Studiengänge Gestaltung und Design studieren

Gestaltung und Design Studium
Gestaltung und Design Studium

Im Fachbereich Gestaltung und Design geht es stets darum, etwas zu entwerfen und zu gestalten. Dabei beziehen die Designer und Designerinnen nicht nur rein ästhetische Aspekte ein, sondern achten insbesondere auch darauf, dass der jeweilige Gegenstand einen hohen praktischen Wert hat. In diesem Bereich lassen sich zwei grundsätzliche Studienrichtungen unterscheiden, auf die sich die Studierenden früher oder später während ihres Studiums spezialisieren. Im Industrie- und Produktdesign dreht sich alles rund um verschiedenste Produkte für Endverbraucher und die Industrie. Hierzu gehören beispielsweise Möbelstücke, Mode, Verpackungen, Autos oder auch Produkte der Medizintechnik. Das Kommunikationsdesign hingegen hat die Gestaltung von Kommunikationsmitteln zum Zweck, wozu es beispielsweise gehört, Werbematerialien zu konzipieren, Websites aufzubauen oder Multimedia-Produkte zu gestalten. Basis des Studiums ist stets eine designtechnische Grundlagenausbildung. Später spezialisieren sich die Studierenden auf einen bestimmten Bereich, beispielsweise auf das Produkt-/Industrial Design, das Kommunikationsdesign, die Möbelgestaltung, das Grafikdesign oder die Innenarchitektur.

Der Begriff des Grafikdesigns ist seit Beginn der 1920er Jahre bekannt. Zuvor wurden die Aufgaben des Grafikers von Drucker und Schriftsetzern miterledigt. Bis heute haben sich Grafik und Design zu einem eigenständigen Studienbereich entwickelt, der bei den Abiturienten und Abiturientinnen sehr begehrt ist. Gewöhnlich gibt es ein Vielfaches mehr Bewerber / Bewerberinnen als Studienplätze.

Welche Möglichkeiten gibt es, Studiengänge im Fachbereich Gestaltung, Design zu absolvieren?

Es gibt in Deutschland etwa 40 Fachhochschulen und Universitäten, an denen man Studiengänge im Fachbereich Gestaltung und Design belegen kann. Zudem besteht die Möglichkeit, ein Fernstudium zu absolvieren. In dualen Studiengängen erwerben die Studierenden neben ihrem Bachelorabschluss auch einen IHK-Berufsabschluss, beispielsweise als Mediengestalter/in Digital und Print.

Der Fachbereich ist recht weit gegliedert. So finden sich hier weit über 130 verschiedene Studienangebote, beispielweise:

  • Industrial Design (Bachelor): Im Industriedesign-Studium liegt der Fokus auf der Gestaltung von Fahrzeugen, Möbeln, Maschinen oder Geräten für den Privathaushalt.
  • Exhibition Design (Master): Die Studierenden erforschen in diesem Masterstudiengang Kommunikationsstrategien und Design auf einer wissenschaftlichen Basis.
  • Mediale Räume (Master): Dieses Studienprogram wird als „Media Spaces“ häufig in einer englischsprachigen Variante angeboten. Die Studierenden werden darauf vorbereitet, verschiedene Ausdrucksformen zu analysieren, anzuwenden und für eigene Lösungen zu komplexen Problemstellungen zu nutzen.
  • Transportation Design (Bachelor): Die Studierenden erwerben in diesem Studiengang wertvolles Wissen, das sie für ihre Tätigkeit im Fahrzeugdesign benötigen. Sie arbeiten später insbesondere im Automobilsektor.
  • Conceptual Fashion Design (Master): Dieser Studiengang vermittelt aufbauend auf dem Bachelorstudium weiterführende Kenntnisse für die Modebranche, beispielsweise in Modulen wie Modefotografie, komplexes Gestalten, Modetheorie oder freier Siebdruck.

Für wen sind Studiengänge des Fachbereichs Gestaltung, Design geeignet?

Eine gehörige Portion Kreativität und die Bereitschaft, sich intensiv mit einem gestalterischen Thema auseinanderzusetzen sind Grundvoraussetzungen für ein Studium im Fachbereich Gestaltung und Design. Wer sich auf das Industriedesign spezialisieren möchte, tut gut daran, sich für technische Vorgänge zu interessieren und ein gutes Technikverständnis zu besitzen. Zudem sollten angehende Designer / Designerinnen in der Lage sein, unter Zeitdruck zu arbeiten und ihre Kreativität quasi „auf Knopfdruck“ abzurufen. Um an einer Designhochschule angenommen werden zu können, müssen die Studienbewerber / Studienbewerberinnen eine Mappe mit ihren bisherigen Arbeiten einreichen. Die meisten scheitern an dem großen Wettbewerb, der sich aus der Vielzahl an Bewerbern ergibt, denn auf einen Studienplatz kommen oft bis zu 20 Interessierte.

Entstehen besondere Kosten in den Gestaltung- und Design-Studiengängen?

Die Gesamtkosten für ein Studium im Bereich Gestaltung und Design setzen sich aus den Studiengebühren, den Lebenshaltungskosten und dem Studienmaterial  (z. B. Fachliteratur, Schreibmaterial) zusammen. Angehende Designer / Designerinnen sollten sich außerdem darauf einstellen, dass zusätzliche Kosten für die Anschaffung von Zeichenausrüstung und Software anfallen werden.

Wie viel verdient ein Designer / eine Designerin?

Das Einkommen von Designern / Designerinnen näher zu beziffern, ist aufgrund der Verschiedenartigkeit der Jobs nach dem Studium und der unterschiedlichen Voraussetzungen bei variierender Unternehmensgröße kaum möglich. Berufseinsteiger können sich auf ein Monatsgehalt von rund 1.500 bis 2.500 Euro einstellen. Mit steigender Berufserfahrung kann das Gehalt auf etwa 3.000 bis 4.000 Euro ansteigen. Noch größere Spannen sind möglich, wenn Designer / Designerinnen auf selbstständiger Basis arbeiten. Zwar werden hier teilweise recht hohe Tagessätze von etlichen hundert Euro aufgerufen, doch sind die wenigsten Freiberufler voll ausgelastet.

Das Ansehen des Designers / der Designerin in unserer Gesellschaft

Beim Berufsstand des Designers / der Designerin denken die meisten Menschen an exzentrische Stardesigner, die wallende Roben und höchst fragwürdige Haute Couture kreieren. Dass Designer / Designerinnen auch in den verschiedensten Unternehmen in der Produktentwicklung tätig sind, ist den meisten nicht bewusst.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Absolventen / Absolventinnen eines Gestaltung- und Design-Studiums?

Die Absolventen / Absolventinnen können für sehr unterschiedliche Branchen tätig werden. Produktdesigner arbeiten in der Produktentwicklung von produzierenden Unternehmen ebenso wie in Designbüros, die als Zulieferer fungieren, beispielsweise für die Automobilbranche. Kommunikationsdesigner sind in Werbeagenturen dafür zuständig, Werbekampagnen zu gestalten und Werbeprospekte zu designen. In den Marketingabteilungen von mittelständischen und großen Unternehmen pflegen sie die Unternehmenswebsite und kümmern sich um das Marketing.

Der Einstieg ist für die Absolventen / Absolventinnen allerdings nicht allzu einfach. Viele finden nicht auf Anhieb eine geeignete Festanstellung. Deshalb machen sie sich überdurchschnittlich oft selbstständig.

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