Was kostet ein Studium?

Wenn Sie studieren möchten, müssen Sie nicht nur direkte Studienkosten berücksichtigen und Ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern verzichten auch auf Einkommen. Die Gesamtkosten ergeben entsprechend eine monatliche Summe, die Sie finanzieren müssen. Wie hoch diese Summe ist, hängt von ihrem persönlichen Lebensstil, dem Hochschulstandort und der Art des Studiums sowie ihrem Alter (Stichwort Krankenversicherung) ab. Die folgenden Eckwerte helfen Ihnen dabei, die Kosten für Ihr Studium kalkulieren zu können.

Welche Studienkosten fallen an?

Ein Kostenfaktor sind Ausgaben für das Studium selbst. Dazu zählen Verwaltungs-/Semestergebühren sowie Studiengebühren für Langzeitstudenten. Hinzu kommen ggf. Studienkosten an privaten Hochschulen oder Fernuniversitäten. Allgemeine Studienkosten an staatlichen Hochschulen gab es zwischenzeitlich, sind aber bis auf Ausnahmeregelungen (Langzeitstudenten, Studierende aus Nicht-EU-Staaten) inzwischen wieder abgeschafft.

Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen (im Wesentlichen auf sechs Semester Bachelorstudium berechnet):

  • Semestergebühren/Verwaltungsgebühren für staatliche Hochschulen von ca. 50 bis 300 Euro pro Semester.
  • Ggf. besondere Gebühren für Langzeitstudierende (nach Bundesland/Hochschule).
  • Studiengebühren für staatliche Fernhochschulen von ca. 350 Euro pro Semester.
  • Studiengebühren für private Hochschulen/Fernhochschulen von ca. 1.700 Euro pro Semester.
  • Ausgaben für Labor, Umlagen, Arbeitsmaterialien, Literatur (unterschiedlich).
  • Ggf. fallen Studienkosten für ausländische Studierende oder für ein Zweitstudium an.

Die konkreten individuellen Zahlen können von den ungefähren Nährwerten abweichen. Daher sollten Sie bei einer Kalkulation stets mit echten Zahlen arbeiten, die von Ihrem Studiengang, dem Bundesland und der Hochschule abhängen.

Welche Lebenshaltungskosten entstehen während des Studiums?

Anders als die unmittelbaren Kosten für das Studium können Sie die Kosten für den Lebensunterhalt maßgeblich mitbestimmen. Ein wesentlicher Teil der Ausgaben sind Mietkosten. Wohne Sie noch zu Hause bei den Eltern tendieren diese gegen Null. Ein Zimmer im Studentenheim oder in einer WG ist erschwinglich, ein eigenes Apartment oder eine Drei-Zimmer-Wohnung dagegen sehr teuer. Speziell die Wohnkosten sind jedoch auch von der Hochschulstadt abhängig. So zahlen Sie in Ballungszentren wie München, Berlin, Hamburg, oder den Großraum Frankfurt deutlich mehr als an Standorten in kleineren Städten. Wenn Sie außerdem in die Mensa zum Essen gehen, keine teuren Hobbys haben und auf das Auto verzichten, können Sie die Kosten ebenfalls deutlich reduzieren. So bestimmen Sie mit, welche Kosten Sie über BAföG oder andere Quellen tatsächlich finanzieren müssen. Dabei sollten Sie jedoch nicht die scheinbaren Selbstverständlichkeiten wie einen Handytarif, Strom und Heizung, ggf. die Krankenversicherung oder die GEZ vergessen. Folgende Eckwerte sollten sie individuell anpassen:

  • Miete inkl. alle Nebenkosten von bis zu 400 Euro monatlich (bei eigener Wohnung),
  • Krankenversicherung von bis zu 160 Euro pro Monat (sofern zutreffend),
  • Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Kleidung, Ausgehen) von bis zu 300 Euro im Monat,
  • individuelle Fahrt- und Mobilitätskosten,
  • Handy, Internet, Porto, Rundfunkgebühren usw. von bis zu 40 Euro monatlich.

Hinzu kommen ggf. weitere vorhandene Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, Fahrrad), Beiträge für Vereine und Organisationen usw. Diese Auflistung zeigt, dass Sie viel Spielraum haben, wenn Sie sich einschränken (müssen). Sie sollten jedoch bei der Kalkulation ehrlich zu sich selbst sein. Denn sonst kommen Sie am Ende des Monats nicht mit dem Geld hin.

Das Deutsche Studentenwerk gibt als typische Lebenshaltungskosten eine monatliche Summe von insgesamt 819 Euro an (Stand 2016, Vollzeitstudium mit eigener Wohnung oder WG-Zimmer). Noch einmal: Das sind Durchschnittswerte, die maßgeblich vom Standort und den Wohnkosten abhängig sind. Die Summe zeigt jedoch: Wenn Sie sparsam leben, können Sie Ihr Studium zum Beispiel über den - sofern Sie berechtigt sind - vollen Satz BAföG-Leistungen finanzieren.