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Wozu denn heute noch Geisteswissenschaften studieren?

Experten rufen zu einem Ende der Jammerkultur auf: Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft - das ist kein Widerspruch.

Es ist bereits eine Platitüde von der Krise der Geisteswissenschaften zu reden. Nach der Hochschulreform wurden im geisteswissenschaftlichen Bereich Stellen reduziert, Fördermittel gestrichen und Forderungen nach mehr wirtschaftlicher Effizienz erhoben. Die praxisorientierten Naturwissenschaften dominieren, auch in der gesellschaftlichen Wertschätzung. Das böse Wort der brotlosen Kunst geht um. Ist aber die Situation wirklich so dramatisch, wie manche vorgeben?

In einem Sammelband nehmen Vertreter aus Politik, den Medien, aus der Wirtschaft sowie aus den Natur- und Geisteswissenschaften zu dieser überfälligen Debatte Stellung:

Campus: Wozu Geisteswissenschaft?
Keisinger, Florian; Seischab, Steffen u.a. (Hrsg.):
Wozu Geisteswissenschaften?

Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte.
Campus Verlag, Frankfurt 2003,
197 S., Broschur,
15,90 €.
ISBN 3-593-37336-X
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Das Fazit lautet, dass es die Stärke der Geisteswissenschaften ist, eben nicht auf genau festgelegte Berufsfelder vorzubereiten. Es sind die Soft Skills wie soziale Kompetenz, Begabung für Kommunikation und Allgemeinbildung, die Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft zunehmend beliebt machen. Insofern dürfte sich die Situation der Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft eher verbessern. Dabei spielt allerdings die richtige Mischung aus Studium, Praktika, Auslandsaufenthalten, technischem und betriebswirtschaftlichem Verständnis eine nicht unwesentliche Rolle.

Eine Auswahl von neun verschiedenen Disziplinen (von Philosophie über Geschichte bis hin zu Germanistik und Pädagogik) illustriert den heutigen Anspruch und die Aktualität der Geisteswissenschaften. Empfehlenswert!

Dr. Geert Demarest
 

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