Fernstudium Praxismanagement

Wie in anderen Wirtschaftsunternehmen hängt auch in Arzt- und Zahnarztpraxen der Erfolg von einer effizienten Organisation der Arbeitsabläufe und einem optimal funktionierenden Abrechnungswesen ab. Um dies zu gewährleisten, sind die Gesundheitsunternehmen auf hervorragend qualifizierte Mitarbeiter/innen angewiesen, die ihre Fachkenntnisse an leitender oder unterstützender Stelle bestmöglich einsetzen und so die reibungslose Erledigung aller anfallenden Aufgaben sichern. Das hierfür nötige Wissen können Interessenten und Interessentinnen im nicht-akademischen Fernstudium Praxismanagement erwerben, in dem sie lernen, wie Arztpraxen und andere Gesundheitsunternehmen nach ökonomischen Kriterien zu führen sind. Zur Zielgruppe dieser Weiterbildung zählen in erster Linie medizinische Fachangestellte, Fachwirte für ambulante Versorgung und Fach- oder Betriebswirte mit Erfahrung im pflegerischen Bereich, aber auch Kundenberater/innen und Apotheker/innen.

Berufsaussichten als Praxismanager/in

Steigender Konkurrenzdruck und rasante Veränderungen im Unternehmen lassen den Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften steigen, die in der Lage sind, Gesundheitsunternehmen wie Arzt- und Zahnarztpraxen wirtschaftlich zu organisieren. Daher erfreuen sich Absolventen und Absolventinnen dieser Weiterbildung sehr guter Berufssaussichten. Optimale Karrierechancen bieten sich insbesondere jenen, die bereits über Berufserfahrung im Gesundheitswesen verfügen.

Gehalt

Nach dem Fernstudium können die Teilnehmer/innen verantwortungsvolle leitende Positionen in Gesundheitsbetrieben übernehmen und beruflich aufsteigen. Damit rückt ein Gehaltsanstieg in greifbare Nähe. Mit durchschnittlich 2.200 Euro pro Monat liegt das Einkommen zwar im unteren Drittel der Managergehälter, aber immer noch höher als beispielsweise das eines Arzthelfers/einer Arzthelferin. Der genaue Verdienst richtet sich unter anderem nach der Größe des Unternehmens, dem Bundesland und der Berufserfahrung.

Berufsbild und Arbeitsgestaltung

Praxismanager/innen sind für die Planung, Organisation und Überwachung der Prozesse in Arzt- und Zahnarztpraxen zuständig. Sie strukturieren und dokumentieren die Abläufe im Praxisalltag, prüfen Umsatz- und Kostenverläufe und die Rentabilität und Auslastung medizinischer Gerätschaften wie Röntgen- oder Ultraschallgeräte. Das Aufstellen von Plan- und Zielwerten ist ebenso Teil ihres Tätigkeitsfeldes wie das Einführen, Weiterentwickeln und Überwachen von Maßnahmen des Qualitätsmanagements. Darüber hinaus obliegt es ihnen, die Praxisprozesse kontinuierlich an die Änderungen der Rahmenbedingungen anzupassen. Nicht selten sind sie für das Rekrutieren von Praxispersonal zuständig oder wirken zumindest an der Einstellung mit. In diesem Zusammenhang definieren sie Anforderungsprofile, entwickeln Stellenanzeigen und treffen eine Vorauswahl aus den eingehenden Bewerbungen. Des Weiteren planen und stellen sie Informationen über die Praxisleistungen zusammen und erstellen und pflegen Informationsmaterialien wie Praxisbroschüren oder Praxishomepages. Natürlich übernehmen sie auch selbst Aufgaben in der Praxisorganisation. So arbeiten sie beispielsweise am Patientenempfang mit, erledigen Abrechnungen mit Krankenkassen, führen Patientendokumentationssysteme und organisieren den Materialeinkauf und die Lagerhaltung. Einen großen Teil ihrer Arbeitszeit verbringen Praxismanager/innen am PC, wo sie Dokumentationen, Planungen und Analysen erstellen. Bei der Arbeit am Empfang haben sie Umgang mit verletzten und kranken Menschen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit müssen sie zahlreiche Vorschriften und gesetzliche Vorgaben beachten und tragen Verantwortung für die betriebswirtschaftliche Situation ihrer Arztpraxis. Weitere geeignete Arbeitsplätze für Praxismanager/innen finden sich in ambulanten Operationszentren und Tierarztpraxen.

Inhalte und Ablauf des Fernlehrgangs

Fernkurse in Praxismanagement dauern meist zwischen zwölf und fünfzehn Monate. Vereinzelt gibt es auch kürzere Lehrgänge mit einer Dauer von drei bis sechs Monaten. Sollte diese Zeit einmal nicht genügen, ist in der Regel eine kostenlose Verlängerung der Betreuungszeit um mehrere Monate möglich. Inhaltlich befassen sich die Weiterbildungen mit der Optimierung der Prozesse in Arzt-, Zahnarzt- und therapeutischen Praxen. Die Studierenden beschäftigen sich mit den Grundlagen unternehmerischen Denkens und Handelns, mit betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich sowie mit den Instrumenten des Praxismanagements. Patientenmanagement und Konflikt- und Krisenmanagement stehen ebenso auf dem Lehrplan wie Qualitätsmanagement, Personalführung und Praxismarketing. Darüber hinaus lernen die Teilnehmer/innen Gestaltungsspielräume optimal zu nutzen und durch eine effektive Kostenreduzierung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Praxis zu verbessern. Das Fernstudium bietet Interessenten und Interessentinnen die Gelegenheit, sich mithilfe von Studienbriefen und Online-Medien berufsbegleitend weiterzubilden. Neben den Selbstlernphasen gibt es vereinzelte Präsenztermine am Standort der jeweiligen Fernschule oder einem angeschlossenen Studienzentrum. Diese finden jedoch am Wochenende statt und lassen sich daher gut mit dem Beruf vereinbaren. Zur Kontrolle des Lernfortschritts sind regelmäßig Einsendeaufgaben und Fallaufgaben zu bearbeiten und an den/die Fernlehrer/in zu senden. Einige Anbieter verlangen darüber hinaus eine kurze Abschlusspräsentation im Rahmen eines Präsenzseminars. Mittlerweile verfügen die meisten Fernschulen über einen Online-Campus, über den sich die Studierenden miteinander vernetzen oder Kontakt zu Dozenten/Dozentinnen und Studienbetreuern/-betreuerinnen aufnehmen können. Diese Plattformen bieten außerdem häufig die Möglichkeit, zusätzliche Lerninhalte herunterzuladen oder Webinare- und Online-Seminare zu besuchen.

Zugangsvoraussetzungen

Die Zulassung zum Fernstudiengang Praxismanagement erfordert weder einen bestimmten Schulabschluss noch besondere Vorkenntnisse. Allerdings empfehlen die Fernschulen zwei bis drei Jahre berufliche Praxis im Gesundheitswesen. Diese Erfahrung hilft beim Verstehen der praxisnahen Inhalte und erleichtert außerdem den späteren Einstieg als Praxismanager/in. Mitbringen sollten die Teilnehmer/innen persönliche Voraussetzungen wie Interesse an betriebswirtschaftlichen und managementbezogenen Themen im Gesundheitsbereich, Organisationstalent und analytisches Denken. Flexibilität und Belastbarkeit sind ebenso wichtig wie Sozialkompetenz und Kommunikationsstärke. Um den besonderen Anforderungen des Fernlernens gewachsen zu sein, empfehlen sich außerdem ein gutes Zeitmanagement und die Fähigkeit, sich immer wieder selbst zu motivieren.

Kosten eines Fernstudiums

Die Kosten für die Weiterbildung in Praxismanagement belaufen sich je nach Anbieter auf 1.500 bis 2.100 Euro. Zusätzlich sind Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten bei den Präsenzseminaren einzukalkulieren.

Mögliche Abschlüsse

Als Nachweis der erfolgreichen Teilnahme am nicht-akademischen Fernstudium erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat. Zum Teil stellen die Anbieter zusätzlich ein Abschlusszeugnis aus. Es gibt auch Fernkurse auf akademischem Niveau, die mit einem Hochschulzertifikat enden. Die damit verbundenen ECTS-Punkte lassen sich gegebenenfalls auf ein späteres Studium, etwa den Bachelor-Fernstudiengang Gesundheitsökonomie, anrechnen. Dieses wiederum bildet die Voraussetzung für ein Master-Studium, zum Beispiel in Health Care Management.