Karl August Möbius (07.02.1825 - 26.04.1908)

Naturforscher, Naturlehrer... und Begründer der modernen Ökologie

»Möget Ihr auch viel von dem vergessen, was ich Euch gelehrt habe, so behaltet nur dies, daß die Beschäftigung mit der Wissenschaft sehr glücklich machen kann!«

Dieser Ausspruch von Karl August Möbius ist nicht nur zeitlos, er ist hochaktuell: scheinbar an die Lernenden gerichtet, ist er doch auch Anspruch an die Lehrenden, nicht einfach nur Wissen zu vermitteln, sondern die Freude daran!

Der hochbegabte Karl August Möbius wurde 1825 in Eilenburg geboren und besuchte dort bereits mit vier Jahren die Bergschule. Ab dem 12. Lebensjahr erhielt er eine Ausbildung durch ein privates Lehrerseminar. 1844 nahm er nach einem hervorragenden Examen seine Tätigkeit als Lehrer auf, die ihm große Anerkennung brachte, wohl aber nicht ausfüllte. 1849 begann er in Berlin das Studium der Naturwissenschaften und Philosophie, nach dessem Abschluß er ab 1853 wiederum erfolgreich als Lehrer für Zoologie, Botanik, Mineralogie, Geographie, Physik und Chemie in Hamburg arbeitete. 1863 richtete er dort das erste Meerwasseraquarium auf deutschem Boden ein. Die Universität zu Halle verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.

Im Jahre 1868 wurde Karl A. Möbius zum ordentlichen Professor nach Kiel an den neugegründeten Lehrstuhl für Zoologie berufen. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Leitung des Zoologischen Museums. Er beschäftigte sich intensiv mit der Erforschung der Seetiere, besonders der Auster, und bereiste zu diesem Zweck die europäischen Küsten.
1874-1875 sollte sich sein größter Traum von einer Tropenreise erfüllen. Er durfte sich einer Expedition von Astronomen anschließen und besuchte die Insel Mauritius und die Seychellen.

Karl A. Möbius prägte den Begriff der Biozönose, als eine Lebensgemeinschaft »für eine den durchschnittlichen äußeren Lebensbedingungen entsprechende Auswahl und Zahl von Arten und Individuen, welche sich gegenseitig bedingen und durch Fortpflanzung in einem abgemessenen Gebiet dauernd erhalten« (aus: »Die Auster und die Austernwirtschaft«, 1877). Damit gilt er als der Begründer der Ökologie, deren inhaltliche und methodische Ausrichtung er in dem Werk »Die Fauna der Kieler Bucht« maßgeblich bestimmte.

Karl A. Möbius war beliebt und anerkannt bei Studenten und seinem Freundeskreis in Kiel. Als er 1879 Rektor der Kieler Universität wurde, nutzte er seinen Einfluß, um den Biologieunterricht in ganz Deutschland zu mehr Verständlichkeit und Komplexität zu verhelfen.

Nachdem man ihn im Jahr zuvor darum gebeten hatte, übernahm Karl A. Möbius 1888 - da war er bereits 63 Jahre alt - die Leitung und Neueinrichtung der Zoologischen Sammlung im neuen Museum für Naturkunde in Berlin. Zum beiderseitigen Vorteil für Besucher und Forscher trennte er die wissenschaftliche Hauptsammlung von der öffentlichen Schausammlung.

Karl A. Möbius arbeitete und forschte bis Ende 1905, bis ins hohe Alter von 80 Jahren. 1908 endete für ihn ein Leben, das nach seinen eigenen Maßstäben glücklich gewesen sein muß.
Für uns ist Karl August Möbius die Persönlichkeit des Monats Februar.


Silke Sorge