Theologie studieren

Der Fachbereich Theologie setzt sich mit der Erforschung von Glaubensinhalten auseinander. Dabei geht es in deutschen Studiengängen überwiegend um christliche Religionen, also die katholische und die evangelische Theologie. Inhaltlich untersuchen die Studierenden die Wurzeln und die Entwicklung der Religionen und erarbeiten den Stellenwert, den diese in der heutigen Zeit haben.

Die Theologie ist sehr häufig mit anderen Fachbereichen verknüpft. Die Inhalte lassen viele Parallelen zur Philosophie, Psychologie, Geschichtswissenschaft und Soziologie erkennen. Sehr häufig zielen die Studierenden auf eine Tätigkeit als Pfarrer oder als Lehrer ab. Es gibt aber darüber hinaus auch andere Berufsmöglichkeiten für Theologen.

Die theologischen Fakultäten Deutschlands blicken auf eine lange Tradition zurück. Viele bestehen schon seit einigen Jahrhunderten und haben einige Reformen hinter sich gebracht, von der Reformation über die Aufklärung bis hin zum Luthertum. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete sich die Gliederung in fünf Disziplinen heraus, die so auch heute noch gültig ist: Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie und Praktische Theologie.

Welche Möglichkeiten gibt es, Studiengänge im Fachbereich Theologie zu absolvieren?

Studiengänge im Fachbereich Theologie sind überwiegend als Präsenz-Vollzeitlehrgänge konzipiert. Auch Fernstudiengänge werden angeboten. Berufsbegleitende Studiengänge sind insbesondere im Bereich der Masterstudiengänge üblich. Duale Studiengänge werden in diesem Fachbereich nicht angeboten. Theologie-Studienprogramme werden an vielen Hochschulen in ganz Deutschland angeboten, sodass Interessierte in der Regel einen Studienplatz in der Nähe bekommen können. In Deutschland gibt es rund 60 theologische Fakultäten, die sich je zur Hälfte auf evangelische und katholische Einrichtungen verteilen.

Der Fachbereich Theologie zeichnet sich durch zahlreiche Studienrichtungen aus, von denen hier beispielhaft einige genannt seien:

  • Evangelische Theologie: Dieses Studium bildet die Pastoren und Pastorinnen für die evangelische Kirche aus. Für das Vikariat können sie sich erst nach dem Masterstudium bewerben.
  • Katholische Theologie: Dieser Studiengang ist die Vorbereitung für angehende Priester in katholischen Kirchen.
  • Islamische Religionslehre: Dieses Lehramtsstudium beschäftigt sich mit den Koran- und Hadithwissenschaften, der Prophetenbiografie sowie der islamischen Normenlehre, Glaubenspraxis, Religionspädagogik und Fachdidaktik.
  • Theologische Studien: In diesem Bachelorprogramm interessieren sich die Studierenden für die Herausforderungen, mit denen sich das Christentum heute in Hinblick auf die Gesellschaft, die Kirche, die Ethik und die Bildung auseinandersetzen muss. Die Absolventen / Absolventinnen sind später als Theologische Experten in der Journalistik, in der Bildungsarbeit oder in der Politikberatung tätig.
  • Religions- und Gemeindepädagogik: Die Studierenden bereiten sich in diesem Studiengang auf ihre spätere Arbeit in der Gemeindediakonie und -pädagogik, in der Kinder- und Jugendarbeit und im Religionsunterricht vor.

Für wen sind Studiengänge des Fachbereichs Theologie geeignet?

Der Fachbereich Theologie ist für Menschen geeignet, die ein reges Interesse für den Glauben und Gott mitbringen und sich damit wissenschaftlich beschäftigen möchten. Die Bereitschaft zur Selbstreflexion ist ebenso gefragt wie das Einfühlungsvermögen für andere Menschen. Besonders wichtig ist für Theologiestudenten / Theologiestudentinnen, dass sie sich für Sprachen interessieren. Je nach Studienvariante und -ziel sind zumindest das Latinum, mitunter aber auch das Graecum und/oder das Hebraicum, also die Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch, erforderlich. Diese können bei Bedarf während des Studiums nachgeholt werden. Dadurch verlängert sich aber die Studiendauer. Interessierte sollten außerdem Freude daran haben, sich mit philosophischen oder theologischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Entstehen besondere Kosten in den Theologie-Studiengängen?

Welche Kosten das Theologie-Studium konkret verursacht, ist je nach Situation unterschiedlich. Wie hoch die Lebenshaltungskosten, Studiengebühren und Materialkosten ausfallen, hängt insbesondere davon ab, wo die Studierenden eingeschrieben sind und wohnen. Studieren sie an einer privaten Hochschule, müssen sie beispielsweise mit deutlich höheren Studiengebühren rechnen als an öffentlichen Hochschulen. Durch die mitunter lange Dauer des Studiums – neun bis zehn Semester sind durchaus üblich – entstehen im Theologie-Studium verglichen mit kürzeren Studiengängen relativ hohe Kosten. Zudem müssen die Studierenden hier mit einem erhöhten Aufwand für Fachliteratur rechnen.

Wie viel verdient ein Theologe / eine Theologin?

Das Gehalt von Pfarrern / Pfarrerinnen richtet sich nach dem Bundesbesoldungsgesetz, konkret nach der Bundesbesoldungsordnung A. Sie werden im Einstiegsamt in die Besoldungsgruppe A 13 eingruppiert, was je nach Dienstalter ein Gehalt von 3.970 bis 5.100 Euro bedeutet. Erfolgt später die Eingruppierung in A14, kann das Einkommen im Laufe der Zeit auf bis zu 5.550 Euro monatlich ansteigen. Sie erhalten zudem häufig weitere Leistungen und müssen nur wenige Abzüge von ihrem Gehalt hinnehmen.

Werden Theologen / Theologinnen stattdessen als Lehrer / Lehrerin tätig, richtet sich ihre Vergütung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TV-L). Hier können sie mit einem Einkommen von rund 2.500 bis 4.000 Euro monatlich rechnen.

Das Ansehen des Theologen / der Theologin in unserer Gesellschaft

Wenn es um den Ruf des Theologen / der Theologin in der Gesellschaft geht, denken die meisten Menschen ausschließlich an Pfarrer / Pfarrerinnen. Das Institut für Demoskopie Allensbach (Bodensee) erfasst jährlich das Ansehen verschiedener Berufsgruppen. Demzufolge ist das Ansehen von Pfarrern / Pfarrerinnen in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark gesunken. Während 1975 noch 49 Prozent der Bundesbürger den Beruf zu jenen zählten, die sie besonders achteten, ist dieser Wert zwischenzeitlich auf 29 Prozent (2013) gesunken. Auffällig ist, dass das Ansehen von Theologen / Theologinnen in den westlichen Bundesländern deutlich höher ist als in den neuen Bundesländern, was auf die deutlich geringere Anzahl an Kirchenmitgliedern in den östlichen Bundesländern zurückzuführen sein dürfte. Dass das Ansehen der Pfarrer insgesamt abnimmt, könnte einerseits an dem in der heutigen Gesellschaft eher rückläufigen Interesse am christlichen Glauben, andererseits aber auch an verschiedenen Skandalen liegen, die dem Ruf der katholischen Kirche in den letzten Jahren massiven Schaden zugefügt haben.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Absolventen / Absolventinnen eines Theologie-Studiums?

Je nach Berufswunsch sieht der Arbeitsmarkt für die Absolventen / Absolventinnen eines Theologie-Studiums gut bis rosig aus. In der katholischen Kirche werden zwar aufgrund von Sparmaßnahmen bereits seit Jahren regelmäßig Stellen gestrichen. Da allerdings deutlich zu wenig Nachwuchs vorhanden ist, finden angehende Pfarrer in Deutschland ebenso wie auch in deutschen Gemeinden im Ausland gut eine Anstellung. Noch besser sieht es in der evangelischen Kirche aus, wo viele Pfarrer in Rente gehen. Hier haben die Absolventen / Absolventinnen allerdings auch deutlich mehr „Konkurrenz“.

Theologen / Theologinnen sind außerdem in der Erwachsenenbildung, bei verschiedenen Medien, bei Unternehmensberatungen oder auch im Personalwesen gefragt. Hier konkurrieren sie allerdings mit Geistes- und Sozialwissenschaftlern.