Uni-   Online 
  Ich hab eine Eins! Und Du?...
sky blanko

URSULA LEPPERT
Libress bei Uni-Online Press

... ist eine außergewöhnlich
engagierte Pägagogin
und
Autorin bei libress


DAS NEUE BUCH:
ICH HAB EINE EINS!
UND DU?

Libress bei Uni-Online Press
Ich habe eine Eins! Und du?
Von der Notenlüge zur Praxis
einer besseren Lernkultur.
Mehr Infos...



Libress bei Uni-Online Press

STUDIUM
FORSCHUNG/LEHRE
CAMPUS DIREKT
Uni-Stadt-Portale
Universitäten
Uni-Städte
Global Campus

MAGAZIN
WEITERBILDUNG
JOB & KARRIERE
AUDI-O-MAX
FACHGEBIETE
Anglistik
Architektur
Biowissenschaften
Bionik
Chemie
Elektrotechnik
Geowissenschaften
Germanistik
Geschichte
Informatik
Maschinenbau
Mathematik
Medizin
Pädagogik
Philosophie
Physik
Psychologie
Recht
Romanistik
Sozialwissenschaften
Theologie
Wirtschaft

BÜCHER & MEDIEN
Lehrbücher
Lexikon
Literatur
Reiseführer
Zeitschriften
Hörbücher
DVDs
Musik
Bücher international
Kostenlose Bücher...
BLOGS
MARKTPLATZ
PARTNER
NEU! NEU! NEU!

Themenseiten:

· Universitäten..
· Fächer..
· Städte..
· Ausland...

Uni-Online Suche:

Schulnoten lügen... (libress)

Libress bei Uni-Online PressUrsula Leppert zeigt in ihrem neuen Buch Ich hab eine Eins! Und du?, warum das so ist und wie man das ändern kann: "Empirische Untersuchungen zeigen, dass Noten weder objektiv noch valide noch reliabel sind, dass sie Urteilsfehler und Messfehler enthalten. Lehrer bewerten falsch, doch das ist nicht ihr persönliches Versagen, sondern dem System der Benotung geschuldet. Niemand kann sich innerhalb dieses Systems anders verhalten. ..."
Hier die 20 schlimmsten "Systemfehler":

Libress bei Uni-Online Press(Mehr Infos zum Buch)

Fehler beim Benoten
1. Verschiedene Lehrer beurteilen ein und dieselbe Arbeit verschieden, und zwar in allen Fächern. „Allgemein bekannt sind die enormen Schwankungsbreiten in der Beurteilung mündlicher Leistungen und von Aufsätzen. Weniger bekannt ist, dass es auch in Mathematik erhebliche Divergenzen zwischen den Beurteilungen verschiedener Lehrer gibt.“ Lehrer beurteilen dieselbe Arbeit anders, wenn sie ihnen ein zweites Mal vorgelegt wird.

2. Alter, Geschlecht, Ausbildung und Motivation des Lehrers, seine Auffassung von der Lehrerrolle und seine Position an der Schule beeinflussen das Urteil.

3. Auftreten, Kleidung, Frisur, Sprache und Schrift des Schülers spielen eine Rolle. Man spricht vom Halo-Effekt, wenn eine Eigenschaft alles überstrahlt. Stark geschminkte Lippen wirken sich negativ, Brillen positiv auf die Note aus.

4. Sympathie und Erwartungen des Lehrers wirken sich aus. Dem sympathischen Schüler schaden schlechte Leistungen nicht, dem unsympathischen nützen gute nichts. Dieselbe Leistung ist bei einem sympathischen Schüler besser als bei einem unsympathischen. Die Erwartungshaltung des Lehrers bestimmt sein Verhalten und das des Schülers. Jürgens spricht von self-fulfilling prophecy, wenn ein Lehrer einen Schüler immer als schwach einschätzt, bis dieser das negative Urteil schließlich übernimmt und seine Schullaufbahn negativ programmiert.

5. Wiederholer werden strenger beurteilt, außer in Musik, Kunst und Sport. Ihre Leistungen können sich zuerst verbessern, pendeln sich dann aber wieder auf dem alten Niveau ein, da eine Förderung in der neuen Klasse nicht stattfindet und von den Schülern gar nicht erwartet wird. Sie sehen eine Möglichkeit zur Verbesserung ihrer Leistungen nur außerhalb der Schule durch private Nachhilfe. Sie sehen Lehrer nicht als Förderer.

6. Das Gesetz der Reihe: Eine gute Arbeit wird nach mehreren schlechten besser bewertet als nach guten. Eine schlechte Arbeit schneidet unter guten Arbeiten schlechter ab als unter schlechten. Für Lehrer ist es ein Problem, fünf hervorragende Aufsätze hintereinander mit „sehr gut“ zu bewerten. „Das kollidiert nämlich mit dem unausgesprochenen Dogma, dass es so viele Einsen hintereinander gar nicht geben kann.“

7. Der Strengefaktor: Strengbeurteiler gewichten Fehler stark, nehmen Positives kaum wahr und geben selten gute Noten. „Die Begründung, es handle sich um eine schlechte Klasse, ist immer dann anzuzweifeln, wenn sich solche Strengbeurteilung bei einem Lehrer in mehreren Klassen zeigt, eventuell sogar in solchen, die bei anderen Kollegen und in anderen Fächern keineswegs negativ auffällig sind.“ Mildbeurteiler handeln genau umgekehrt.

8. Tendenz zur Mitte oder Tendenz zum Extremurteil: Der Lehrer gibt nie Extremnoten oder nur Extremnoten. Das Phänomen ist wenig erforscht, auf jeden Fall ist das Vorgehen subjektiv.

9. Im Laufe des Korrigierens ändert sich der Bewertungsmaßstab. Manche Lehrer bewerten am Anfang einer Korrekturperiode strenger, die anderen am Ende.
10. Die Höchstpunktzahl und die Verteilung der Punkte auf die Noten sind unterschiedlich. Mit mehr Punkten lässt sich nicht nur differenzierter bewerten, die Noten werden auch besser.

11. In manchen Fächern wird Leistung kritischer bewertet als in anderen und somit strenger zensiert. In der Grundschule sind das Deutsch und Mathematik, in den weiterführenden Schulen Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. Auf der anderen Seite sind (fast) alle Fächer gleich, was das Vorrücken und die Berechnung von Durchschnittsnoten betrifft. Die gleichzeitige Ungleich- und Gleichbehandlung der Fächer widerspricht jeder Messtheorie.

12. Einen Durchschnitt aus Schulnoten zu bilden, ist mathematisch unsinnig, weil Noten keine mathematische Größe sind, sondern eine Reihenfolge beschreiben. Mit einer Eins ist man der Erste, mit einer Sechs der Letzte. Das sieht man leicht an folgendem Gedankenexperiment: Anstelle von Ziffern kann eine Leistung mit einem Buchstaben beschrieben werden, was viele Länder auch tun. Einen Durchschnittsbuchstaben gibt es nicht. Nur aus Werten, die gleichmäßig auf einer Skala angeordnet sind, also beim Messen von Temperatur, Geschwindigkeit und so weiter, sagt ein Durchschnittswert etwas Sinnvolles aus. Die Noten sind auf der Notenskala aber gerade nicht gleichmäßig verteilt: Für die Hälfte des Wissens gibt es eine Vier minus, der mittlere Bereich und der Sechserbereich sind breit, der Einserbereich dagegen ist schmal. Die Verwendung von Ziffern verführt dazu, Noten als mathematische Größen zu sehen und nach mathematischen Regeln mit ihnen umzugehen. Noten sind aber Kürzel für qualitative Urteile. Dennoch werden ständig Notendurchschnitte gebildet, die dann über eine Endnote und den Zugang zur nächsten Klasse, zu den weiterführenden Schulen - hier vor allem das „Grundschulabitur“ mit den Schnitten 2,33 (Gymnasium) und 2,66 (Realschule) -, zu Berufsausbildung oder Universität entscheiden.

13. Nach der vierten Klasse der Grundschule gehen die Kinder mit den besten Noten auf die Realschule und das Gymnasium. Sie müssten konsequenterweise auch dort hervorragende Noten erhalten, stattdessen erfahren sie einen Einbruch in ihren Noten.
Es ist unsinnig zu sagen: Am Gymnasium wird auch mehr gefordert! Das „Mehr“ muss unterrichtet werden, damit Schüler ihre Leistungsfähigkeit realisieren können. Eine Verschiedenheit des Bewertungsmaßstabs zu behaupten, bedeutet, Grad Celsius sei am Nordpol etwas anderes als am Äquator.

14. Auch in den höheren Klassen der Realschule oder des Gymnasiums ist der Notendurchschnitt nicht besser, obwohl die schwachen Schüler nach und nach aussortiert werden, zur Wiederholung der Klasse oder auf die jeweils niedrigere Schulart. Da nur die Besten übrig bleiben, müsste der Notendurchschnitt besser werden und die Gaußsche Kurve müsste sich nach links neigen. Das tut sie aber nicht. Die Benotung wird also immer strenger, was einer richtigen Messung der Leistung widerspricht. Das Gleiche gilt für so genannte Hochbegabtenklassen. Auch dort setzt sich die Gaußsche Normalverteilung durch, es werden also wieder gute, mittlere und schlechte Schüler definiert.

15. Eine Note beschreibt den Ist-Zustand. Sie hat aber zwei zeitliche Komponenten: den Blick zurück auf den Lernfortschritt und den Blick in die Zukunft, auf die Leistungsentwicklung. Der prognostische Wert von Noten ist gering. Fast die Hälfte der Übertrittsgutachten der 4. Klassen ist falsch. Der Bildungsbericht München 2006 nennt 40 Prozent der Gymnasiasten, also auch die knappe Hälfte, die bis zum Abitur verloren gehen.

16. Mädchen werden besser bewertet als Jungen.

17. Kinder aus sozial benachteiligten Schichten werden schlechter bewertet als Kinder aus der Oberschicht. Diese kommen bei gleicher Intelligenz leichter aufs Gymnasium. In Sachsen ist die Chance für ein Oberschichtkind fast dreimal so groß, in Bayern fast siebenmal. Inzwischen haben sich die Übertrittsquoten verbessert.

18. Migrantenkinder werden, vor allem in der Grundschule, schlechter bewertet. Sie müssen in der 4. Klasse viel besser sein als Kinder aus der Oberschicht, um für das Gymnasium empfohlen zu werden.

19. Noten sind unlogisch. Ein Schüler hat sich auf die Klassenarbeit
mit dem Thema Multiplikation nicht vorbereitet und schreibt eine Fünf. Nun paukt er Multiplikation und das Thema der nächsten Arbeit, Bruchrechnen. Er beherrscht Multiplikation und Bruchrechnen sehr gut und schreibt eine Eins. Im Zeugnis bekommt er die Durchschnittsnote Drei, obwohl sein derzeitiger Wissensstand sehr gut ist.

20. Noten sind eindimensional. Eine Zwei in einer Fremdsprache sagt nichts darüber aus, wie ein Schüler die Sprache spricht. Ein Schüler, der sehr viel lernt, kann gute Noten erhalten. Ob er die Fremdsprache gut sprechen kann, ist nicht gesagt. Schüchterne Schüler erhalten schlechtere Noten. Gemessen wird nämlich nur, was sie äußern, ihre Performanz. Ihr tatsächliches Wissen bleibt im Dunklen, in ihrem Inneren.

Aus:
Libress bei Uni-Online PressLeppert, Ursula
Ich hab eine Eins! Und Du?
Von der Notenlüge zur Praxis einer besseren Lernkultur
2010, Libress bei Uni-Online Press
216 S., Paperback, 15,5 x 22,0 cm
Buchdesign: Büro Rolf Müller
ISBN: 978-3-86564-001-7
EUR(D) 14,90
Amazon-Bestellbutton

Mehr Infos zum Buch
 

Pädagogik
Studium
Forschung & Lehre
Institute
Universitäten
Uni-Städte
Lehrbuch-Tipps
Lexikon-Tipps
Hörbuch-Tipps
Kostenlose Bücher...
Verlage: Pädagogik
News
Kiosk: Fachzeitschriften
Lehrbuch-Shop: Pädagogik

VERLAGSPARTNER



PRAKTIKUM & JOB
Bertelsmann
BUCHTIPPS

Schulnoten lügen...!!!

Libress bei Uni-Online Press
Ursula Leppert, Ich hab eine Eins! Und du? Von der Notenlüge zur Praxis einer besseren Lernkultur.
Mehr Infos...



















Info-Finder:

· Lexikon
· Datenbanken
· Zeitschriften
· Bücher
· Bibliotheken
· Downloads
· Events

Artikel:

Druckversion
Fundsache...
© Uni-Online