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Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen. (Psychosozial-Verlag)

Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen. (Psychosozial-Verlag)

Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen. (Psychosozial-Verlag)

Psychodynamische Grundlagen und Studien, psychotherapeutische Settings, Fallbeispiele: Der Sammelband enthält die Beiträge des weltweit ersten Symposiums, das sich ausschließlich dem Thema Ekel gewidmet hat.

  • Vogt, Ralf (Hg.)
  • Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen.
  • Psychodynamische Grundlagen und Studien, psychotherapeutische Settings, Fallbeispiele
  • Buchreihe: Therapie & Beratung
  • 324 Seiten, Broschiert, Format: 148 x 210 mm
  • Verlag: Psychosozial-Verlag
  • Erschienen im Januar 2010
  • ISBN-13: 9783837920741

Der Sammelband enthält die Beiträge des weltweit ersten Symposiums, das sich ausschließlich dem Thema Ekel gewidmet hat. Grundlagenbeiträge bekannter Fachwissenschaftler und Praktiker werden durch eine Fülle neuer Erkenntnisse in diesem sträflich vernachlässigten Thema geöffnet und anhand von konkreten Fallstudien diskutiert. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass dem Thema Ekel eine besondere Schlüsselposition bei der Behandlung von schweren Psychotraumata zukommt, auf die viele Praktiker nur wenig vorbereitet sind.

Mit Beiträgen von Marianne Eberhard-Kaechele, Uwe Gieler, Mathias Hirsch, Renate Hochauf, Peter Joraschky, Gabriele Kluwe-Schleberger, Rainer Krause, Thomas Reinert, Franziska Schlensog-Schuster, Beate Siegert, Manfred Thielen, Sabine Trautmann-Voigt, Irina Vogt, Ralf Vogt, Hans-Jürgen Wirth u.a.

 

Barbara Bellmann über Ralf Vogt, Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen (Psychosozial-Verlag)

Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen- Psychodynamische Grundlagen und Studien,psychotherapeutische Settings, Fallbeispiele
Ralf Vogt
Psychosozial Verlag

Barbara Bellmann

Das Buch »Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen« von Ralf Vogt beschäftigt sich auf 324 Seiten mit Psychodynamischen Grundlagen, Studien, psychotherapeutischen Settings, Fallbeispielen und Behandlungskonzepten. Das Werk wendet sich nicht nur an Fachleute sondern an alle Menschen die sich für emotionsbasierte Psychotherapie oder Emotionen interessieren.

Im ersten Kapitel gibt Ralf Vogt eine Übersicht zur Bedeutung des Ekelgefühls in den verschieden Feldern von Psychotherapie und Gesellschaft. Die Phylogenese, die Funktion und der Auslöser von Ekel werden beleuchtet, so dass auch der Laie einen Einstieg in das Buch und die Thematik findet. Zudem werden die psychosomatischen Aspekte thematisiert. Insbesondere auf die Ekel assoziierten Emotionen und die Epidemiologie wird von den Autoren eingegangen. Viele Bilder und Tabellen unterlegen den Text und veranschaulichen die Daten. Aber auch medizinische Aspekte werden nicht außer acht gelassen, so findet auch die Hirnforschung mit MRT-Bildern einen Platz in diesem Kapitel. Im weiteren Teil des Buches werden neben der Berührungsangst im Zusammenhang mit Ekel auch auf die Psychodynamik und die Beziehungsdynamik Bezug genommen. Hier ist besonders das Unterkapitel Ekel in der Kunst hervorzuheben in dem Werke von Salvador Dali und Egon Schiele analysiert werden.

Das zweite Kapitel befasst sich mit allgemeinen Therapiekonzepten, Behandlungsmethoden und Fallberichten zum professionellen Umgang mit Ekelgefühlen. Dieses Kapitel ist sehr praxisnah und die vielen Fallbeispiele führen dazu, dass man dieses Kapitel schnell und flüssig lesen kann. Zudem bietet der Autor dem Leser eine Vielfalt an Behandlungskonzepten und Anleitungen an. Des Weiteren muss besonders positiv erwähnt werden, dass die Behandlungskonzepte mit zahlreichen Abbildungen und Fotographien untermalt sind, was sehr hilfreich für die eigene Umsetzung ist. Der Leser braucht sich Situationen und Abläufe nicht im Geiste vorstellen sondern sie werden ihm direkt auf dem Papier präsentiert. Dies vereinfacht die Umsetzung und verhindert Missverständnisse. Nachdem nun auf die allgemeinen Fälle eingegangen wurde, widmet sich Ralf Vogt im dritten Kapitel der Behandlung von Problemfällen in der psychotraumatischen-analytischen Praxis. Auch in diesem Abschnitt zieht sich die Praxisnähe wie ein roter Faden durch das Buch. Viele eindrückliche Fallbeispiele und Behandlungsvorschläge fesseln den Leser und bringen ihm den Stoff nahe. Das anschließende Unterkapitel beschäftigt sich mit dem Ekel in der therapeutischen Realität und seine Auswirkung auf die Gegenübertragung des Analytikers, bevor sich das vierte Kapitel der Forschung zum Ekelgefühl bei dissoziativen Psychotraumapatienten zuwendet. Hier wird eine Pilotstudie zum Erleben von Ekel bei komplextraumatisierten Patienten vorgestellt und erläutert. Das fünfte Kapitel stellt spezielle Vorgehensweisen zur Prävention von Ekel vor. Aber auch die körperpsychotherapeutische Annäherung und die stufenweise Kompensation von Ekelgefühlen werden beschrieben.

Der letzte Abschnitt des Werkes von Ralf Vogt umfasst Selbstberichte von Klienten im Kontext von Ekel, Scham und Agressionsbewältigung. Dieser geänderte Blickwinkel ist sehr spannend und ein gelungener Abschluss des Buches. Insgesamt bewerte ich das Werk als sehr gelungen und lesenswert. Es bietet ein breites Spektrum an Wissen und ist meiner Meinung wissenschaftlich hochwertig anzusiedeln. Der Stoff ist abwechslungsreich und bildlich präsentiert. Auch hier müssen ein weiteres Mal die vielen Abbildungen und Fotographien erwähnt werden, welche das Verständnis erhöhen und dem Leser das Verstehen erleichtern. Die Tabellen und Diagramme sind übersichtlich und nicht zu kompliziert aufgebaut. Sie belegen den Text und lockern optisch die Seiten auf. Der Schreibstil ist flüssig und die Wortwahl befindet sich auf einem angemessen Niveau. Positiv sind zudem die Praxisnähe und der direkte Bezug zum Patienten. Die Fallbeispiele habe ich mit großem Interesse gelesen. Es ist eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis welche dieses Werk ausmacht. Die Gliederung der Kapitel ist sinnvoll und nachvollziehbar. Das Wissen wird aufeinander aufgebaut, so dass auch der Laie einen Einstieg in das Buch bekommt und den Autoren folgen kann.

Optisch positiv zu erwähnen ist noch das Cover, welches ansprechend und hochwertig ist. Es ist viel versprechend und passt gut zum Titel des Werkes. Den Preis von 32,90 Euro halte ich für dieses wissenschaftlich hoch angesiedelte Buch für absolut angemessen.
Ich kann dieses Buch weiterempfehlen. Es vermittelt ein weit gefächertes Grundlagenwissen und die Darstellung von Behandlungskonzepten ist praxisnah und anregend für den interessierten Leser.

 

Hans-Jürgen Dalüge über Ralf Vogt, Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen (Psychosozial Verlag)

Ein Buch von
Ralf Vogt:
Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen
Psychodynamische Grundlagen und Studien, psychotherapeutische Settings, Fallbeispiele
Rezensent: Hans-Jürgen Dalüge
Das Symposium Körperpotenziale II fand im Juni 2009 in Leipzig statt und stand in diesem Jahr unter dem Thema »Ekel – ein häufig tabuisiertes Basisgefühl in der Psychotherapie - bzw. Ekel – als besonderes Problem der Behandlung von Psychosomatik- und Komplextraumapatienten«. Das vernachlässigte Thema Ekel wurde hier endlich geöffnet und anhand von Fallstudien diskutiert. Mit seinem Sammelband hat Ralf Vogt seine gewonnenen Ergebnisse und die der teilnehmenden Fachwissenschaftler und Praktiker zusammengetragen.
Im Abschnitt Ekel und Körper in der Psychotherapie erläutert Ralf Vogt die Funktion des Ekels und die Tabelle von McCauley zeigt übersichtlich die Funktionen und Auslöser von Ekel in übersichtlicher Weise. Der Ekel kann klinisch in drei Aspekte eingeteilt werden, archaischer Ekel, Ekel als subkultureller Aspekt und Ekel als lernbare Variable in der Lebensentwicklung ist die Aussage im Teil Ekel-Psychosomatische Aspekte. Wie die Überschrift von Peter Joraschky und Ilona Croy Fremdkörper-Berührungsangst und Ekel schon sagt, gehen sie auf die Funktionen und Auslöser ein und zeigen in der Auswertung des Dresdener Körperfragebogen die Unterschiede zwischen Gesunden und Patientengruppen. Manfred Thielen teil in seinen Abschnitt Integrative Körperpsycho-Therapie mit, dass uns die eigentliche Funktion der Ekelreaktion bewahrt vor Kontamination, Verunreinigung, Tod. Jürgen Wirth stellt interessanter Weise den Ekel in der Kunst dar.
Am Anfang des 2.Kapitel zeigt Mathias Hirsch anhand von Fallberichte aus der Praxis, wie sich Ekel als Abwehr und umgekehrt als Abwehr des Ekels entwickelt. Ralf Vogt und Irina Vogt veranschaulichen ein Behandlungskonzept für dissoziative Störungen und die Bewältigung von Ekelgefühlen. Viele Fotos ergänzen die Erklärungen. Renate Hochauf erklärt mit Hilfe von Patientengeschichten wie Ekel durch eine unassimilierte Aufnahme eines Traumas entsteht. Das Containerschema mit den Bestandteilen Innenraum, Grenze und Außenraum differenziert Marianne Ebert Kaechele. Das zentrale Thema von Sabine Trautmann-Voigt ist der Teufelskreis Ekel. Zum Schluss des Kapitels schildern Gabrielle Kluge-Schleberger und Bettina Baumanns ihre Praxiserfahrungen in der psyhotrauma-therapeutischen Praxis.
Im dritten Kapitel stellt Irina Vogt sechs Fallvignetten mit starken Ekelsymptomen vor. Wie sich Thoma Reinert in der therapeutischen Realität verhält, wird in seinen Abschnitt dargestellt.
Von Ralf Vogt ist das vierte Kapitel geschrieben. Es beinhaltet den Forschungsfragebogen des Trauma-Instituts-Leipzig zum subjektiven Ekelerleben und die Hauptergebnisse dieser Studie.
Im letzten Kapitel werden spezielle Vorgehensweisen zur Prävention und Körperpsycho-therapeutischen Annäherung und stufenweise Kompensation von verschiedenen Therapeuten aufgezeigt. Das Safe (sichere Ausbildung für Eltern) -Trainingsprogramm wird vorgestellt. Es wird weiterhin der Einsatz von Hilfsmitteln für Therapie anhand von praktischen Erfahrungen erläutert und dementsprechender Fotos gezeigt. Selbstberichte von Patienten über ihre Psychotherapie mit Ekel-, Aggression- und Ohnmachtsgefühlen schließen das Kapitel ab.
Dieses Buch behandelt den sehr speziellen und komplizierten Themenbereich Ekel und ist sehr aktuell. Dem Autor ist es gelungen, dem Leser dieses schwierige Thema nahe zu bringen. Die Fälle werden detailreich erklärt und beschrieben, sodass man ein sehr genaues Bild von den Abläufen bekommt. Auch die Diskussionen und Kommentare sind direkt auf den jeweiligen Fall bezogen und helfen dem Leser die Situationen besser zu verstehen und zu deuten. Durch viele Tabellen und Abbildungen ist der Text aufgelockert.
Zusammenfassend ist das Buch für jeden Therapeuten und für jeden gut geeignet, der sich für das Phänomen des Ekels interessiert. Ein derart fundierter und aktueller Leitfaden über das Thema »Ekel« war im deutschen Buchhandel bisher nicht erhältlich.

 

Kathleen Kühne über Ralf Vogt, Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen (Psychosozial-Verlag)

Rezension zu „Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen“

Kathleen Kühne

Der vorliegende Titel ist ein Sammelband der Beiträge des, wie auf dem Einband zu lesen ist, weltweit ersten Symposium, dass sich ausschließlich mit »Ekel« beschäftigte. Herausgeber ist Dr. Ralf Vogt, welcher Leiter des Trauma-Institutes-Leipzig (zugehörig zur Leipziger Akademie für ganzheitliche Psychotherapie) ist.
Motivation:
Inhalt:
Der Sammelband ist in 6 Hauptteile gegliedert
1 – Grundlagen und Übersichten zur Bedeutung des Ekelgefühls in den verschiedenen Feldern von Psychotherapie und Gesellschaft: In diesem ersten Kapitel steht im Prinzip der Körper im Mittelpunkt. Als kurze Schlagworte könnten u. a. Auslöser von Ekel, Epidemiologie, Gesellschaftliche Bedeutung, Ekel in der Psychosomatik und Emotionsregulation genannt werden.
2 – Therapiekonzepte, Behandlungsmethoden und Fallberichte zum professionellen Umgang mit Ekelgefühlen Abwehrmechanismen: In diesem Abschnitt wird zum Bespiel das vom Herausgeber Dr. Ralf Vogt und seiner Frau Irina entwickelte Behandlungskonzept SPIM-20-KT erläutert und Übungen auch durch Bilder visualisiert. Abbildungen sind immer gut und auch wenn sie im vorliegenden Titel schwarz-weiß gehalten und teilweise sehr klein sind, empfinde ich sie doch als sehr aussagekräftig und wertvoll.
3 – Ausgewählte Problemfälle der Behandlung von Ekelgefühlen in der psychotraumatisch-analytischen Praxis: Wie der Titel schon vermuten lässt, werden Fallberichte dargestellt, die sich u.a. mit Themen wie Ekelgefühle in der Mutterrolle, Borderline-Störungen und dissoziativen Störungen befassen. Besonders die sehr persönliche Schreibweise der Autorin Irina Vogt zeigt dem Leser, dass der jeder einzelne Traumapatient im Mittelpunkt steht und eine sehr behutsame Behandlung bedarf.
4 – Spezielle Forschung zum Ekelgefühl bei dissoziativen u.a. Psychotraumapatienten: Dieses Kapitel von Dr. Ralf Vogt beinhaltet die Vorgehensweise, Ergebnisse und Analyse der »Pilotstudie zum Erleben von Ekel bei komplex-traumatisierten/dissoziative Patienten in der ambulanten Praxis«
5 – Spezielle Vorgehensweise zur Prävention, körperpsychotherapeutischen Annäherung und stufenweisen Kompensation von Ekelgefühlen: Ich denke dieser Abschnitte soll eine Hilfestellung sein und Möglichkeiten aufzeigen. Es wird u.a. das SAFE-Trainingsprogramm des Psychotrauma-Zentrum-Leipzig e.V. vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Programm für Eltern, welches eine stabile Eltern-Kind-Bindung fördern soll. Davon hatte ich vorher noch gar nicht gehört, aber die Inhalte waren doch sehr überzeugend.
6 – Selbstberichte von Klienten im Kontext – Ekel, Scham und Aggressionsbewältigung: Diesen letzten Teil empfand ich als sehr ergreifend. Zwei Patienten beschreiben auf offene und ehrliche Weise ihre Erfahrungen, Gefühle und Schwierigkeiten während der Therapie.

Am Ende des Buches befindet sich noch ein Autorenverzeichnis mit den entsprechenden Arbeitsgebieten und Email-Adressen.
Ich halte es nicht für die leichteste Aufgabe die Beiträge eines Symposiums derartig zu verknüpfen, dass für den Leser ein roter Faden entsteht, aber empfand mich beim Lesen gut aufgehoben. Es wurde sehr viel aus dem Thema herausgeholt und dieses wurde auch sehr anschaulich beschrieben. Es werden zahlreiche Beispiele angeführt, die, denke ich, auch dem interessierten Laien das Verstehen ungemein erleichtern. Besonders lobenswert sind die vielfältigen zusätzlichen Betrachtungsweisen des Themas: Von Epidemiologie über Ekel in der Kunst bis hin zur Neurobiologie, um nur ein paar wenige zu nennen, sind zahlreiche Exkurse vorhanden. Wie auf dem Einband zu lesen ist, wurde das Thema »Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen« in der Vergangenheit »sträflich vernachlässigt« und ich denke, dass sich angehende Therapeuten einen Gefallen erweisen, wenn sie dieses Werk als Einstieg für ein besseres Verständnis traumatisierter Patienten zu Rate ziehen.

 

Tina Schmutterer über Ralf Vogt (Hg.), Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen (Psychosozial-Verlag)

Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen
Psychodynamische Grundlagen und Studien, psychotherapeutische Settings, Fallbeispiele

Ralf Vogt (Hg.), Psychosozial-Verlag

Rezension von Tina Schmutterer

Das Buch, mit etwas karg und stereotyp anmutenden Layout, beinhaltet unter sechs Rubriken zusammengefasste Beiträge, die sich mit psychodynamischen Grundlagen sowie Studien, psychotherapeutischen Settings und Fallbeispielen beschäftigen und während eines weltweit ersten Symposiums zum Thema Ekel, mit Unterstützung des Psychotrauma- Zentrums und des Trauma- Instituts Leipzig, von Fachwissenschaftlern sowie Praktikern vorgetragen worden.

Eingangs werden im Rahmen von fünf Beiträgen zunächst die Grundlagen und Übersichten zur Bedeutung des Ekelgefühls in verschiedenen Feldern von Psychotherapie und Gesellschaft behandelt. Darauf folgen sechs Beiträge unter der Rubrik »Therapiekonzepte, Behandlungsmethoden und Fallberichte zum professionellen Umgang mit Ekelgefühlen«. Daran anknüpfend werden zwei ausgewählte Problemfälle der Behandlung von Ekelgefühlen in der psychotraumatisch- analytischen Praxis dargestellt. Letzten Endes wird im Zuge einer Pilotstudie das Erleben von Ekel bei komplextraumatisierten/ dissoziativen Patienten in der ambulanten Praxis als spezielles Forschungsbeispiel zum Ekelgefühl beschrieben bevor das Buch anhand dreier Beiträge über spezielle Vorgehensweisen zur Prävention, körperpsychotherapeutischen Annäherung und stufenweisen Kompensation von Ekelgefühlen und Selbstberichten von Klienten im Kontext Ekel, Scham und Aggressionsbewältigung schließt.

Die Gliederung ist meines Erachtens sinnvoll und übersichtlich gewählt. Leider beginnt fast ausschließlich jeder der Beiträge mit einer Einführung zum »Primäraffekt« oder »Grundgefühl« Ekel. Derart wird der Leser mit diesem einführende Wissen ständig aufs Neue konfrontiert, was aber aufgrund der Beitragsform für das Symposium scheinbar unvermeidbar war. Nach diesen Ausführungen entsteht das Ekelgefühl etwa im Alter von drei Jahren und äußert sich überwiegend in körperlichen Reaktionen oder sog. somatischen Markern wie Naserümpfen, leichtem Schütteln, Übelkeit, sinkendem Blutdruck bis hin zu Ohnmacht.

Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Ekel ist natürlich Freud unabkömmlich, der sich mit der Frage auseinandergesetzt hat, wie Ekel in der Stammesgeschichte des Menschen entstanden ist. Nach seinen Hypothesen war der aufrechte Gang ein entscheidender Schritt durch den der tierische Regelkreis von Geruch, Exkretion und Sexualität durchbrochen und die nun sichtbaren Sexualorgane sichtbar und damit anstößig wurden.

Inhaltlich fundiert wird der Stoff mithilfe von dargebotenen Tabellen, Statistiken und sogar nachgestellten Szenen in Form von Abbildungen der Therapieszenen belegt, wobei die Bedeutung der verwendeten Parameter für einen Laien teilweise unzugänglich oder aber schwer verständlich sind. Um also auch die gestalterischen Objekte und die darin enthaltenen Begriffe wie »Items/ Cronbach alpha« oder »Durchlässigkeit/ soziale Resonanz« im Rahmen des sog. Gießen- Tests sowie Abkürzungen »MW+SD und MW/n« etc. mit in seinen Lesefluss einbeziehen und damit würdigen zu können, sollte der Leser erwartungsgemäß oder optimalerweise vom Fach sein. Im Materialanhang zur eingangs erwähnten Pilotstudie wird ein, auch dem (Laien-) Leser verständlicher, Pilotekelfragebogen (PEFB) abgedruckt, was ich hinsichtlich der dadurch möglichen Transparenz bezüglich der Forschungsergebnisse als sehr begrüßenswert empfinde. Der Leser bekommt somit einen informativen »Einblick hinter die Kulissen«.

Das am Ende behandelte Interventionstraining für werdende Eltern und den Umgang mit Ekelgefühlen während der Schwangerschaft, Geburt und dem ersten Lebensjahr erscheint auf den ersten Blick etwas unpassend. Bei genauerer Betrachtung wird einem aber die Bedeutung des dahinter stehenden Nutzens bewusst, der darauf abzielt eine sichere Grundbindung im Eltern- Kind Verhältnis zu erreichen und damit eine gute emotionale Entwicklung in allen Lebensbereichen. Wichtig ist hierbei, dass eine gesunde Entwicklung von Körperstolz ohne Scham und Ekel einsetzt, wofür adäquate Ekelreaktionen der Eltern unabdingbar sind.

Trotz der oben kritisierten etwaigen inhaltlichen Überschneidungen, insbesondere in den Einleitungen, handelt es sich beim vorliegenden Werk um ein sehr gelungenes, gut leserliches Exemplar, welches, auf einem bisher kaum erforschten Gebiet, durch seine vielfältigen Beiträge sowohl von Praktikern als auch Wissenschaftlern besticht.

 

Nina Schulze über Ralf Vogt, Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen (Psychosozial-Verlag)

Rezension: Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen

Nina Schulze

Das Buch »Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen« ist ein Produkt der ersten Fachtagung zum Hauptthema Ekel in der Psychotraumatologie. Hierin wird ein Gefühl näher beleuchtet, dass in der Psychologie bisher sträflich vernachlässigt wurde. Dabei ist Ekel eine häufig empfundene Emotion, die grundlegend eine Schutzfunktion des Organismus darstellt. Ekel tritt im Alltag andauernd auf, wird aber nicht immer bewusst wahrgenommen. Gerade bei traumatischen Ereignissen ist Ekel häufig eine direkte Folge, daher sollte diese Emotion eine zentrale Rolle in der Psychotherapie bekommen. Dieses Buch leistet einen Beitrag zur Erforschung vom und vom Umgang mit Ekel und stellt eine unheimliche Bereicherung des psychotherapeutischen Alltags dar.

Der erste Abschnitt des Buches bildet das Fundament zum Verständnis der weiteren Kapitel. Hier wird der Ekel von allen Seiten betrachtet, es ergibt sich ein erstaunlich ausführlicher Überblick, der erfreulicherweise auch durch aktuelle Forschungsergebnisse gefestigt wird. Der psychodynamische Hintergrund der Tagung wird deutlich, aber auch Therapeuten aus anderen therapeutischen Richtlinien können hier viel über die vernachlässigte Emotion Ekel lernen. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit konkreten Anregungen für die psychotherapeutische Praxis, viele Fallbeispiele zeigen einen professionellen und heilsamen Umgang mit Ekelgefühlen auf. Der dritte Teil des Buches schließt sich der praktischen Orientierung nahtlos an, während im vierten Teil wieder Forschungsergebnisse im Vordergrund stehen. Hier wird es wieder sehr theoretisch/statistisch, allerdings weiterhin sehr anschaulich aufgrund des vielen Bildmaterials und der Fragebögen. Teil fünf konzentriert sich wieder auf therapeutische Möglichkeiten, während der sechste und letzte Teil des Buches spannenderweise aus Selbstberichten von zwei Patienten besteht, die von ihren individuellen Erfahrungen in der Psychotherapie und den Umgang mit Ekelgefühlen berichten. Besonders dieser letzte Teil bietet eine wertvolle Innensicht, die Patienten berichten von sehr persönlichen Gefühlen, die Kapitel zeugen von großer Überwindung.

Insgesamt liest sich das Buch – obwohl es von sehr vielen verschiedenen Autoren geschrieben wurde – sehr flüssig. Der Stil variiert natürlich von Kapitel zu Kapitel, doch scheinen die einzelnen Autoren sowohl inhaltlich als auch formal sehr eng beieinander zu liegen, so dass das Buch sehr homogen wirkt. Die große Fülle von Anschauungsmaterial (Fotos, Tabellen, Fragebögen, Grafiken, Gedichte) fördern das Verstehen ungemein, erleichtern das Lesen und bilden Eindrücke, die der Text so nicht wiedergeben könnte, wie beispielsweise Selbstportraits oder das Körperbild einer Patientin. Zu beachten ist hier besonders der Exkurs zum Thema »Ekel in der Kunst«. Auffallend ist die Gründlichkeit, mit der die Emotion Ekel exploriert wird. Die empirische Forschung wird von Experimenten über neurologische Untersuchungen bis hin zu klinischen Studien vorgestellt, die Therapieansätze zeigen neben der Psychoanalyse auch Methoden aus der Körpertherapie. Besonders spannend waren für mich die Beschreibungen zur Inszenierungsarbeit, mit der ich bisher keinen Kontakt hatte.

Anfangs war ich skeptisch ob ich als Verhaltenstherapeutin von einem so offensichtlich psychoanalytisch basierten Buch profitieren könnte, doch schon nach dem ersten Kapitel waren meine Zweifel ausgeräumt. Das Buch bietet viele Denkansätze, regt zur Selbstreflexion an und bietet einen sehr eindrücklichen Zugang zu einer Emotion, die bisher wenig Beachtung fand. Ich bin gespannt ob es eine weitere Fachtagung zu diesem Thema geben wird!

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