Fernstudium Immobilienmakler

Immobilienmakler und Immobilienmaklerinnen vermitteln Immobilien wie Wohnungen, Häuser oder Grundstücke. Sie bringen Anbieter und Interessenten zusammen und betreuen ihre Kunden und Kundinnen in allen Fragen rund um den Kauf, den Verkauf oder die Ver- bzw. Anmietung. Obwohl sie dafür umfassende branchenspezifisches Wissen benötigen, gibt es für diesen Beruf bislang keine staatlich geregelte Ausbildung. Mithilfe des nicht-akademischen Fernstudiums zum/zur Immobilienmakler/in können sich Interessenten und Interessentinnen die Kenntnisse aneignen, die sie für eine erfolgreiche Tätigkeit auf dem Immobilienmarkt benötigen. Dank dieses Know-hows steht ihnen der Zugang zu neuen Geschäftsfeldern offen, die ein lukratives Gehalt und abwechslungsreiche Aufgaben versprechen.

Berufsaussichten als Immobilienmakler/in

Einerseits möchten immer mehr Menschen ihre Ersparnisse in Immobilien anlegen, andererseits herrscht in vielen Orten Wohnungsmangel. Vor allem in den Metropolen floriert die Immobilienbranche. Daher sind die Berufsaussichten und Karriereperspektiven für Immobilienmakler/innen generell gut. Ein großer Teil dieser Berufsgruppe arbeitet auf selbstständiger Basis. Geeignete Jobs gibt es aber auch in Maklerbüros, bei Banken und bei Versicherungsagenturen. Grundsätzlich stehen den Absolventen und Absolventinnen entsprechender Fernkurse alle Arten von Immobilienunternehmen offen, einschließlich privater oder staatlicher Wohnungsbaugesellschaften und Haus- oder Grundstücksverwaltungen.

Gehalt als Immobilienmakler

Das Einkommen selbstständiger Immobilienmakler/innen richtet sich nach ihrer Erfolgsquote. Im Falle einer Vermittlung steht ihnen eine Provision zu, auch Courtage genannt. Diese beträgt bei Vermietungen maximal zwei Monatsmieten plus Umsatzsteuern und bei einem Verkauf zwischen drei und fünf Prozent des Verkaufspreises. Bei Angestellten von Banken oder Maklerbüros ist die Provision zwar meist deutlich geringer, allerdings erhalten sie üblicherweise ein festes Gehalt und sind sozialversichert. Selbstständige müssen die Kosten für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung allein tragen.

Berufsbild und Arbeitsgestaltung

Immobilienmakler und Immobilienmaklerinnen besetzen eine wichtige Schnittstelle zwischen Immobilienbesitzern und potenziellen Käufern oder Mietern. Sie holen Angebote von Verkäufern ein, werten diese aus und führen Objektbesichtigungen durch. Anhand von Vergleichsobjekten und Marktanalysen ermitteln sie die erzielbaren Preise und erstellen Objektbeschreibungen. Gegebenenfalls lassen sie Gebäude fotografieren, stellen Grundrisse und Lagepläne zusammen und untersuchen das Umfeld hinsichtlich der Infrastruktur, der Verkehrsanbindung und der Parkmöglichkeiten.

Nach Aufnahme von Immobilien in ihre Maklerkartei suchen Immobilienmakler/innen nach möglichen Käufern/Käuferinnen und führen Verkaufsgespräche und Verhandlungen. Sie zeigen Interessenten/Interessentinnen die Objekte, legen den Energieausweis vor und setzen Kaufverträge auf. Darüber hinaus unterstützen sie Käufer/innen und Verkäufer/innen beim Aushandeln von Vereinbaren und klären rechtliche Fragen zu Erschließungsmöglichkeiten und Bauvorschriften mit den zuständigen Behörden.

Bei Bedarf beraten Immobilienmakler und Immobilienmaklerinnen ihre Kunden/Kundinnen in Baufinanzierungsfragen und wickeln Finanzierungen von Grundstücks- und Hauskäufen ab. Sie stellen Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Finanzierungspläne auf, erstellen Sachverständigengutachten zu Grundstücks- und Mietwerten und prüfen die Kosten für Bau-, Modernisierungs- und Sanierungsobjekte. Des Weiteren übernehmen sie Bauträger- und Baubetreuungsaufgaben und rechnen Bauvorhaben nach Bezugsfähigkeit ab.

Im Bereich der Immobilienverwaltung kalkulieren Immobilienmakler/innen Mietpreise, verfassen Mietverträge, überwachen den Mieteingang und wickeln Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten ab. Das Führen der Miet- und Finanzbuchhaltung kann ebenso zu ihren Aufgaben gehören wie das Vorbereiten und Erstellen von Jahresabrechnungen und -berichten.

Immobilienmakler und Immobilienmaklerinnen arbeiten sowohl im Büro als auch direkt vor Ort bei ihren Kunden und Kundinnen. Im Rahmen ihrer Bürotätigkeit halten sie telefonischen Kontakt zu ihren Klienten und Klientinnen und erledigen verwaltende Tätigkeiten am Computer. Sie pflegen Informationen zu Kunden, Anbietern und Immobilien ein und bieten Dienstleistungen und Objekte über das Internet an. In Fachzeitschriften und Online-Medien halten sie sich über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Laufenden. Für Objektbesichtigen sind sie zum Teil auch am Abend oder samstags unterwegs.

Inhalte und Ablauf des Fernlehrgangs

Bei einer wöchentlichen Studienzeit von acht bis zehn Stunden dauert das Fernstudium zum/zur Immobilienmaklerin acht bis zwölf Monate. Der Lehrgangsbeginn ist jederzeit möglich. Ihre Studienunterlagen bekommen die Teilnehmer/innen per Post oder E-Mail. Anhand von Studienheften eignen sie sich das Grundlagenwissen eigenständig an. Mithilfe von Fallbeispielen erhalten sie außerdem einen Einblick in die praktische Arbeit des Immobilienmaklers/der Immobilienmaklerin.

Immobilienmakler/innen müssen sich in den Bereichen Betriebswirtschaft, Management und Recht auskennen. Daher vermitteln die Fernkurse Fächer wie Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Grundlagen des Rechts und Management für Makler. Thematisiert werden überdies Immobilienrecht und Anlageformen, Miet- und Wohneigentumsrecht, Maklerrecht und Maklerpraxis.

Bei einigen Fernkursen steht ein Präsenzseminar auf dem Lehrplan, das den Studierenden die Gelegenheit bietet, ihr Maklerwissen zu vertiefen, Fragen zu stellen und Mitschüler/innen kennenzulernen. Viele Fernschulen verfügen außerdem über einen Online-Campus, über den die Teilnehmer/innen mit Dozenten/Dozentinnen, Betreuern/Betreuerinnen und Kommilitonen/Kommilitoninnen kommunizieren können. 

Am Ende des Fernlehrgangs steht eine schriftliche Prüfung an, die in den meisten Fällen zu Hause zu absolvieren ist.

Zugangsvoraussetzungen

Bei der Weiterbildung zum/zur Immobilienmakler/in handelt es sich nicht um eine staatlich geregelte Ausbildung. Deshalb legen die Bildungseinrichtungen die Zugangsbedingungen selbst fest. Die meisten Anbieter fordern kaufmännisches Vorwissen und/oder Berufspraxis in der Immobilienbranche. Einige Fernschulen ermöglichen den Einstieg aber auch ganz ohne Vorkenntnisse.

Für die spätere berufliche Tätigkeit sind persönliche Fähigkeiten wie Kommunikationsstärke, Verkaufsgeschick und wirtschaftliches Denken vorteilhaft. Des Weiteren sollten Interessenten und Interessentinnen Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Organisationstalent mitbringen, um den besonderen Anforderungen des Fernlernens gewachsen zu sein.

Kosten eines Fernstudiums

Die Kosten für Fernstudiengänge zum/zur Immobilienmakler/in belaufen sich auf rund 1.400 bis 2.000 Euro. Darin enthalten sind üblicherweise die Lehrgangsunterlagen, der Zugang zum Online-Campus sowie die institutsinterne Prüfung. Wer anschließend eine IHK-Prüfung absolvieret, zahlt zusätzlich eine Prüfungsgebühr von 300 bis 500 Euro.

Mögliche Abschlüsse

Am Ende des Lehrgangs erhalten die Teilnehmer/innen das Abschlusszeugnis ihrer Fernschule. Bestehen sie die schriftliche Prüfung, gibt es außerdem ein institutsinternes Zertifikat. Absolventen und Absolventinnen, die ihr Fachwissen noch weiter ausbauen möchten, können anschließend eine Weiterbildung zum/zur Immobilienfachwirt/in absolvieren. Da diese staatlich anerkannte Ausbildung einem Meister-Abschluss gleichgesetzt ist, öffnet sie zugleich den Zugang zu einem akademischen Studiengang, beispielsweise in Immobilienmanagement oder Immobilienwirtschaft.