Was ist ein Studienkredit und lohnt sich dieser?

Lohnt sich ein Studienkredit?
Lohnt sich ein Studienkredit?

Ein Studienkredit - auch Studentendarlehen genannt – dient vorrangig zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten sowie der Studiengebühren während eines Studiums.

Die bekannteste Form eines Studentendarlehens ist das sogenannte „Berufsausbildungsförderungsgeld - kurz „BaföG“ genannt. Dieses hat die Aufgabe, insbesondere bei Studenten, die von ihren Eltern aufgrund der finanziellen Situation keine Hilfe bei der Finanzierung des Lebensunterhalts während des Studiums zu erwarten haben, mit finanziellen Mitteln zu helfen.

Bis vor wenigen Jahren war es für die meisten Studenten kaum ein Problem, für einen anerkannten Studiengang an einer staatlichen Hochschule BAföG zu beantragen und schließlich auch zu erhalten. Zwar gab es auch zu dieser Zeit schon Studentendarlehen, diese wurden jedoch meist für die Finanzierung von Studiengängen an privaten Hochschulen verwendet, bei denen die Studiengebühren in der Regel ein Mehrfaches von denen öffentlicher Hochschulen betrugen.

Seit jedoch die Studiengebühren in Deutschland grundlegend reformiert wurden und in diesem Zuge allerorts kräftig anstiegen, reicht das BAföG in der Regel zur Finanzierung des Studiums kaum noch aus. Zudem schwinden die staatlichen Mittel immer mehr, so dass nur noch ein geringer Anteil der Studenten in den Genuss einer Förderung mittels BAföG kommt.

Die Banken erkannten schnell diese Marktlücke und entwickelten alternative Modelle zur Finanzierung des Studiums. Die Rede ist hierbei von Studienkrediten. Als einer der Vorreiter für diese Maßnahme gilt die Deutsche Bank, welche bereits seit dem Jahr 2005  Studentendarlehen zur Verfügung stellt. Weitere Kreditinstitute folgten in der Vergangenheit diesem Beispiel, darunter auch öffentliche Finanzgeber, wie beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau - kurz KFW.

Obwohl die Zinsen bei Studienkrediten durchweg recht niedrig liegen, lohnt auch hier ein Vergleich. Das Internet bietet mittlerweile vielfältige Möglichkeiten dazu, die Sie unbedingt in Anspruch nehmen sollten, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Vergleichsportale wie kreditrechner.com stellen sogar Rechner und Beispiele zur Verfügung (siehe: http://www.kreditrechner.com/ratgeber/bafoeg-durch-kredit-abloesen/)

Wer vergibt einen Studienkredit?

Ersparnisse durch das Ablösen von BAföG durch einen Studienkredit
Ersparnisse durch das Ablösen von BAföG durch einen Studienkredit

Der älteste und vielerorts bekannteste Studienkredit ist das sogenannte Studienabschlussdarlehen, das von der Darlehenskasse des Deutschen Studentenwerks e.V. bereits seit über 80 Jahren angeboten wird. Dieses Darlehen dient jedoch nicht der Finanzierung des gesamten Studiums, sondern wendet sich vorrangig an Studenten in der Abschlussphase ihres Studiums. Da die Examensvorbereitung besonders viel Zeit erfordert und der Student daher in der Regel nur wenig nebenbei arbeiten gehen kann, soll das Darlehen ihm dabei helfen, in der Abschlussphase seine Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Bezeichnend für dieses Darlehen ist, dass für die Bereitstellung keinerlei Bearbeitungsgebühren erhoben werden und die Zinssätze durchweg sehr niedrig gehalten sind. Diese können sich jedoch regional voneinander unterscheiden.

Ein weiterer bekannter Darlehensgeber für Studienkredite ist die bereits angesprochene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Im Gegensatz zum ersten hier beschriebenen Studentendarlehen wendet sich dieses Angebot vor allem an Studenten in niedrigen Semestern, die quasi das gesamte Studium damit finanzieren möchten. Die Kredit-Höchstsumme bei monatlicher Auszahlung beträgt beim Studienkredit der KfW 650 Euro. Dabei kann das Darlehen über maximal zehn Semester ausgezahlt werden. Nach Abschluss des Studiums beginnt zunächst eine rückzahlungsfreie Phase, die 23 Monate andauert. Danach muss der Student über 25 Jahre das Darlehen zurückzahlen, wobei die Ratenhöhe hierbei flexibel zu vereinbaren ist.

Ein weiterer Anbieter für Studienkredite, von dem wir hier bereits gehört haben, ist die Deutsche Bank. Sie vergibt im Rahmen ihres Programms „dbStudentenKedit“ Darlehen in Höhe von 200 bis 800 Euro monatlich, abhängig vom jeweiligen Semester. Wie lange dieses Darlehen ausgezahlt wird, hängt mit der Höhe der monatlichen Beträge zusammen. Generell beträgt die Laufzeit höchstens fünf Jahre, mindestens aber 18 Monate. Nach Ende des Studiums beginnt eine einjährige Berufseinstiegphase, in der noch keine Rückzahlungen zu tätigen sind. Danach muss das Darlehen innerhalb von 12 Jahren komplett getilgt werden.

 

Vor- und Nachteile von Studentendarlehen

Vergleichen Sie einmal die hier angesprochenen Studentendarlehen mit dem altbekannten BAföG. Dabei fällt sofort auf, dass das BAföG deutlich günstiger ist, da es sich hierbei nur zu 50 Prozent um ein Darlehen handelt, die restlichen 50 Prozent muss der Student nicht mehr zurückzahlen. Bei den Darlehen der Kreditinstitute dagegen handelt es sich im Grunde um ganz normale Kredite, die der Student nach Beendigung seines Studiums zu 100 Prozent selbst zurückzahlen muss.

Dieser muss sich deshalb darüber im Klaren sein, dass er sich mitunter für 20 Jahre und mehr durch die Inanspruchnahme des Studienkredites verschuldet. Legt man beispielsweise den Studienkredit der KfW für eine Beispielrechnung zu Grunde, bei der der Student die Kredit-Höchstsumme von 650 Euro monatlich über eine Studienzeit von 14 Semestern in Anspruch nimmt, so muss dieser im Anschluss an sein Studium über 25 Jahre jeden Monat rund 350 Euro zurückzahlen. Viele Studenten sind sich gar nicht bewusst, dass solch hohe Summen bei der Nutzung eines Studienkredites zustande kommen können.

Weiterhin verzichten die Kreditgeber eines Studentendarlehens in der Regel nicht - wie es beim BAföG üblich ist - auf eine Bonitätsprüfung. Zwar fällt diese in der Regel recht „mild“ aus, in einigen Härtefällen (zum Beispiel bei deutlich negativer Schufa oder gar einer Privatinsolvenz) sehen die Kreditgeber jedoch von der Vergabe des Studienkredites ab.

Die Vorteile der Inanspruchnahme eines Studienkredites liegen dagegen klar auf der Hand: Der Student kann sich nahezu vollständig auf sein Studium konzentrieren und muss nicht zwangsweise nebenbei zeitintensive Jobs verrichten. Als Auswirkung zeigt sich daher, dass Studenten, die ein entsprechendes Darlehen in Anspruch nehmen, in der Regel deutlich schneller mit ihrem Studium fertig sind, als ihre arbeitenden Kommilitonen.