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Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial-Verlag)

Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial-Verlag)

Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial-Verlag)

In der modernen Gesellschaft ist Sexualität in Recht, Wirtschaft und Religion ebenso ein Thema wie in Kunst, Erziehung und in den Massenmedien. Auch die Soziologie, die sich lange Zeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durch eine auffällige Abstinenz gegenüber diesem Gegenstandsbereich ausgezeichnet hat, nimmt sich mittlerweile der vielfältigen Dimensionen der sexuellen Kommunikation an.

  • Benkel, Thorsten; Akalin, Fehmi (Hg.),
  • Soziale Dimensionen der Sexualität
  • Buchreihe: Beiträge zur Sexualforschung
  • 393 Seiten, Broschiert, Format: 148 x 210 mm
  • Erschienen im März 2010
  • ISBN-13: 9783837920109

In der modernen Gesellschaft ist Sexualität in Recht, Wirtschaft und Religion ebenso ein Thema wie in Kunst, Erziehung und in den Massenmedien. Auch die Soziologie, die sich lange Zeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durch eine auffällige Abstinenz gegenüber diesem Gegenstandsbereich ausgezeichnet hat, nimmt sich mittlerweile der vielfältigen Dimensionen der sexuellen Kommunikation an. Dies darf als Indikator für ein verändertes Verständnis sowohl der Soziologie als auch der Sexualität gewertet werden. Der vorliegende Band bündelt soziologische Analysen zu grundlegenden Fragen der Sexualität in der Gesellschaft und ihrem Wandel sowie zu einzelnen Phänomenen wie Liebe, Geschlechterdifferenz, Jugendsexualität, Pornografie, Prostitution und Voyeurismus.

Mit Beiträgen von Fehmi Akalin, Sophinette Becker, Thorsten Benkel, Hannelore Bublitz, Franz X. Eder, Svenja Flaßpöhler, Peter Fuchs, Sabine Grenz, Daniela Klimke, Rüdiger Lautmann, Karl Lenz, Sven Lewandowski, Gunter Runkel, Michael Schetsche, Renate-Berenike Schmidt und Volkmar Sigusch.

 

Mario Paul über Thorsten Benkel, Fehmi Akalin, Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial Verlag)

Rezension über „Soziale Dimensionen der Sexualität“ – Mario Paul

Thorsten Benkel und Fehmi Akalin haben dieses Buch erst in diesem Jahr herausgegeben, wobei sie nicht die einzigen Autoren sind. Das Buch beinhaltet größtenteils Beiträge von 14 weiteren Autoren, was ich sehr interessant finde, da man als Leser dadurch umfangreich und kompetent von den jeweiligen Leuten vom Fach informiert wird.

Die Herausgeber wie auch die Autoren sind in einem extra Teil am Schluss des Buches noch mal einzeln vorgestellt und die Angabe ihrer aktuellen Veröffentlichungen regen eventuell dazu an, sich je nach Interesse für einen Beitrag noch mal vertiefend zu informieren.
Im vorliegenden Buch werden soziologische Analysen betreffend der Sexualität in der sich wandelnden Gesellschaft vorgenommen und einzelne Phänomene derer gesondert besprochen.
Die Themenvielfalt finde ich dabei besonders interessant.

Angefangen bei allgemeiner Kommunikation von Sexualität über soziale, gesellschaftliche Perspektiven darauf, über eine Analyse der aktuell existierenden Sexualität und deren Diskurse sowie Betrachtungen zum Wandel der Struktur selbiger beispielsweise durch Liberalisierung und Kommerzialisierung mit Augenmerk auf das letzte Jahrhundert, Ausblicke zum Wandel der Sexualität in Verbindung mit Liebe und gegen Ende verschiedene Erscheinungsformen der Sexualität sind Gegenstand des vorliegenden Buches. Interessante Themen wie zum Beispiel »sexuelle Interaktion von Paaren« im letzten Abschnitt locken den Leser. Hier wird nicht nur der Zustand der Sexualität zwischen Menschen in einer festen Beziehung beleuchtet, sondern auch auf die oft schwierige Suche nach einem festen Partner und der damit veränderten Sexualität eingegangen. Beispielsweise Karl Lenz meint hier, indem er zitiert, dass Menschen, die sich auf Partnersuche befinden, meist weniger sexuelle Aktivität haben, aber oft mehr verschiedene Partner haben als Menschen in einer Beziehung. Auch das »erste Mal« und dessen soziologischer Hintergrund werden behandelt, teilweise unter Kritik des aktuellen Diskurses in der Gesellschaft.

Die Soziologie hat sich bisher allgemein vom Thema Sexualität weitgehend ferngehalten. Es wird diskutiert, ob das Thema immer noch eine Tabuzone mit Berührungsängsten darstellt. Dabei wird auch kritisiert, dass eben unter anderem aus diesem Grund soziologische Publikationen in diesem Bereich rar sind oder veraltet. Es wird deutlich, dass eine neue Bündelung soziologischer Aspekte auf sich warten ließ. Positiv finde ich hier also, dass es ein nach wie vor aktueller Stoff ist und dieser an der aktuellen Situation unserer Gesellschaft beleuchtet wird.
Was ist sexuelle Kommunikation? Was ist Voyeurismus? Wie wirkt sich die Pornografierung auf die Sexualität aus? Welche Macht hat sie?
Diese und viele andere spannende Themen werden kommuniziert und geben einen übersichtlichen Einblick in verschiedenste Dimensionen der sich wandelnden Sexualität.

Das Werk »Soziale Dimensionen der Sexualität« ist 2010 in broschierter Form beim Psychosozial-Verlag herausgegeben worden und umfasst 393 Seiten.
Trotz des hohen Informationsgehalts fand ich dieses Buch an keiner Stelle langweilig, sondern werte es eher positiv. Besonders gut gefallen hat mir das Konzept dieses Buches als ein Sammelband, indem Fachleute einzelne Themen kompetent behandeln. Die sexuellen Dimensionen dieses Themas sind vielfältig und werden hier in einer gut verständlichen Weise aus soziologischer Sicht diskutiert, sodass ich das Buch jedem Interessierten weiterempfehlen kann.

 

Anna Rösch über T. Benkel, F. Akalin (Hrsg.), Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial Verlag)

Rezension von Anna Rösch

Soziale Dimensionen der Sexualität (T. Benkel, F. Akalin (Hrsg.), Psychosozial Verlag ):


Auf den Psychosozial-Verlag aufmerksam wurde ich vor nicht allzu langer Zeit durch die gleichnamige Zeitschrift (in diesem Fall mit dem Schwerpunkt Mauerfall), die mir sehr gut gefiel. Bei dieser Veröffentlichung des Verlags war es wieder der Titel der mich ansprach und neugierig machte – »Soziale Dimensionen der Sexualität«. Sexualität ist ein manchmal kontroverses, zweifellos auf eine Weise aber auch ein allgegenwärtiges Thema, und ich war gespannt, etwas unter dem Aspekt der sozialen Dimension darüber zu lesen.
Nach Vorwort und Einleitung ist sind die Artikel unter drei große Blöcke gefasst:

  1. Gesellschaftstheoretische Perspektiven
  2. Soziosexueller Wandel
  3. Erscheinungsformen des Sexuellen

Auch die einzelnen Autoren werden kurz vorgestellt – ich muss zugeben, dass ich keine bzw. keinen von ihnen zuvor kannte, aber so weiß ich nun dass einige namhafte WissenschaftlerInnen hier einen Beitrag geleistet haben, so z. B. Prof. Dr. Volkmar Sigusch, der Begründer der Kritischen Sexualwissenschaft.
Die Artikel selbst sind sehr spannend – man bekommt, wie der Titel des Bandes verspricht, eine solide Einführung in die soziale Dimension des Sexuellen; man liest über seine Allgegenwärtigkeit, Problemdiskurse, sexuelle Verhältnisse (inkl. einem Blick auf die Rolle der Frau) und auch ganz konkret z. B. über Voyeurismus, die Entwicklung der ›Veröffentlichung‹ von Sexualität und auch ihrer Vermarktung bis hin zum Porno-Konsum (u. v. m.) – ich fand besonders den Artikel ›Porn Identities‹ sehr lesenswert, da er u. a. mit Referenz auf Michel Foucault auf den Realitätsdiskurs in Bezug auf Pornographie eingeht.
Ein weiterer Artikel, den ich persönlich sehr interessant fand, ist der von Franz Eder geschriebene Beitrag zur Liberalisierung und Kommerzialisierung; er enthält einige aufschlussreiche Abschnitte zur sexuellen Revolution, auch in Bezug auf die Musikgeschichte (vgl. Elvis etc.).
Dieses Buch ist also mitnichten nur für Psychologen oder Soziologen interessant, sondern für alle, die sich für die Geschichte unserer Gesellschaft interessieren bzw. sich einmal mit einer ihrer Facetten beschäftigen wollen, da Sexualität zum Leben gehört und es sich lohnt, sich über ihre sozialen Dimensionen Gedanken zu machen (über Landesgrenzen hinaus) – wie es in diesem Buch geschieht.
Mir gefällt dieses Buch also ausgesprochen gut, denn ich finde es toll, wie Sexualität und ihre sozialen Dimensionen dargestellt und reflektiert werden, da dies einen Blick auf unsere Gesellschaft, aktuell und im Verlauf, ermöglicht.

 

Hans-Jürgen Dalüge über Thorsten Brenkel, Fehmi Akalin, Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial Verlag)

Ein Buch von
Thorsten Brenkel und Fehmi Akalin:
Soziale Dimensionen der Sexualität
Rezensent: Hans-Jürgen Dalüge
Die Sexualwissenschaften haben ungeheure Materialmengen angehäuft, die aber in der Soziologie bisher wenig beachtet und jetzt in diesem Buch werden endlich soziologische Analysen zu grundlegenden Fragen der Sexualität in der Gesellschaft von den Autoren dargestellt.
In der Einleitung tritt die Eigenlogik der sexuellen Kommunikation in den Vordergrund. Wenn es möglich ist die Sexualität als soziale Operation zu analysieren, ist sie nur für die Soziologie relevant. Sexualität ist heute primär lustbezogene Sexualität und nicht nur Sexualität zur Fortpflanzung. Zur Entkopplung von Sexualität und Fortpflanzung haben verschiedene Faktoren beigetragen. Begünstigte Faktoren sind Prostitution und Masturbation. Die Leitunterscheidung, Begehren, Befriedigung sowie die Orientierung der sexuellen Lust haben sich geändert. So wird z.B. Zeugung von Nachwuchs und Erfüllung ehelicher Pflichten nicht mehr als die primäre Funktion des heutigen Sexualitätssystems gesehen.
Im ersten Kapitel, Gesellschaftstheoretische Beziehungen, wird im ersten Unterkapitel die soziale Dimension der Sexualität und was die Lebenswissenschaft von ihr übrig lässt durch Rüdiger Lautmann von Ethologie bis Hirnforschung anschaulich dargestellt. Sven Lewandowski schreibt, dass die Sexualität aus der Umklammerung der romantischen Liebe, in der heutigen Zeit, sich gelöst hat. Die funktionale Differenzierungsform der modernen Gesellschaft macht es möglich, dass Umstellung der Sexualität der Gesellschaft auf einen Primat sexueller Lust stattfindet. Daniela Klinke kommentiert die Skizze des Sexualregimes und lässt dabei keine kritischen Themen, wie z.B. Beschneidung, Prostitution, Pornohändlerringe, Homosexualität und Pädophilie aus. Überlegungen zur Form moderner Sexualität beschreibt Peter Fuchs. Gesellschaftsweit werden Kommunikationsstörungen im Blick auf Sexualität abgebaut, allerdings nicht in Bereichen, wo noch ein fundamentalistisches Weltbild vorherrscht.
Das zweite Kapitel, Soziosexueller Wandel, ist in vier Abschnitten unterteilt. Der erste zeigt den Strukturwandel der Sexualität im Zusammenhang mit der Soziologie. Interessant ist die Thematik der neosexuellen Revolution. Der zweite, geschrieben von Franz X. Eder, sagt aus, dass sich das enge Band zwischen Fortpflanzung und Sexualität im 20.Jahrhundert immer mehr aufgelöst hat und durch die Einführung von billigen Verhütungsmitteln beschleunigt wird. Sophinette Becker begreift in ihren Abschnitt die Sexualität als »exquisites Phänomen der Differenz«. Im Ausblick stellt sie fest, dass die symbolische Ordnung mit ihrem Eckpfeilern, Geschlechtsdifferenz und Generationsdifferenz, in Auflösung ist. In seinen Abschnitt zeigt Gunter Runkel die Entwicklung und Zukunft der Sexualität und Liebe.
Das dritte Kapitel, Erscheinungsformen des Sexuellen, enthält sieben Abschnitte, die sich mit den vielen Formen der Sexualität befassen. Karl Lenz untersucht die Interaktion von Paaren. Renate- Berenike Schmidt arbeitet in ihren Abschnitt unbequeme Themen wie z.B. sexuelle Verwahrlosung per Internet aus. Anhand von Beispielen zeigt Hannelore Bublitz die Sexualität als verborgene Spur. Sabine Grenz kommentiert, in ihrem Abschnitt Geld und die Natürlichkeit der Sexualität, die Bedeutungsvielfalt des Geldes in der Prostitution. Michael Schetsche stellt die Frage: »ist das Internet das Ende der Pornografie?« Er untersucht dieses anhand von Fallstudien. Svenja Flaßpöhler beschreibt die die performatierte Kraft des pornografischen Films. Bei Thorsten Benkel wird dargestellt, dass Voyeurismus immer schon eine Begleiterscheinung von vielfältigen Varianten sexueller Interaktionsformen ist.
Die vollständigen und übersichtlichen Literaturverzeichnisse nach jedem Abschnitt lassen bei Interesse schnell passende Themen und Begriffe zur Vertiefung des jeweiligen gelesenen Abschnittes finden.
Mit diesem Werk wird endlich auch in der Soziologie der Gegenstandsbereich der Sexualität angenommen und es wird erstmalig die ganze Bandbreite der sexuellen Varianten in der Soziologie veröffentlicht und zusammengefasst. Das Buch ist nicht nur für Soziologen interessant, sondern auch für Psychologen und Psychotherapeuten.

 

Ann-Kathrin Ehret über Thorsten Benkel, Fehmi Akalin (Hg.), Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial Verlag)

Thorsten Benkel, Fehmi Akalin (Hg.)
„Soziale Dimensionen der Sexualität“
Eine Rezension von Ann-Kathrin Ehret
Das Buch »Soziale Dimensionen der Sexualität« erscheint als Band 94 innerhalb der Reihe »Beiträge zur Sexualforschung« im Psychosozial-Verlag. Es beinhaltet 15 Kapitel, in denen jeweils ein Aspekt eines insgesamt sehr breit angelegten Themenspektrums von unterschiedlichen Autoren behandelt wird. Diese 15 – jeweils ca. 20-30 Seiten langen – Beiträge werden von den Herausgebern in 3 übergeordnete Bereiche gegliedert: I. Gesellschaftstheoretische Perspektiven, II. Soziosexueller Wandel und III. Erscheinungsformen des Sexuellen.
Was mir beim ersten Durchblättern des ca. 400 Seiten umfassenden Buches sofort auffällt und mich zugegebenermaßen auch gleich fesselt, sind die kleinen Einleitungen, die einigen Kapiteln voranstehen und wirklich Lust auf weiterlesen machen!
So beginnt bspw. das Kapitel über »Sexuelle Interaktion von Paaren« mit einem Filmdialog aus Woody Allans »Stadtneurotiker« in Zuge dessen Alvy beim Ertönen einer Sirene zu seiner Frau Robin sagt: »Himmelnochmal, gestern wars irgendeiner, der gehupt hat, hör zu, man kann die Stadt nicht einfach deshalb dicht machen. Hör mal, was … sollen sie jetzt auch noch den Flugplatz zumachen? Keine Flüge mehr – damit wir hier unseren Sex hinkriegen?«
Im weiteren Verlauf des Kapitels wird dann die sexuelle Interaktion von Paaren, insbesondere die sich über die Jahre verändernden Muster des »ersten Mals« und damit verbundene Skripten behandelt.
Ein anderes Beispiel ist das Kapitel zum Thema »Sexuelle Sozialisation«, das mit einem Zitat aus dem Buch »Hard-Boiled Wonderland« von Haruki Murakami beginnt und die Frage aufwirft, ob der Mensch »nicht zum Stolpern, wenn nicht gar zum Scheitern verurteilt (ist), wenn wir uns ganz ohne Anleitung die Welt des Begehrens zu erschließen versuchen?«.
Nachdem ich mich nun bereits in einige der hinteren Kapitel eingelesen habe, beginne ich das Buch von vorne. Hier findet sich neben einem Vorwort der beiden Herausgeber auch eine Einführung derselben mit dem Titel »Sexualität zwischen Kommunikation und Diskurs«. Wie schon der Titel des Buches verlauten lässt, geht es im Buch natürlich vordergründig um die Sozialen Dimensionen der Sexualität. Entsprechend soziologisch theoretisch wirkt diese Einführung und im Weiteren auch der gesamte erste Teil des Buches auf mich. Nicht uninteressant, aber für als nichterfahrener Leser im Bereich der Soziologie begegnen einem doch sehr viele Fachbegriffe, die einem die flüssige Lektüre etwas erschweren.
Als Beleg dafür kann man auch die wirklich umfassenden Literaturverzeichnisse heranführen, dort findet man überdurchschnittlich oft Werke von Foucault, Luhmann oder Max Weber.
Entsprechend der unterschiedlichen Autorenschaft ist nicht jedes Kapitel exakt gleich aufgebaut. Je nachdem um welches Thema sich handelt findet man Kapitel, die sich eher mit definitorischen Fragen beschäftigen, andere geben hauptsächlich einen umfassenden Forschungsüberblick, wieder andere behandeln unterschiedliche wissenschaftlicher Studien zur Thematik und vor allem die Kapitel aus Teil II des Buches beschäftigen sich gemäß des übergeordneten Bereichs »Soziosexueller Wandel« eher mit geschichtlichen Entwicklungen von bspw. der »Liberalisierung und Kommerzialisierung der Sexualität«.
Mein Fazit: Vor allem Teil III eignet sich eher für »Einsteiger« in das Thema, Teil I eher für Personen mit bereits vertieften Kenntnissen. Aber insgesamt bietet das Buch einen breiten wissenschaftlich fundierten und informativen Überblick über die sozialen Aspekte der Sexualität!

 

Susan Beudt über Thorsten Benkel, Fehmi Akalin (Hg.), Soziale Dimensionen der Sexualität (Psychosozial Verlag)

Thorsten Benkel, Fehmi Akalin (Hg.) - „Soziale Dimensionen der Sexualität“
Rezension von Susan Beudt

Das Buch „Soziale Dimensionen der Sexualität“, welches jüngst 2010 im Psychosozial-Verlag erschien, bietet dem Leser neben wenigen von den Herausgebern Benkel und Akalin verfassten Abschnitten eine Reihe von Beiträgen anderer Autoren an. Ein erster Blick ins Inhaltsverzeichnis dieser 393 Seiten- Zusammenstellung zum Thema verspricht zunächst eine Vielfalt an Herangehensweisen.
Das Buch ist in drei große Abschnitte unterteilt: zu Beginn widmen sich die Autoren den gesellschaftlichen Perspektiven (I), anschließend folgen Beiträge über den soziosexuellen Wandel (II) und im dritten Abschnitt über Erscheinungsformen des Sexuellen findet das Buch einen umfangreichen Ausklang.
Da ich nicht vom Fach und gewohnt bin, Themen aus einer psychologischen Sicht anzugehen, war ich gespannt welche Perspektiven ein soziologisch orientiertes Buch auf das Thema Sexualität darstellen würde. Darüber hinaus interessierte mich auch allgemeiner, mit welchen Theorien und Ansätzen die Soziologie arbeitet und welche Überschneidungen es zu meinem eigenen Fachgebiet geben würde.
Nach Vorwort und Einleitung konnte ich mich auch gleich diesem Interesse widmen. Im theoretischen ersten Teil des Buches werden viele gesellschafts- und auch naturwissenschaftliche Ansätze und Erkenntnisse zum Gegenstandsbereich der Sexualität etwa im Zusammenhang mit biologischen Grundlagen, Gender, Sexualkontrolle, modernen Entwicklungen in unterschiedlichen Gesellschaften, beschrieben oder auch nur kurz umrissen. Somit stellt dieser erste Teil für mich eine gute Übersicht dar, aus der ich Anregungen für die intensivere Beschäftigung mit dem ein oder anderen interessierenden Aspekt beziehen kann und (sicher) werde.
Der zweite Themenschwerpunkt des soziosexuellen Wandels kam meinem seit längerem geplanten Vorhaben, mich mit geschichtlichen Entwicklungen der Sexualität innerhalb der Gesellschaft zu beschäftigen, auf passende und erfreuliche Weise entgegen. Zwar habe ich die vier Beiträge innerhalb dieses Schwerpunkts noch nicht komplett gelesen, aber die bisher konsumierten Ausführungen bestätigten mir mein Interesse an den vergangenen Entwicklungen hin zum heutigen Verhältnis zur und dem Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft.
Teil drei des Buches offeriert eher leichteres Lesevergnügen, da die beinhalteten Texte nicht mit Fachtermini durchsetzt sind wie etwa Teil eins, und wartet unter anderem mit Themen auf, welche sich in der medialen und öffentlichen Diskussion mehr oder weniger als Dauerbrenner etablierten: so etwa sexuelle Sozialisation, Prostitution, Voyeurismus, Internet und Pornografie. Auch wenn einige Passagen für mich bereits Bekanntes enthielten, las ich die Beiträge auch aufgrund der eingebunden Zitate und Bezüge zur aktuellen Medienlandschaft, meist mit viel Vergnügen und wurde gut unterhalten.
Insgesamt bietet dieses Buch aus meiner Sicht vielfältigen und umfassenden Input zum Thema, sodass dem interessierten Leser einige Angebote für die spätere Vertiefung in das ein oder andere Subthema gemacht werden. Mir ermöglichte diese Lektüre, auch durch Verknüpfung zum eigenen Fachgebiet, die Gewinnung neuer, interessanter Erkenntnisse und ich bin mir sicher, dass sie mich auch in Zukunft weiter auf spannende Weise beschäftigen wird.

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