Studiengänge im Fachbereich Medizin studieren

Medizin studieren
Medizin studieren

Das Studium der Medizin ist eine der ältesten Lehren überhaupt. Schon in der Antike gaben Ärzte ihr Wissen an Schülerinnen und Schüler weiter. Bekannt ist aus dieser Zeit der noch heute gültige Eid des Hippokrates, der einen ethischen Grundsatz der Ärzteschaft bildet. Medizin ist eine klassische Heilkunde, die das Wissen um die Anatomie des Körpers, das Erkennen und Behandeln von Krankheiten und die Prävention in den Mittelpunkt stellt. Die Humanmedizin mit allen vielfältigen Ausrichtungen stellt nach wie vor einen wesentlichen Pfeiler im Fachbereich Medizin dar.

Was beinhaltet der Fachbereich Medizin?

Aus dem klassischen Medizinstudium entwickelten sich nach und nach spezialisierte Studiengänge wie zum Beispiel Aufbaustudiengänge für verschiedene Facharztrichtungen, Sanitätswesen und Rettungsmedizin sowie Studiengänge für traditionelle chinesische Heilkunde oder Kinesiologie.

Daneben sind auch Studiengänge wie molekulare Medizin, Biomedizin und Osteopathie Teil des Fachbereichs. Einige neue Studiengänge wirken fast etwas deplatziert, weil sie die Medizin nur zu streifen scheinen. Dazu zählen unter anderem:

  • Public Health (Gesundheitswissenschaften)
  • Medizintechnik
  • Krankenhaushygiene
  • E-Health (IT im Gesundheitswesen)

Die Ausrichtung ist dabei sehr heterogen. In vielen Fällen sind die Studiengänge interdisziplinär organisiert. Das bedeutet, es fließen Inhalte anderer Fachrichtungen wie Wirtschaftswissenschaften, Biologie und Technik mit ein. Das klassische Studium der Humanmedizin mit der Möglichkeit der Spezialisierung ist jedoch noch immer der bekannteste Studiengang im Fachbereich Medizin.

Welche Möglichkeiten gibt es, Studiengänge in Medizin zu absolvieren?

Jedes Jahr bewerben sich über 40.000 Interessierte allein auf einen Studiengang der Humanmedizin. Dabei fallen viele Bewerberinnen und Bewerber zwangsweise durch das Raster, denn es existieren nur ca. 9.000 Studienplätze. Diese vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung in einem zentralen Verfahren. Bei Studiengängen, die nur am Rande zum Fachbereich Medizingehören, sind die Vergabeverfahren der Studienplätze uneinheitlich geregelt.

Medizin ist ein Präsenzstudiengang

Die Studiengänge der Medizin sind klassische Präsenzstudiengänge. Das bedeutet, ein Fernstudium ist nicht möglich. Grund: Im Mittelpunkt der Ausbildung steht von Anfang an ein großer Anteil praktischer Übungen. Ebenso bieten die Hochschulen Medizin nicht als Duales Studium an, da die Studierenden zeitlich sehr stark eingebunden sind.

Duales Studium für Studiengänge im Fachbereich Medizin

Einige Hochschulen bieten Studiengänge aus dem Randbereich der Medizin als Duales Studium berufsbegleitend an. Zum Beispiel existieren solche Angebote für E-Health oder Public Health.

Fernstudiengänge im Fachbereich Medizin

Einzelne Hochschulen bieten sogar Fernstudiengänge im Fachbereich Medizin an. Dabei handelt es sich um Studiengänge wie beispielsweise Medizintechnik oder Krankenhaushygiene.

 

Für wen sind Studiengänge des Fachbereichs Medizin geeignet?

Schulabgängerinnen und –abgänger, die Humanmedizin oder einen alternativen Studiengang des Fachbereichs Medizin absolvieren möchten, benötigen mehr als nur ein gutes Abi oder das Bestehen von harten Studientests. Neben einem guten Abi, einem Stipendium oder Wartesemestern sollten Interessierte daher geeignete persönliche Voraussetzungen mitbringen. Dazu zählen:

  • Leidenschaft für Medizin und Gesundheitsthemen
  • große Bereitschaft zu langen und ungewohnten Arbeitszeiten
  • großes Engagement beim Lernen und Weiterbilden
  • Stressresistenz
  • Teamfähigkeit
  • unempfindliches Wesen
  • Einfühlungsvermögen

Studiengänge, die nur am Rande die Medizin streifen und eher auf wirtschaftliche und technische Zusammenhänge ausgerichtet sind, erfordern abweichende Soft-Skills. Diese hängen stark vom konkreten Studiengang ab. Für Medizinökonomie sind beispielsweise ein Sinn für Zahlen sowie das sorgfältig und akribische Arbeiten unabdingbar, beim Studiengang Epidemiologie sind Forscherdrang und der Blick für übergeordnete Zusammenhänge gefragt. So hat jeder Studiengang bestimmte Anforderungen an die Studentinnen und Studenten.

Entstehen besondere Kosten in den Medizin-Studiengängen?

Neben Studiengebühren, die ggf. in einigen Bundesländern anfallen können, sowie den Semesterbeiträgen müssen Studierende der Medizin nicht mit besonderen Kosten für den Studiengang rechnen. Die Fachliteratur ist zwar umfangreich und teuer, die Bibliotheken der Universitäten sind aber relativ gut ausgestattet. Die Kosten für benötigte persönliche ärztliche Instrumente, wie zum Beispiel ein Stethoskop, sind ebenfalls überschaubar. Ähnlich sieht es bei den weiteren Studiengängen im Fachbereich aus.

Eine Ausnahme ist zu beachten: Die Privat-Universität Witten/Herdecke verlangt Studiengebühren. Diese belaufen sich auf 41.000 Euro. Interessierte können diesen Betrag auf mehrere Arten (u. a. durch einen später rückzahlbaren Studienkredit) begleichen.

Was verdienen Medizinerinnen und Mediziner?

Medizinerinnen und Mediziner verdienen meistens sehr gut. Das Anfangsgehalt von angestellten Ärztinnen und Ärzten liegt bei ca. 4.000 Euro im Monat. Fachärztinnen und –ärzte verdienen bereits über 5.000 Euro im Monat. Hinzu kommen Zusatzzahlungen für Überstunden, Bereitschafts- und Wochenenddienste sowie Nachtarbeit. Bei einer soliden Karriere kann das Gehalt so schnell zu einem fünfstelligen Monatsbetrag anwachsen. Das Einkommen von selbstständigen Ärztinnen und Ärzten mit eigener Praxis oder Bettenbelegung hängt vom Budget, Standort und den Kosten wie Mitarbeiter und Miete ab.

Die Verdienstchancen von Absolventinnen und Absolventen anderer Studiengänge wie Medizintechnik, Physiotherapie oder Public Health weichen in der Regel nach unten ab. Hier zeigt sich jedoch ein sehr heterogenes Bild, das vom Arbeitgeber, der eigenen Qualifikation, der konkrete Tätigkeit und dem Standort abhängt. Entsprechend ist es möglich, dennoch ein sehr gutes Einkommen zu erzielen.

Das Ansehen des Berufs der Medizinerinnen und Mediziner in unserer Gesellschaft

Es existiert in Deutschland kaum eine Berufsgruppe, die angesehener ist als die der Ärztinnen und Ärzte. Die Tätigkeit der Ärzteschaft als Lebensretter, Helfer in Praxen vor Ort, als Spezialisten und Chirurgen ist gesellschaftlich als wichtig anerkannt. Eng verbunden damit sind gesellschaftlicher Rang, Respekt und Anerkennung. Auch wenn die Ärzteschaft durch Streiks, Skandale im Krankenhauswesen oder durch Budgetbetrug an Ansehen etwas verloren hat, hat sich daran grundsätzlich nichts geändert. Wer ein Medizinstudium erfolgreich abschließt, hat in den Augen vieler Menschen „etwas erreicht“.

Absolventinnen und Absolventen anderer Studiengänge im Fachbereich Medizin haben es dagegen schwerer. Denn häufig weiß der Durchschnittsdeutsche mit Begriffen wie Epidemiologie, Public Health oder Medizintechnik nicht viel anzufangen.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Absolventinnen und Absolventen eines Medizinstudiums?

Generell gilt: Der Medizinbereich ist nach wie vor ein boomender Wirtschaftszweig. Daher haben Absolventinnen und Absolventen von gesundheitswissenschaftlichen oder medizintechnischen Studiengängen eine wachsende Berufschance. Speziell bei Ärztinnen und Ärzten besteht sogar ein Mangel. Zwar gab es vor Jahren eine Ärzteschwemme und es kommt immer wieder zu Kürzungen im Krankenhaus- und Gesundheitsbereich, aber es besteht ein akuter Fachkräftemangel. Dieser ist so groß, dass Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland angelockt werden. Daher haben Studierende der Humanmedizin oder von angrenzenden spezialisierten Studiengängen auch abseits des wachsenden Bedarfs an niedergelassenen Ärzten auf dem Land sehr große Chancen am Arbeitsmarkt.

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