Sozialpädagogik studieren

Studiengänge im Fachbereich Sozialpädagogik studieren

Studiengänge Sozialpädagogik
Studiengänge Sozialpädagogik

In der Sozialpädagogik geht es darum, die Eigenverantwortlichkeit von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und sie zu stärken. Ziel ist es dabei auch, gesellschaftliche Benachteiligungen abzumildern oder zu beseitigen. Die Studenten und Studentinnen beschäftigen sich mit der Familie, der Erziehungswissenschaft und auch der Bildung im außerschulischen Bereich. Sozialpädagogen arbeiten in unterschiedlichsten Bereichen, sie bieten Erziehungs- und Familienberatung, soziale Gruppenarbeit, sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistand, Jugendberufshilfe, Jugendgerichtshilfe und viele weitere Dienstleistungen für hilfebedürftige Kinder, Jugendliche, Familien und Behinderte. Auch die Tätigkeit als Streetworker geht häufig auf ein sozialpädagogisches Studium zurück.

Der Begriff der Sozial-Pädagogik bildete sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts heraus. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden ausschließlich Frauen in diesem Bereich ausgebildet – damals erwarben sie allerdings noch den Berufsabschluss „Jugendleiterin“. Die einstigen Jugendleiterinnenseminare wurden 1956 durch einen Beschluss der Kultusministerkonferenz in Höhere Fachschulen für Jugendleiterinnen umgewandelt. 1967 erfolgte eine erneute Umbenennung in „Höhere Fachschule für Sozialpädagogik“. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Ausbildung auch für Männer geöffnet, was jedoch anfänglich kaum umgesetzt wurde. Universitäre Studiengänge im Bereich der Sozialpädagogik wurden erstmalig im Jahr 1980 geschaffen.

Welche Möglichkeiten gibt es, Studiengänge im Fachbereich Sozialpädagogik zu absolvieren?

Auch heute noch werden Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen überwiegend an Fachhochschulen ausgebildet, aber natürlich bestehen auch universitäre Studienprogramme. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Fernstudiengängen sowie Online-Studienangeboten. Duale Studiengänge ermöglichen es den angehenden Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen, zusätzlich einen Berufsabschluss oder Berufserfahrung zu erwerben.

Im Fachbereich der Sozialpädagogik gibt es eine Vielzahl von Spezialisierungs- und Fachrichtungen. Weit über 100 verschiedene Studienrichtungen können Interessierte studieren, beispielsweise:

  • Heilpädagogik: Im Bereich der Heilpädagogik dreht sich alles rund um die Erziehung und Ausbildung von Menschen, die eine psychische oder physische Behinderung aufweisen. In diesem Bachelorstudiengang besteht eine enge Verwandtschaft zur Sonderpädagogik.
  • Sozialpädagogik und Management: Die Studierenden erwerben in diesem Bachelorprogramm neben sozialpädagogischen Grundkenntnissen insbesondere umfangreiche Kenntnisse in den Themenfeldern Management und Mitarbeiterführung. Sie übernehmen nach ihrem Abschluss leitende Positionen in sozialpädagogischen Einrichtungen.
  • Frühkindliche Bildung und Erziehung: Studenten und Studentinnen werden in diesem Bachelorstudiengang für ihre entwickelnde und leitende Funktion in Bildungs- und Betreuungsinstitutionen für Kinder im Alter von bis 10 Jahren vorbereitet. Sehr gut geeignet ist dieser Schwerpunkt als Weiterbildung für Erzieher
  • Kulturpädagogik: Die Kulturpädagogik stellt einen interdisziplinarisch geprägten Teil der Sozialpädagogik dar. Es geht darum, die schöpferischen Talente und Möglichkeiten einzelner Individuen oder ganzer Gruppen zu entwickeln und zu entfalten. Dabei werden erziehungswissenschaftliche, pädagogische und kulturwissenschaftliche Ansätze vereint.

Für wen sind Studiengänge des Fachbereichs Sozialpädagogik geeignet?

Entscheidend für erfolgreiche Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen ist es, gleichzeitig Nähe zu den betreuten Personen aufzubauen und die Distanz zu wahren. Solange ihr Arbeitstag andauert, sollen sie sich voll für die Betreuten einsetzen, die Arbeit aber nach Feierabend aber auch an der Haustür hinter sich lassen können. Mitgefühl für die Betreuten ist wichtig, Mitleid hingegen ist fehl am Platze. Ein Sozialpädagoge / eine Sozialpädagogin sollte an das Gute im Menschen glauben können, zugleich aber auch eine gesunde Portion Realismus mitbringen. Toleranz ist ebenso eine wichtige Charaktereigenschaft wie Durchhaltevermögen, Stressresistenz und psychische Belastbarkeit.

Entstehen besondere Kosten in den Sozialpädagogik-Studiengängen?

Studierende im Fachbereich Sozialpädagogik können sich auf die normalen Gebühren und Kosten einstellen, die auch im Rahmen anderer Studiengänge anfallen.

Wie viel verdient ein Sozialpädagoge / eine Sozialpädagogin?

Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen müssen je nach beruflicher Situation recht große Einkommensspannen hinnehmen. Mit durchschnittlich 2.450 Euro monatlich verdienen sie in der Erwachsenenbildung am schlechtesten. Auf einem ähnlichen Niveau bewegen sich Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen in Kindergärten und Grundschulen. Für Einsteiger kann der Verdienst sogar noch deutlich darunter liegen – sie verdienen oft nur 1.400 bis 1.700 Euro. Wer deutlich besser verdienen will, jenseits der 3.000 Euro, sollte sich um einen Arbeitsplatz in der öffentlichen Verwaltung, bei Sozialversicherungsträgern oder in Heimen bemühen. Berufserfahrung ist im Bereich der Sozialpädagogik offensichtlich viel wert – der Monatsverdienst erhöht sich innerhalb von zehn Jahren um bis zu 500 Euro.

Das Ansehen des Sozialpädagogen / der Sozialpädagogin in unserer Gesellschaft

Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen genießen grundsätzlich ein hohes Ansehen in der Bevölkerung, was sich in Studien auch immer wieder zeigt. Die Menschen schätzen ihren Dienst an der Allgemeinheit, ihre Hilfe zur Selbsthilfe, ihre Unterstützung. Ebenfalls positiv wirkt sich ihre Leidenschaft aus, mit der viele Sozialarbeiter / Sozialarbeiterinnen ans Werk gehen. Interessanterweise gehen allerdings die meisten Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen selbst davon aus, deutlich weniger angesehen zu sein. Hier besteht eine starke Diskrepanz.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Absolventen eines Sozialpädagogik-Studiums?

Der Arbeitsmarkt für die Absolventen und Absolventinnen eines Sozialpädagogik-Studiums ist eher schwierig. Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen konkurrieren um nur beschränkt verfügbare Arbeitsplätze mit einer Vielzahl anderer Bewerber. Da die Budgets im sozialen Bereich tendenziell immer weiter gekürzt statt ausgebaut werden, wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt wohl auch weiterhin angespannt bleiben. Deutlich rosiger sieht es allerdings für Absolventen und Absolventinnen aus, die neben pädagogischen Kenntnissen auch Fachwissen aus dem Bereich der Psychologie besitzen. Sie haben bei der Bewerbung beispielsweise bei der Drogenberatung oder der Schuldnerberatung deutlich weniger Konkurrenz. Grundsätzlich gilt: Je früher sich Studierende im Fachbereich Sozialpädagogik spezialisieren und je besser sie ihre Spezialisierung ausbauen und durch Praktika oder Berufserfahrung untermauern, desto besser sind später ihre Berufschancen.