Fernstudium Master

Grundsätzlich ist es möglich, bereits mit dem Bachelor-Abschluss in das Berufsleben einzusteigen. Viele Führungspositionen und die Arbeit in Wissenschaft und Forschung setzen jedoch den Master-Abschluss voraus, der als Nachweis besonderer Fachkenntnisse gilt. Um den speziellen Ansprüchen berufstätiger Studenten und Studentinnen gerecht zu werden, haben zahlreiche Fernhochschulen Master-Fernstudiengänge in ihr Angebot aufgenommen. Diese bieten insbesondere beruflich ausgelasteten Interessenten und Interessentinnen die Gelegenheit, den Master-Titel zu erwerben, ohne ihre Tätigkeit aufgeben und auf ihr festes Gehalt verzichten zu müssen.

Was ist ein Master-Fernstudium und wie funktioniert es?

Genau genommen ist ein Master-Fernstudiengang genau so aufgebaut wie ein klassisches Präsenzstudium. Im Unterschied zu diesem erarbeiten die Studierenden jedoch den Lernstoff mit Hilfe von Lehrbriefen und -büchern weitgehend eigenständig von Zuhause aus. Es gibt nur wenige Präsenzveranstaltungen, die zudem häufig auf freiwilliger Basis stattfinden. Sofern eine Teilnahme erforderlich ist, liegen die Präsenztermine an den Wochenenden und lassen sich daher optimal mit der Berufstätigkeit und familiären Verpflichtungen vereinbaren. Bei einigen Anbietern müssen sich die Studenten und Studentinnen lediglich zu Klausuren und Prüfungen an der Fernhochschule oder einem angeschlossenen Studienzentrum einfinden. Da die meisten Fernunis deutschlandweit über mehrere Standorte verfügen, sind keine langen Anfahrtswege nötig. Auch beim Master-Fernstudium ist als finale Arbeit die Master-Thesis einzureichen, in welcher die Studenten und Studentinnen sich mit einer selbst gewählten Aufgabenstellung aus ihrem Fachbereich befassen. Je nach Studienrichtung beträgt der Umfang der Master-Arbeit zwischen 40 und 120 Seiten. Für gewöhnlich ist jedoch der Zeitraum zur Bearbeitung großzügiger bemessen als beim Präsenzstudium, um den Bedürfnissen Berufstätiger entgegenzukommen. Bestandteil der Master-Thesis ist ein Seminar, bei dem Studierenden ihre wissenschaftliche Ausarbeitung in den Räumlichkeiten der Fernhochschule präsentieren müssen. Diese Vorstellung fließt zu einem großen Teil in die Bewertung der Master-Arbeit ein.

Welche Voraussetzungen sollte ich für ein Master-Fernstudium mitbringen?

Die Zulassung zu Master-Fernstudiengängen wird weitgehend durch die Hochschulgesetze der einzelnen Bundesländer geregelt. Daher können abhängig vom Standort Unterschiede auftreten. Insgesamt sind die Zulassungsvoraussetzungen recht streng gehalten. Grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme an einem Master-Fernstudium ist ein erster akademischer Grad, beispielsweise Bachelor oder Diplom. Häufig muss dieser in einer fachverwandten Richtung erlangt worden sein. Zum Teil genügt allerdings auch ein fachfremder Abschluss. Fast alle Fernstudiengänge zum Master-Titel erfordern außerdem praktische Erfahrungen in einem einschlägigen Tätigkeitsfeld. Die Interessenten/Interessentinnen müssen mindestens ein Jahr Berufspraxis gesammelt haben, teilweise sogar bis zu drei Jahre. In Einzelfällen kann der Zugang zum Master-Fernstudium auch ohne vorheriges Studium gewährt werden. Bedingung hierfür sind in der Regel eine langjährige Berufserfahrung und das Bestehen einer von der Fernhochschule durchgeführten Eignungsprüfung. In dieser müssen die Bewerber/innen nachweisen, dass ihre bis dahin erworbenen Fachkenntnisse dem gewählten Studiengang zugutekommen. Die Entscheidung über die Zulassung zur Prüfung obliegt den Bildungseinrichtungen selbst. Daher ist es ratsam, vorab die jeweilige Studienberatung für nähere Informationen zu kontaktieren. Um zu sicherzustellen, dass die Studenten und Studentinnen den hohen Studienanforderungen genügen, legen viele die Fernunis großen Wert auf die Abschlussnote des Erststudiums. Oft bildet ein überdurchschnittlicher und somit „qualifizierter“ Bachelor- bzw. Diplomabschluss die Voraussetzung für die Einschreibung zum Master-Studium.

Lohnt sich ein Fernstudium mit Master-Abschluss?

Ein Master-Abschluss ist in vielen Unternehmen die Grundvoraussetzung für verantwortungsvolle Positionen und optimale Aufstiegschancen. Viele Arbeitgeber schätzen die im Master-Studium erworbenen Kompetenzen, die über reine Fachkenntnisse weit hinausgehen. Durch die Bearbeitung eigener Projekte und Fragestellungen im Verlauf der Hochschulausbildung verinnerlichen die Studenten und Studentinnen während ihres Master-Studiengangs nicht nur das entsprechende Fachwissen besser, sie erlangen auch wichtige Sozialkompetenzen wie Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit, die ihnen im späteren Berufsleben zugutekommen. Finanziell bietet der Master-Titel ebenfalls Vorteile. Im Vergleich zum Bachelor-Abschluss führt er zu um bis zu zwanzig Prozent höheren Einstiegsgehältern. Zwar können Bachelor-Absolventen und -Absolventinnen früher ins Erwerbsleben starten, den Gehaltsvorsprung von Masterstudenten und -studentinnen holen sie für gewöhnlich aber nicht auf.

Wie sehen die Karrierechancen mit einem Master-Abschluss per Fernstudium aus?

Der Aufwand, den ein Master-Fernstudium mit sich bringt, ist in Zeiten des Fachkräftemangels eine lohnende Investition in die berufliche Karriere. Führungspositionen in Top-Unternehmen werden heute überwiegend mit Master-Absolventen und -Absolventinnen besetzt. Der Einstieg in das Lehrertum, die höhere Verwaltung und Laufbahnen in Forschung und Wissenschaft ist grundsätzlich nur mit Master-Titel möglich. Wer promovieren möchte, benötigt ebenfalls zwingend den Master-Abschluss. Promovierte Akademiker gelten in der Wirtschaft als äußerst beliebt, da der Doktor-Titel als höchster hierzulande erreichbarer akademischer Grad von großer Fachkompetenz zeugt. Normalerweise wird dieses enorme Fachwissen mit einem sehr attraktiven Gehalt vergütet. Wurden Fernstudiengänge noch vor wenigen Jahren von den meisten Unternehmen als Studium zweiter Klasse angesehen, sind die auf diese Weise erworbenen Abschlüsse mittlerweile in zahlreichen Branchen denen eines Präsenzstudiums gleichgestellt. Viele Personalverantwortliche ziehen heute sogar Absolventen und Absolventinnen eines Fernstudiums vor, da diese bereits Eigenmotivation, Flexibilität und Belastbarkeit bewiesen haben. Master-Studiengänge sind außerdem weltweit standardisiert. Daher erfreuen sie sich einer hohen Akzeptanz auf dem globalen Arbeitsmarkt.

Wie lange dauert das Fernstudium bis zum fertigen Master-Abschluss?

Die Regelstudienzeit von Master-Fernstudiengängen beträgt zwei bis vier, in einigen Fällen auch fünf Semester. Insgesamt müssen die Studierenden für einen konsekutiven Master-Titel eine Gesamt-Regelstudienzeit von zehn Semestern absolvieren. Abhängig von der Länge des vorhergehenden Bachelor- oder Diplom-Studiums erfordert es eine entsprechende Zeitdauer des Master-Studiengangs, um diese Vorgabe zu erreichen. Nicht gleichzusetzen ist die Regelstudienzeit mit der Studiendauer. Sie geht von idealisierten Studienbedingungen aus und kann daher nur eine Richtzeit darstellen. Die Studiendauer beschreibt hingegen die tatsächliche Anzahl von Semestern, die Studenten und Studentinnen bis zum Abschluss des Studiums benötigt haben. Während ein Vollzeit-Fernstudium gut innerhalb der Regelstudienzeit zu schaffen ist, erstrecken sich berufsbegleitende Fernstudiengänge oft über drei bis vier Jahre. Die meisten Fernunis bieten bei Bedarf eine kostenlose Verlängerung der vorher vereinbarten Studiendauer an. Auch ein vorzeitiger Abschluss ist möglich. Hierfür werden zum Teil sogar Prämien an die Absolventen und Absolventinnen ausgezahlt. Grundsätzlich richtet sich die benötigte Gesamtzeit danach, wie oft und wie lange konzentriert gelernt wird. Eine große Rolle spielen auch persönliche Vorlieben, Fähigkeiten, Kenntnisse und vorhandenes Vorwissen.

Wie viel Zeit sollte ich pro Woche einplanen?

Der pro Woche für das Fernstudium erforderliche Zeitaufwand lässt sich nicht genau beziffern. Bei Studiengängen, für die es Creditpoints nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) gibt, entspricht ein Punkt ungefähr einem Aufwand von 25 bis 30 Stunden. Die Arbeitsbelastung in einem vier-semestrigen Master-Studium, in dem insgesamt 120 Creditpoints zu erwerben sind, liegt damit bei etwa 35 Stunden pro Woche. Fernstudienanbieter gehen hingegen von wöchentlich maximal 15 bis 20 Stunden aus. Wie viel Zeit pro Woche aufzuwenden ist, hängt nicht zuletzt von der Studiendauer ab. Wird von vornherein eine längere Variante gewählt, nimmt die Lernintensität pro Semester ab. Auf diese Weise sinkt auch die wöchentlich notwenige Lernzeit. Da die Studierenden ihre Zeit im Fernstudium frei einteilen können, haben sie die Wahl zwischen einem kontinuierlich pro Woche absolvierten kleinen Lernpensum und dem Bearbeiten des gesamten Lernstoffs innerhalb weniger Tage zur gezielten Prüfungsvorbereitung. Welches jeweils die bessere Möglichkeit ist, müssen die Studenten und Studentinnen selbst herausfinden.

Bekomme ich auch im Fernstudium Kontakt zu anderen Studenten?

Fernstudierende sind im Gegensatz zu Präsenzstudenten und -studentinnen eher Einzelkämpfer. Der Kontakt zu Kommilitonen und Kommilitoninnen ergibt sich nicht automatisch wie im Präsenzstudium, bei dem schon allein der Besuch von Vorlesungen soziale Kontakte mit sich bringt. Fernstudenten und -studentinnen haben aber dennoch die Möglichkeit, mit Mitstudierenden in Verbindung zu treten. Dies erfordert jedoch mehr persönliches Engagement als bei einem Campus-Studium. Die Kontaktaufnahme lässt sich zumeist über Online-Angebote der Hochschulen realisieren, die den Studierenden die Gelegenheit geben, sich vorzustellen und gezielt nach Mitstreitern zu suchen. In höheren Semestern vieler Studiengänge stehen häufig gemeinschaftliche Praxisprojekte an, bei denen die Teilnehmer/innen ein Thema zusammen bearbeiten. Spätestens dann lohnt es sich, Kontakt zu Kommilitonen und Kommilitoninnen aufzunehmen, um sich über gemeinsame Interessen auszutauschen und geeignete Partner für den erfolgreichen Abschluss des Projektes zu finden. Obligatorische Präsenztermine wie Vorlesungen oder Klausuren bieten ebenfalls die Chance, Mitstudenten und -studentinnen persönlich kennenzulernen.

Wie funktioniert das Lernen im Fernstudium?

Je nach Aufbau des Fernstudiengangs lernen die Studierenden entweder komplett von zu Hause aus oder müssen sich neben dem Selbststudium für wenige Präsenztage an die Hochschule begeben. Auf diese Weise ist das Studium perfekt mit dem Berufs- und/oder Familienleben vereinbar. Ihre per Post oder online bereitgestellten Studienunterlagen bearbeiten sie eigenständig bei freier Zeiteinteilung. In welchem Rhythmus der Lernstoff kommt, richtet sich nach der Fernuniversität. Einige Anbieter versenden jeweils ein Komplettpaket zu Semesterbeginn, andere schicken die Unterlagen vierzehntägig oder monatlich zu. Neben den studienrelevanten Daten und Fakten enthält das Material auch Übungs- und Kontrollaufgaben, mit deren Hilfe die Studenten und Studentinnen ihren Lernfortschritt selbst überprüfen können. Darüber hinaus gibt es Einsendeaufgaben zur Leistungskontrolle, die zu festen Terminen fertigzustellen sind. Das stellt nicht nur sicher, dass die Lernenden sich regelmäßig mit der Materie befassen, es ermöglicht auch ein direktes Feedback von Dozenten/Dozentinnen, Tutoren/Tutorinnen und Mentoren/Mentorinnen. Das Einsenden der Hausarbeiten und anderer studienbegleitender Leistungen erfolgt mittlerweile weitgehend auf digitalem Wege. Spätestens, wenn die Modul- oder Abschlussprüfungen anstehen, müssen sich die Studierenden jedoch an ihre Hochschule oder an ein Prüfungszentren begeben, wo sie die Klausuren unter Aufsicht schreiben. Fernstudierende sehen sich zwangsläufig damit konfrontiert, sich immer wieder selbst motivieren und zum Lernen ermutigen zu müssen. Vielen fällt es nicht leicht, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich nach einem anstrengenden Arbeitstag statt auf die Couch an den Schreibtisch zu setzen. Gerade die freie Zeiteinteilung wird so manchem zum Verhängnis. Die fehlende Kontrolle von außen bringt die Gefahr mit sich, dass die Studierenden das Fernstudium hintanstellen, das Lernen schleifen lassen und den Überblick verlieren. Da es weder feste Lernzeiten noch regelmäßige Unterrichtsvorbereitungen oder Vorlesungstermine gibt, sind die Bedenken oft geringer, den Stoff immer wieder auf später zu verschieben, bis irgendwann nicht mehr genug Zeit bleibt, alles aufzuholen. Daher benötigen Fernstudierende eine große Portion Selbstdisziplin und ein gutes Zeitmanagement.

Lerngruppen

Lerngruppen unterstützen beim Wiederholen und Vertiefen des Lernstoffs, tragen zum besseren Verstehen bei und ermöglichen das Vergleichen von Lösungen. Durch Regelmäßigkeit und Kontinuität tragen sie zu Lerndisziplin und Struktur bei. Sie steigern die generelle Lernmotivation und helfen bei Fragen und Problemen. Die einfachste Möglichkeit, eine solche Lerngruppe aufzubauen, besteht in einem Besuch des von den meisten Fernhochschulen angebotenen Online-Campus. In themenrelevanten Foren sind ebenfalls andere Fernstudierende zu finden, die mit etwas Glück gar nicht so weit weg wohnen. Um nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt es sich, frühzeitig einen brauchbaren Kommunikationskanal auszuwählen. Neben dem Online-Campus sind auch Google+, Facebook und andere soziale Netzwerke mit ihren Chat-, Gruppen- und Veranstaltungsfunktionen für Lerngruppen geeignet. Geht es weniger um inhaltliche Debatten, sondern eher darum, Gruppenmitglieder kurz über aktuelle Dinge zu informieren, lässt sich auch Twitter optimal einsetzen. Um den gewählten Kanal bestmöglich nutzen zu können, sollten sich die Gruppenmitglieder gut mit diesem und seinen unterschiedlichen Funktionen auskennen. Sehr hilfreich für die Bildung von Lerngruppen sind außerdem Auftaktveranstaltungen zu Beginn des Studiums, Präsenztermine und Treffen von Regionalzentren.

E-Learning-Plattformen der Anbieter

Häufig kommt beim Master-Fernstudium das E-Learning zur Anwendung. Hierfür werden webbasierte Lernplattformen genutzt, die nicht nur der Übermittlung von Studieninhalten, sondern auch dem Austausch mit Lehrpersonal und Mitstudierenden dienen. Zunehmen bieten die Fernunis Online-Seminare und -Vorlesungen an, mittels derer die Studenten und Studentinnen gewissermaßen zu Hause im Hörsaal sitzen. E-Learning bezeichnet die Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen mittels digitaler Medien oder Werkzeuge. Gleichbedeutend sind Begriffe wie computerbasiertes Lernen, Online-Lernen, multimediales Lernen etc. Zu den charakteristischen Eigenschaften dieser Lehr- und Lernform zählen die Interaktivität, die Multicodalität, die Multimodalität und die Multimedialität. Zu den wichtigsten Varianten des E-Learning gehören das Blended Learing, die Virtuelle Lehre, Learning Communities und der virtuelle Hörsaal. Das sogenannte Blended Learning, eine Mischform aus Präsenz- und Fernstudium, kombiniert Selbstlern- und Präsenzphasen. Fester Bestandteil hierbei sind digital verfügbare Lektionen, die das berufsbegleitende Studieren vereinfachen sollen. Blended Learning kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn es nicht nur um die reine Wissensvermittlung, sondern auch um die praktische Umsetzung geht. Die virtuelle Lehre wird vorrangig über das Internet realisiert. Sie umfasst keine signifikanten Präsenzanteile, dafür jedoch Webinare, Hypertext-Kurse, web-unterstützte Lehrbuchkurse, video- und audiobasierte Kurse sowie Podcasts. Da bei dieser Lernform kaum Gelegenheit zur direkten Interaktion besteht, erfolgt die Kommunikation häufig über elektronische Medien wie Diskussionsforen, Chatrooms, E-Mail oder Voicemail. Zum Teil halten sich die E-Learning-Konzepte der Hochschulen an die lineare Wissensvermittlung, die bereits aus Büchern und anderen herkömmlichen Lehrmitteln bekannt ist. Moderne E-Learning-Systeme ermöglichen indes auch flexible und adaptive Lernstrukturen, die auf die individuellen Fähigkeiten der Studierenden eingehen.

Wie funktionieren die Prüfungen im Fernstudium?

Ob die Studierenden zur Abschlussklausur für einen Kurs oder ein Modul zugelassen werden, richtet sich meist danach, ob die Einsendeaufgaben zur Leistungskontrolle erfolgreich gelöst wurden. Klausuren und Prüfungen finden unter Aufsicht vor Ort an der Hochschule oder an einem angeschlossenen Prüfungszentrum statt. Prüfungen zu bestimmten Lerninhalten werden in der Regel mehrmals im Jahr abgehalten. Einige Hochschulen bieten Blockprüfungen an, bei denen die Studenten und Studentinnen die Gelegenheit haben, mehrere Prüfungen hintereinander zu abzulegen. Je nachdem, wie schnell die Studierenden mit ihrem Lernpensum vorankommen, können sie sich für einen der verfügbaren Termine entscheiden. Auch bei der Wahl des Ortes sind sie relativ frei. Ideal ist ein Prüfungsort nahe des eigenen Wohnsitzes, da sich hierbei die Anfahrtswege und der Zeitaufwand in Grenzen halten. Die Abschlussarbeit bzw. Master-Thesis muss mit einem/einer Dozenten/Dozentin abgesprochen und bei der Hochschule angemeldet werden. Bestenfalls suchen die Teilnehmer/innen selbst nach einem geeigneten, ihren individuellen Interessen entsprechenden Thema. Die Arbeit ist innerhalb von circa sechs Monaten zu erstellen. Das Ergebnis fließt zu einem erheblichen Teil in die Endnote für das Fernstudium ein.

Kann ich ein Master-Fernstudium berufsbegleitend absolvieren?

Fernstudiengänge eignen sich besonders gut dafür, den Master-Titel neben dem Beruf zu erwerben. Anders als Präsenzstudiengänge erfordern sie kaum bis gar keine physische Anwesenheit an der Hochschule. Die wenigen Pflichtveranstaltungen finden in der Regel am Wochenende statt und sind damit gut mit der beruflichen Tätigkeit vereinbar. Auch das Studienmaterial ist auf die speziellen Anforderungen berufstätiger Studenten und Studentinnen ausgelegt. Berufsbegleitend zu studieren heißt jedoch, über mehrere Jahre eine doppelte Belastung zu tragen. Dabei dürfen weder die Zuständigkeiten im Job noch das Lernen für das Studium vernachlässigt werden. Daher erfordert ein Fernstudium viel Disziplin, Stressresistenz, Organisationstalent und ein gutes Zeitmanagement.

Kosten des Master-Fernstudiums

Die Kosten für einen Master-Fernstudiengang unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Für gewöhnlich sind sie wesentlich höher als bei einem Präsenzstudium. In vielen Fällen gibt die Homepage keine Informationen zu den Studiengebühren, sodass Interessenten/Interessentinnen direkt anfragen oder Informationsmaterial bestellen müssen. Grundsätzlich ist ein Fernstudium an einer privaten Fernuni deutlich teurer als bei staatlichen Einrichtungen. Beträge von mehr als 10.000 Euro sind keine Seltenheit. Privathochschulen stellen ihren Studenten und Studentinnen jedoch häufig alle benötigten Materialien einschließlich der Fachliteratur zur Verfügung, die anderswo aus eigener Tasche zu finanzieren sind. Hier gilt es, sich genau zu überlegen, welche Variante für die persönlichen Ansprüche und Wünsche die bessere ist. Meist setzt sich der Gesamtpreis aus einer monatlichen Grundgebühr und Aufwendungen für Seminare und Prüfungen zusammen. Zum Teil berechnen die Hochschulen auch nach bestelltem Studienmaterial. Einzuplanen sind außerdem zusätzliche Kosten für die Anreise und die Übernachtung in Präsenz- oder Prüfungsphasen.

Finanzierungsmöglichkeiten und Fördergelder

Ein berufsbegleitendes Fernstudium kostet oft mehrere Hundert Euro im Monat. Auch wenn sich ein gewisser Teil der Kosten über die hauptberufliche Tätigkeit kompensieren lässt, kann die Finanzierung auf Dauer eine spürbare Belastung für die Haushaltskasse darstellen. Es gibt jedoch zahlreiche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten die Studierende in Anspruch nehmen können, um die finanzielle Last nicht allein tragen zu müssen. Meist sind die Familie und der Freundeskreis der erste Ansprechpartner. Ein Darlehen in diesem Umfeld bietet den Vorteil, dass es unproblematisch und ohne großen bürokratischen Aufwand abzuwickeln ist. Damit die Rückzahlung klappt, ist es ratsam, diesen Privatkredit schriftlich zu fixieren. Denkbar ist auch ein Vorschuss auf das Erbe oder die Unterstützung in Form kleiner monatlicher Finanzspritzen. Unter Umständen kann es sich lohnen, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Immer mehr Unternehmen sind bereit, ihren Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen bei der beruflichen Weiterbildung unter die Arme zu greifen. Im Gegenzug müssen diese sich jedoch häufig verpflichten, nach Abschluss des Studiums noch für mehrere Jahre in der Firma zu bleiben. Wer früher kündigt, ist meist verpflichtet, einen Teil des gewährten Zuschusses oder sogar alles zurückzahlen. Damit ist ein Jobwechsel nahezu ausgeschlossen. Eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Förderungsmöglichkeiten bietet ein Stipendium. Viele Hochschule verfügen über eigene Stipendienangebote, die allerdings nicht übermäßig beworben werden. Weitere Anbieter sind große partei- und kirchennahe, aber auch zahlreiche kleinere und weniger bekannte Stiftungen. Zu den geläufigsten Stipendien für Berufstätige gehören das zur Qualifizierungsinitiative “Aufstieg durch Bildung” der Bundesregierung zählende Aufstiegsstipendium und das Deutschlandstipendium, das je zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von privaten Förderern finanziert wird. Vollzeit-Varianten von Fernstudiengängen sind BAföG-förderfähig. Die staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz richtet sich an Studenten und Studentinnen, die zu Beginn der Ausbildung noch keine dreißig Jahre alt waren. Es gibt jedoch zahlreiche Ausnahmen von dieser Altersgrenze. Sie gilt zum Beispiel nicht, wenn vor dem Studium das (Fach-)Abitur nachgeholt wurde, das Studium ohne (Fach-)Abitur in Angriff genommen wird oder die Studierenden vor der Hochschulausbildung Kinder erzogen haben. Die Höhe des BAföG hängt vom Einkommen ab und es muss zum Teil zurückgezahlt werden. Dennoch lohnt es sich oftmals, die Ausbildungsförderung zu beantragen. Kommt keine der oben genannten Möglichkeiten infrage, ist vielleicht ein Studienkredit die Lösung. Dieser gehört bei vielen Geldinstituten mittlerweile zum Leistungskatalog. Die Bedingungen dafür unterscheiden sich allerdings von Bank zu Bank. Daher lohnt es sich, die verschiedenen Angebote sorgfältig zu prüfen und miteinander zu vergleichen. Auch über die Steuererklärung lässt sich ein Teil des für das Studium aufgewendeten Geldes wiedererlangen. Da das Master-Fernstudium in der Regel als Zweitstudium anzusehen ist, können sämtliche Studienkosten wie Studiengebühren, Fahrt- und Übernachtungskosten, Fachliteratur und Arbeitsmittel unbeschränkt als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden. Ist das zu versteuernde Einkommen so niedrig, dass keine Steuern abzuführen sind, lassen sich die Ausbildungskosten als Verlustvortrag auf die Zeit nach der Hochschulausbildung übertragen. Übernimmt der Arbeitgeber die Studiengebühren, werden diese unter bestimmten Bedingungen als steuerlich voll absetzbar akzeptiert, ohne dass vom/von der Arbeitnehmer/in zusätzliche Steuern zu zahlen sind. Hierzu muss ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse am Studium vorhanden sein. Das ist beispielsweise der Fall, wenn sich die Einsatzfähigkeit des/der Mitarbeiter/in durch die Teilnahme am Fernstudium erhöht.

Wann kann ich ein Master-Fernstudium beginnen?

In vielen Hochschulen gilt auch beim Fernstudium der Semesterrhythmus. Sofern die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden, besteht hier ein- oder zweimal pro Jahr die Gelegenheit, ein Studium aufzunehmen. Bei anderen Anbietern gibt es zeitlich keine Einschränkungen, sodass der Studienbeginn jederzeit möglich ist.