Studium - persönliche Voraussetzungen um erfolgreich zu studieren

Ein Studium ist fordernd. Und das auf mehreren Ebenen. Auf Sie prasseln die Herausforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens, ein schwieriger Lernstoff, das Leben der Studierende und der Zwang zu einer Finanzierung gleichermaßen ein. Das ist nichts für jedermann. Sie sollten daher bestimmte persönliche Eigenschaften mitbringen, um Ihr Studium auch tatsächlich erfolgreich abschließen zu können.

Welche Fähigkeiten für das Studium wichtig sind

Nicht alle hier genannten Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften sind gleichermaßen für alle Studiengänge wichtig. Darüber hinaus sollten Sie auch fachbezogene Fähigkeiten mitbringen, die hier nicht aufgeführt sind. So gehört beispielsweise für ein naturwissenschaftliches Studium Spaß an Laborarbeiten dazu und in einem ingenieurswissenschaftlichen Studium das Interesse an einem eigenen Praxisprojekt. Grundsätzlich sind jedoch auch die folgenden Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium sehr hilfreich.

Gute Noten in den relevanten Schulfächern

Ein niedriger Abiturschnitt hilft dabei, einen Studienplatz zu bekommen. Für den jeweils gewählten Studiengang sind jedoch häufig nur einzelne Fächer von Bedeutung. In diesen Schulfächern sollten Sie besonders gute Noten bzw. ein starkes Interesse und Verständnis vorweisen können. So ist für Germanistik Deutsch und das Interesse an Literatur besonders wichtig, während für alle Naturwissenschaften Mathematik und neben der jeweiligen Fachrichtung meistens auch Chemie wichtig sind. Wenn Sie Sozialwissenschaften studieren möchten, sind gesellschaftsrelevante Fächer wichtig und für Betriebswirtschaftslehre sollten Sie Spaß an Wirtschaftskunde und Mathematik mitbringen.

Die jeweils relevanten Schulfächer sollten Sie nicht überbewerten. Sie müssen nicht in allen Fächern Top-Noten haben. Wenn Sie aber zum Beispiel Physik studieren möchten, aber in Mathematik in der Schule gerade so über die Runden kommen, wird es im Studium vermutlich sehr eng.

Lerneifer und Disziplin, aber Prioritäten setzen können

Die Anforderungen im Studium sind bereits in den ersten Semestern sehr hoch. Zum Teil sind sogar die ersten beiden Semester besonders anspruchsvoll, da die Hochschulen hier gern ein "frühes Sieben" vornehmen möchten. Aber auch später werden Sie immer wieder sehr viel lernen müssen. Ohne einen ausgeprägten Lerneifer und eiserne Disziplin werden Sie den Anforderungen in Klausuren und Prüfungen und dem Leistungsdruck kaum begegnen können. Die Menge des Lernstoffs bedingt es, dass Sie besser regelmäßig lernen, als kurz vor den Prüfungen anzufangen. Das heißt: Auch die Selbstorganisation ist eine wichtige Fähigkeit, die Ihnen im Studium hilft.

Bei aller Disziplin und dem erforderlichen Eifer: Sie müssen dennoch in der Lage sein, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Es beginnt beim Mitschreiben in der Vorlesung und geht bis zum Lernen (nur) des wirklich relevanten Stoffs. Setzen Sie stets Prioritäten. Lernen Sie, das Wesentliche zu erkennen. Wenn Sie dazu ein Talent haben, müssen Sie keine Angst vor dem Studium haben.

Sinnvolle Kompetenzen: Teamfähigkeit und interdisziplinäres Arbeiten

Ein Studium beinhaltet deutlich mehr als Vorlesungen und Büffeln. Viele Inhalte erarbeiten Sie sich im Rahmen von Projekten und Gruppenarbeiten. Daher ist Teamfähigkeit eine wichtige Eigenschaft, mit der Sie Konflikten aus dem Weg gehen können. Sie hilft Ihnen, sich in Gruppen einzuordnen zugleich gemeinsam mit anderen Studierenden zum Erfolg zu kommen.

Aber nicht nur Gruppenarbeit, sondern auch der Blick über den Tellerrand ist ein wesentlicher Bestandteil des Studiums. Daher sollten Sie Spaß am interdisziplinären Arbeiten haben. In nahezu allen Studiengängen sind Sie gefordert, über das eigentliche Thema hinauszudenken, Querverbindungen zu anderen Professionen zu schaffen und theoretische Grundlagen aus anderen Fachbereichen zu berücksichtigen. Interdisziplinarität, die Verbindung von verschiedenen Fächern, wird Ihnen im Studium immer wieder begegnen.

Was sonst noch zählt: Spaß an Theorie und gute Englischkenntnisse

Ebenso sollten Sie den theoretischen Anteil der Lehre nicht unterschätzen. Wissenschaftliches Arbeiten besteht in erster Linie aus Theorie und dem Überprüfen in der Praxis. Daher nehmen theoretische und teilweise trockene Grundlagen einen bedeutenden Stellenwert im Lehrplan ein - an Universitäten mehr als an Fachhochschulen. Wenn Sie lieber praktisch arbeiten, ist eine Berufsausbildung vielleicht eine bessere Wahl.

Und zu guter Letzt: Es gibt kaum einen Studiengang, bei dem Sie nicht zumindest in einem gewissen Rahmen von guten Englischkenntnissen profitieren. Die Naturwissenschaften sind ebenso im anglo-amerikanischen Raum verankert wie die Geisteswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften, die Ingenieurswissenschaften und viele weitere Fachbereiche. Je nach Studiengang werden Sie auf eine große Menge englischsprachiger Fachliteratur stoßen, die Sie für Ihr Studium lesen und verstehen können sollten.

Keine Angst: Entwickeln Sie sich während des Studiums

Die Anforderungen sind groß, die idealen Voraussetzungen kaum erfüllbar. Aber keine Angst: Sie haben die Möglichkeit, langsam in das Studium hineinzuwachsen. Die akademische Ausbildung bietet Ihnen ausreichend Gelegenheit, nach und nach Ihre Kompetenzen zu entwickeln und sich in den Hochschulbetrieb immer besser einzufügen. Denn eins ist ein Studium auch: Persönlichkeitsbildung.