Studiengänge im Fachbereich Gartenbauwissenschaften studieren

Die Gartenbauwissenschaften drehen sich rund um den Anbau von gärtnerischen Nutzpflanzen. Studenten und Studentinnen erlernen, wie sie Gehölze und winterharte Stauden, Obst und Gemüse, Blumen und Zierpflanzen korrekt anbauen. Auch verschiedene Sonderkulturen, vom Weihnachtsbaum bis hin zu Gewürzpflanzen, stehen auf dem Lehrplan vieler Hochschulen. Inhalt der Studiengänge sind außerdem nachgelagerte Themenbereiche wie Landschaftsbau, Floristik, Friedhofsgärtnerei oder Lebensmitteltechnologie. Der Studiengang ist sehr stark naturwissenschaftlich ausgerichtet. Dennoch weisen die Studiengänge eine hohe Praxisorientierung auf. Dadurch ergeben sich für fertige Gartenbauingenieure/-innen vielfältige Einsatzbereiche.

Die Geschichte der Gartenbauwissenschaften geht bereits auf das 19. Jahrhundert zurück, als die Landwirtschaft allmählich begann, sich zu professionalisieren und sich mehr auf die Steigerung des Ertrags auszurichten. Damals wurden viele Lehranstalten und Akademien für Landwirtschaft gegründet. Daraus gingen später die heutigen Hochschulen für Gartenbauwissenschaften hervor. Auf Antrag des Politikers Ernst Schröder wurde 1929 an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin die Abteilung Gartenbau eingerichtet. Noch im selben Jahr wurde der erste Studiengang im Bereich Gartenbauwissenschaften angeboten. Auch wenn sich das deutschlandweite Angebot im Laufe der Zeit verbessert hat, ist das Studium der Gartenbauwissenschaften mit rund 2.000 eingeschriebenen Studenten und Studentinnen einer der eher spärlich vertretenen Studiengängen.

Welche Möglichkeiten gibt es, Studiengänge im Fachbereich Gartenbauwissenschaften zu absolvieren?

Nur wenige Hochschulen und Fachhochschulen in Deutschland weisen die notwendigen Voraussetzungen wie Gewächshäuser oder Phytotronen auf, die für das Studium im Fachbereich Gartenbauwissenschaften notwendig sind. Deshalb gibt es in Deutschland nur wenige Standorte, an denen ein Präsenzstudium in diesem Bereich angeboten wird. Möglich sind darüber hinaus auch berufsbegleitende Studienformen sowie Fernstudiengänge. Wer dual studieren möchte, hat an vereinzelten Hochschulen die Möglichkeit, zusätzlich zum Studienabschluss eine Berufsausbildung als Gärtner zu absolvieren.

Über 15 einzelne Studienrichtungen und Spezialisierungen können dem Bereich Gartenbauwissenschaften zugeordnet werden. Exemplarisch sollen an dieser Stelle einige genannt werden:

  • Arboristik: Im Arboristik-Studium geht es um den Schutz, die Pflege und die Erhaltung der Bepflanzung in städtischen Gebieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Bäumen und Gehölzen.
  • Forest Information Technology: Dieser Masterstudiengang führt die Informationstechnologie in den Bereich der Gartenbauwissenschaften ein und beschäftigt sich mit der Rolle der IT im umwelttechnischen Bereich, in der Waldökosystemforschung oder im Forstmanagement.
  • Nutzpflanzenwissenschaften: Dieses Studienangebot ist eher wissenschaftlich ausgerichtet und stellt die Basis für die Arbeit in der Forschung dar.
  • Produktionsgartenbau: In diesem Studiengang liegt der Schwerpunkt auf der Produktion, Dienstleistung und Vermarktung von Zierpflanzen, Gemüse, Stauden und weiteren Pflanzen.
  • Ökologie, Evolution und Naturschutz: Dies ist ein Masterstudiengang, der verschiedenste Themen rund um den Umweltschutz in den Vordergrund stellt. Themen sind beispielsweise die Gewässer- und Landschaftsökologie, die Tierökologie, die ökologische Mikrobiologie und die Klimafolgenforschung.

Für wen sind Studiengänge des Fachbereichs Gartenbauwissenschaften geeignet?

Wer sich für das Studium der Gartenbauwissenschaften einschreiben möchte, sollte ein Interesse an der Arbeit mit Pflanzen haben. Zudem werden ein gewisses Verständnis und eine Sensibilisierung für Umweltschutzthemen vorausgesetzt.

Gute Vorkenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Biologie, Physik und Chemie sind eine gute Basis für das Studium. Sie werden allerdings der Vollständigkeit halber in vielen gartenbauwissenschaftlichen Studiengängen zu Beginn in Propädeutika oder Brückenkursen wiederholt und aufgefrischt.

Entstehen besondere Kosten in den Gartenbauwissenschaften-Studiengängen?

Zusätzlich zu den üblichen Gebühren, die im Rahmen eines privaten oder staatlichen Studiums anfallen, ist im Gartenbau-Studium nicht mit besonderen Kosten zu rechnen.

Wie viel verdient ein Gartenbauingenieur / eine Gartenbauingenieurin?

Die Gehaltsspannen für Gartenbauingenieure/-innen können sehr unterschiedlich ausfallen, da sie nach ihrem Studium in sehr verschiedenen Berufsbildern und Branchen tätig werden. Das Monatsgehalt liegt in sehr guten Positionen bei etwa 3.000 bis 4.000 Euro monatlich. Wer jedoch direkt in Gartenbauunternehmen unterkommt, muss gewöhnlich mit einem geringeren Einkommen rechnen.

Das Ansehen des Gartenbauingenieurs / der Gartenbauingenieurin in unserer Gesellschaft

Gartenbauingenieure/-innen werden als kreative Menschen angesehen, die körperlich hart arbeiten und dabei viel an der frischen Luft sind. Auf Menschen, die direkt im Landschafts- und Gartenbau tätig sind, trifft diese Definition sehr oft auch zu. Viele Gartenbauingenieure/-innen sind jedoch auch in völlig anderen Branchen, in der Wissenschaft oder auch an einem normalen Büroarbeitsplatz tätig und sind den „Stiefeln des Gärtners“ längst entwachsen.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Absolventen eines Studiums der Gartenbauwissenschaften?

Grundsätzlich haben die Absolventen und Absolventinnen gute Berufschancen. Durch die große Vielfalt des Studiums bieten sich den Studierenden sehr breit gefächerte Karrieremöglichkeiten, von der Arbeit im Landschafts- und Gartenbau über Gärtnereien und Zulieferer bis hin zu Vermarktung und Vertrieb. Zudem kann durch ihr Fachwissen eine Brücke zu anderen Branchen geschlagen werden, beispielsweise durch die Arbeit als gärtnerischer Journalist oder bei Versicherungen.

Wer allerdings vorhat, sich nach seinem Studium der Gartenbauwissenschaften auf den Landschafts- und Gartenbau zu spezialisieren, sollte mit sehr viel Konkurrenz und wenig Stellenangeboten rechnen. Besonders gute Leistungen im Studium und in Praktika, gegebenenfalls eine vorgeschaltete Berufsausbildung im „grünen“ Bereich und die Bereitschaft, für den neuen Job umzuziehen, erhöhen die Karrierechancen jedoch beträchtlich.

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