewertet werden müssen. Hier stellt der Historiker oft eine wichtige Schnittstelle zu anderen Abteilungen, wie zum Beispiel dem Marketing, dar. Die Geschichte eines Unternehmens ist oft auch eine tolle Möglichkeit, neue Kunden von sich und seinen Leistungen zu begeistern. Dementsprechend kann es sich lohnen, die eigenen Leistungen möglichst anschaulich und mit Hilfe eines Historikers darzustellen.

Qualifikationen: was braucht es für einen erfolgreichen Abschluss?

Die Regelungen, die mit Hinblick auf ein Geschichtsstudium und den berühmten „Numerus Clausus“ aktuell werden, sind nicht einheitlich. Während der Studiengang an manchen Hochschulen, wie zum Beispiel in Düsseldorf, nicht beschränkt ist, müssen die Abiturienten an anderen Orten einen Schnitt von circa 2.0 nachweisen. 

Doch unabhängig davon, wie streng oder locker sich die jeweiligen Zulassungsbeschränkungen gestalten, sollten Studenten der Geschichtswissenschaft mit Zahlen, Zusammenhängen und Namen sicher umgehen können. Weitere Voraussetzungen, wie zum Beispiel der Wille zum eigenständigen Lernen, gehören – wie in anderen Studiengängen – ebenfalls zu den klassischen „Must Haves“ zwischen Mensa und Hörsaal.

Gleichzeitig braucht es selbstverständlich auch ein grundlegendes Interesse an der Vergangenheit. Aber: dank der unterschiedlichen Spezialisierungsmöglichkeiten ist es sicherlich einfach, einen Themenbereich zu finden, der interessante Inhalte verspricht. Oder anders: nicht jeder Geschichtsstudent muss sich für das Alte Rom interessieren. Vielmehr bietet die Vergangenheit viele Anknüpfungsmöglichkeiten, um sich selbst zu verwirklichen und viele interessante Themenkomplexe auch anderen zugänglich machen zu können.

Bildquellen:

1.) pixabay.com/de/photos/erwachsener-laptop-computer-3052244/

2.) https://pixabay.com/de/photos/lesen-buch-m%C3%A4dchen-studieren-515531/