Fernstudium Betriebliches Gesundheitsmanagement

Betriebliches Gesundheitsmanagement umfasst die Entwicklung, den Aufbau und die Lenkung betrieblicher Prozesse und Strukturen mit dem Ziel, die Arbeit, das Verhalten und die Organisation am Arbeitsplatz gesundheitsdienlich zu gestalten. Es soll die Belastungen der Beschäftigten optimieren und persönliche Ressourcen stärken und auf diese Weise einerseits die Lebensqualität am Arbeitsplatz fördern und andererseits die Produktivität und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens erhöhen. Nicht-akademische Fernstudiengänge bieten Interessenten die Gelegenheit, ein Verständnis für ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement zu erwerben und sich für dessen betriebliche Implikation zu qualifizieren. Die Teilnahme empfiehlt sich unter anderem für Mitarbeiter/innen der Organisations- und Personalentwicklung, Unternehmensberater/innen, Dienstleister/innen aus dem BGM-Bereich, Physiotherapeuten/-therapeutinnen und Pflegekräfte.

Berufsaussichten als betriebliche/r Gesundheitsmanager/in

Da betriebliches Gesundheitsmanagement zur Verbesserung des Arbeitsklimas und zur gesundheitlichen Stabilisierung der Mitarbeiter/innen beiträgt, ist es ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen. Mittlerweile haben das auch viele Firmen erkannt, die sich diesem Thema gegenüber bisher eher verschlossen zeigten. Momentan entwickelt sich diese Branche daher äußerst dynamisch. Ein großes Potenzial bietet sich insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen, in denen es bislang keine professionellen BGM-Strukturen gibt und die nur wenige oder gar keine diesbezüglichen Maßnahmen anbieten.

Wer an Weiterbildungen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement teilnimmt, eröffnet sich hervorragende Chancen für einen Einstieg in diesen Markt, ob als interne Fachkraft, betrieblicher Gesundheitsmanager, BGM-Berater oder BGM-Dienstleister.

Gehalt

Absolventen/Absolventinnen eines Fernlehrgangs Betriebliches Gesundheitsmanagement übernehmen häufig leitende Positionen im Gesundheits- und Präventionsbereich von Unternehmen. Abhängig von der vorherigen beruflichen Ausbildung und Anstellung verdienen sie nach dieser Maßnahme zum Teil deutlich mehr. In Vollzeitanstellung kann das Einkommen zwischen 2.500 und 4.600 Euro brutto pro Monat betragen. Die exakte Höhe des Gehalts hängt dabei unter anderem von der Branche und der Unternehmensgröße ab. Großunternehmen zahlen in der Regel mehr als mittelständische Handwerksfirmen.

Berufsbild und Arbeitsgestaltung

Betriebliche Gesundheitsmanager/-managerinnen entwickeln und steuern Maßnahmen zur gesundheitsförderlichen Gestaltung von Arbeitsplätzen und beruflicher Tätigkeit. Sie schätzen die physischen und psychischen Belastungen der Mitarbeiter ein, sorgen für eine gesündere Kantinenverpflegung, vermitteln bei Konflikten zwischen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen und Abteilungen und führen Mitarbeiterbefragungen durch. Der Ausbau innerbetrieblicher Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie des Kinderbetreuungsangebots fällt ebenfalls in das Tätigkeitsfeld dieser Berufsgruppe.

Im Rahmen ihrer täglichen Arbeit werten betriebliche Gesundheitsmanager/innen Statistiken und Studien aus und überwachen und evaluieren die von ihnen entwickelten Maßnahmen. Häufig stehen sie im Dialog mit Kunden oder außerbetrieblichen Partnern wie Krankenkassen oder Fitnessstudios. Um über die Situation im öffentlichen Gesundheitswesen im Bilde zu sein, arbeiten sie eng mit Sozialwissenschaftlern/-wissenschaftlerinnen und Ärzten/Ärztinnen zusammen.

In das Aufgabengebiet selbstständiger betriebliche Gesundheitsmanager/innen gehört außerdem die Kundenakquise, wenn sie beispielsweise Unternehmen überzeugen müssen, sie mit der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements zu betrauen. In diesem Fall stehen neben der Schreibtischtätigkeit auch Reisen zu Unternehmen und anderen Einrichtungen, der Besuch von Messen oder das Halten von Vorträgen auf Tagungen oder an Schulen auf dem Programm.

Inhalte und Ablauf des Fernlehrgangs

Fernkurse zum betrieblichen Gesundheitsmanagement vermitteln den Teilnehmern/Teilnehmerinnen alle erforderlichen Fachkenntnisse, die sie benötigen, um Unternehmen als betriebliche/r Gesundheitsmanager/in, Fachkraft oder Berater/in bei der Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements zu beraten, dieses eigenständig aufzubauen und verantwortungsbewusst zu leiten. Die Gesundheitspolitik gehört ebenso zu den Lehrinhalten wie rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen, Grundlagen und Instrumente der Gesundheitskommunikation oder Gesprächsführung und Präsentationstechniken.

Die Weiterbildung informiert über Erhebungsmethoden zur Bedarfsermittlung von Maßnahmen, die Anwendung von Methoden und Instrumenten der Organisationsdiagnostik und die Auswertung der damit erzielten Ergebnisse. Eingegangen wird außerdem auf die Wirksamkeit und den Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren sowie die Entwicklung von Kommunikationskonzepten und Gesundheitsberichten.

Die modular aufgebauten Lehrgänge dauern in der Regel fünf Monate. Der tatsächliche Zeitrahmen hängt von der eigenen Lerngeschwindigkeit ab. Die Teilnehmer/innen erhalten Studienhefte, die sie zeitlich und örtlich flexibel bearbeiten können. Auf diesen bauen zwei verpflichtende Wochenendseminare am Standort der jeweiligen Fernschule auf. Zusätzlich gibt es mehrere Online-Vorlesungen und ein Online-Tutorium.

Um das Zertifikat zu erlangen müssen Einsendearbeiten erfolgreich eingereicht und eine Abschlussprüfung in Form einer Klausur mit Multiple-Choice-Fragen bestanden werden. Des Weiteren ist ein Implementierungskonzept für ein betriebliches Gesundheitsmanagement in einem fiktiven Unternehmen zu erarbeiten, das vor Ort in einer 15-minütigen Präsentation vorzustellen ist.

Zugangsvoraussetzungen

Voraussetzung für eine Teilnahme ist eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mindestens einjährige Berufserfahrung.

Jeder, der mit einem Fernlehrgang liebäugelt, muss sich im Klaren darüber sein, dass das Lernen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Es braucht ein gehöriges Maß an Disziplin und Eigenmotivation, diese Doppelbelastung über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Auch die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen sowie Organisationsvermögen sollten vorhanden sein.

Kosten eines Fernstudiums

Die Studiengebühren betragen knapp 1.500 Euro zzgl. Prüfungskosten. Zum Teil besteht die Möglichkeit, auf Studienhefte zu verzichten und damit fünf Prozent einzusparen. Geringverdiener, Schwerbehinderte und Arbeitssuchende, für die eine Weiterbildung zum/zur Gesundheitsmanager/in den Ausschlag für ein neues Arbeitsverhältnis geben könnte, erhalten mitunter zehn Prozent Rabatt auf die Studiengebühr.

Mögliche Abschlüsse

Erfolgreiche Absolventen/Absolventinnen des nicht-akademischen Fernstudiums erhalten ein Zertifikat und dürfen sich fortan betriebliche/r Gesundheitsmanager/in nennen. Alternativ bietet sich ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium mit Schwerpunkt Betriebliches Gesundheitsmanagement an. Wer bereits über einen ersten berufsqualifizierenden Studiengang verfügt, hat außerdem die Möglichkeit, einen Master-Titel im Fach Prävention und Gesundheitsmanagement zu erwerben.

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